Schumis WM-Titel 2000: Mechaniker "schämten sich ihrer Tränen"

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Schumis WM-Titel 2000: Mechaniker
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16.01.2019, 14:42

Michael Schumachers Managerin Sabine Kehm erinnert sich noch lebhaft an den ersten WM-Titel mit Ferrari: "Habe nie wieder etwas so Berührendes gesehen"

Den 8. Oktober 2000 wird man bei Ferrari wohl nicht so schnell vergessen. Als Michael Schumacher beim Großen Preis von Japan als Sieger über die Ziellinie fährt, wird eine scheinbar endlose Durststrecke für die Scuderia gebrochen. Mehr als 20 Jahre hatten die Roten auf einen Weltmeistertitel in der Formel 1 warten müssen - seit Jody Scheckter 1979.

Mit Michael Schumacher war Ferrari zuvor ganz nah dran. 1997 sorgte ein couragiertes Manöver von Jacques Villeneuve in Jerez dafür, dass Schumacher nicht nur den möglichen Titel verlor, sondern auch alle Saisonpunkte. Anschließend verhagelte Lieblingsrivale Mika Häkkinen mit zwei Weltmeisterschaften den Traum vom Titel - unter anderem 1999 im Saisonfinale gegen Eddie Irvine.

Doch umso größer war die Freude, als Schumacher ein Jahr später den Titel holte. Endlich. "Es war wie eine Explosion", erinnert sich seine Managerin Sabine Kehm im Podcast 'Beyond The Grid'. Gemeint sind die Emotionen der Ferrari-Mechaniker, die so lange auf den Erfolg warten mussten. "Die Mechaniker sind hinten in der Garage in Tränen ausgebrochen", sagt sie.

"In dem Moment habe ich zum ersten Mal verstanden, was das wirklich für sie bedeutet hat. Sie hatten es so lange erfolglos versucht, so viele Jahre", so Kehm. "Es gab Mechaniker, die waren seit 25 Jahren im Team. Und sie fingen zu weinen an, schämten sich aber ihrer Tränen und versuchten, es zu verstecken. Ich habe in meinem ganzen Leben nie wieder etwas so Berührendes gesehen."

Auch für Schumacher selbst war es ein emotionaler Moment. Fünf Jahre hatte er in Maranello auf diesen Augenblick hingearbeitet. "Er hat alles gegeben", sagt Kehm. Und als der Titel feststand, gab es für ihn kein Halten mehr. Ungläubig stieg er aus dem Auto und musste erst einmal durchatmen. Für Frau Corinna gab es einen ausgiebigen Kuss, und dann ging die Feier mit den ganzen Teammitgliedern los - Geschichten aus den Karaoke-Bars in Suzuka sind noch heute legendär.

Jahre später noch sollte Schumacher Suzuka 2000 als "das beste Rennen meiner Karriere" beschrieben. Auch Kehm sagt heute: "Dieser Moment war viel größer, als ich ihn vorher erwartet hatte. Ich werde die Erinnerung an diese Bilder immer in meinem Herzen tragen."

Es war auf jeden Fall der Beginn einer ganz besonderen Ära, die bis heute einmalig ist. Fünf WM-Titel in Folge konnte der Kerpener zusammen mit der Scuderia einfahren und dabei unzählige Rekorde aufstellen. "Gewissermaßen war es ein sehr entscheidendes Jahr", erzählt Kehm. "Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn er die WM nicht gewonnen hätte ..."

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