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Schluss mit Skispringen: Neue Gewichtsregel sorgt für "Erleichterung"

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Schluss mit Skispringen: Neue Gewichtsregel sorgt für "Erleichterung"
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20.02.2019, 07:57

Die Formel-1-Piloten können 2019 athletischer sein, was großen Piloten wie Nico Hülkenberg besonders zugutekommt - Verteilung von Ballast ist jetzt klar geregelt

Nico Hülkenberg zeigt sich wegen der neuen Gewichtsregeln, die die Formel 1 in der Saison 2019 eingeführt hat, beglückt. Der 1,84 Meter große Renault-Fahrer, der zu den längsten im Feld zählt, hat keinen Nachteil gegenüber kleiner gewachsenen (und damit leichteren) Konkurrenten mehr. "Es sollte jetzt etwas fairer sein, aber es ist trotzdem kein messbarer Vorteil für mich", so Hülkenberg.

Zur Erklärung: Die Formel 1 führt 2019 neue Regeln ein, um größere und damit schwerere Fahrer nicht mehr zu benachteiligen. Zwar hatten sie auf dem Papier auch in der jüngeren Vergangenheit gewichtstechnisch meist keinen Nachteil, weil die Teams ihre Autos in der Regel unter dem Mindestgewicht (früher 733 Kilo, ab sofort 740 Kilo inklusive Fahrer) bauen können. Das Handicap entstand erst durch unterschiedlichen Ausgleichsballast, der in den Boliden verteilt werden musste.

Hätte der Wagen von Renault 2018 ohne Fahrer (aber mit dessen Ausrüstung) 660 Kilo gewogen, hätte der 78 Kilo schwere Hülkenberg zwei Kilo "zuladen" müssen, um auf den vorgeschriebenen Mindestwert zu kommen. Bei seinem 66 Kilo schweren Ex-Teamkollegen Carlos Sainz wären es 14 Kilo gewesen - Gewicht, dass die Ingenieure in Form von Bleiblöcken frei und vorteilhafterweise möglichst weit unter dem Schwerpunkt des Autos (idealerweise am Unterboden) verteilen konnten.

Beim Deutschen war das Gewicht ungünstig im Sitz gebunden, was sich negativ auf das Handling auswirkte. Die Balance litt, insbesondere bei gröberen Lastwechseln und in schnellen Kurven.

Durch die unterschiedliche Platzierung entstand ein Nachteil, der zwar nichts mit der alten Formel-1-Weisheit von drei Zehntelsekunden pro Runde und zehn Kilogramm Mehrgewicht zu tun gehabt dürfte, aber durchaus im Bereich mehrerer Hundertstelsekunden lag. Doch damit ist nun Schluss.

2019 werden die Piloten mit Sitz und Equipment von der FIA gewogen. Fahrer mit weniger als 80 Kilogramm werden mit Zusatzgewichten an das neue, getrennt von dem Autogewicht geltende Limit gebracht. Der Ballast darf jedoch nicht frei im Auto positioniert werden: Nach Artikel 4.4 des Technischen Reglement muss er zwischen Vorder- und Hinterbegrenzung der Cockpitöffnung und am Monocoque angebracht werden - also dort, wo der Pilot sitzt. Die FIA versiegelt den Ballast.

Weiterer Ballast bis zum Mindestgewicht von 740 Kilo des gesamten Boliden inklusive des Fahrers darf weiter frei verteilt werden. Nach Angaben der Teams gibt es aber keinen Piloten, der mehr als 80 Kilo wiegt. Ergo haben 2019 alle gleiche Chancen. Dazu kommt, dass es sinnlos ist, sich runterzuhungern, zu dehydrieren oder bei tropischen Temperaturen auf eine Trinkflasche im Auto verzichten, um es den Ingenieuren zu erlauben, eine vorteilhaftere Gewichtsverteilung zu erreichen.

Die Folge: Viele Piloten kamen jetzt deutlich athletischer aus der Winterpause. Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas legte sichtbar an Nackenmuskulatur zu und auch bei Weltmeister Lewis Hamilton scheinen die Oberarme dicker geworden zu sein. Der Aufbau von Muskulatur war zuvor wegen des damit verbundenen Mehrgewichts immer ein schwieriger Spagat - ähnlich wie im Skispringen.

Haas-Fahrer Romain Grosjean, der mit 1,80 Metern ebenfalls über dem Formel-1-Schnitt liegt, unterstreicht: "In den vergangenen Jahren habe ich immer 68 oder 69 Kilo gewogen, jetzt konnte ich etwas zulegen und bin bei 73 Kilo. Ich bin stärker und habe mehr Kraft - ich bin leistungsfähiger. Ich weiß nicht, ob es mir im Auto zugutekommt, aber im täglichen Leben fühle ich mich besser."

Ein weiterer Profiteur der neuen Regel dürfte Sebastian Vettel sein, sofern die (recht hoch wirkende) Ferrari-Angabe von 74 Kilo Körpergewicht stimmt. Auch der 1,84 Meter große Formel-1-Rückkehrer Robert Kubica, der gemeinsam mit Hülkenberg, Alexander Albon (Toro Rosso) und Antonio Giovinazzi (Sauber) zu den längsten Piloten im Feld zählt, dürfte sich über die Novelle freuen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Dominik Sharaf