"Schwachkopf": So reagiert Verstappen auf Hamiltons Aussage

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Autor: Sven Haidinger
Co-Autor: Erwin Jaeggi
10.04.2018, 08:25

Red-Bull-Pilot Max Verstappen reagiert cool auf Lewis Hamiltons Beleidigung in Bahrain und versteht die Kritik nicht, Landsmann Jan Lammers gibt Rückendeckung

Als Lewis Hamilton vor der Siegerehrung die Kollision mit Max Verstappen über den Bildschirm flimmern sah, fand er klare Worte gegen seinen Rivalen: "Er ist so ein Schwachkopf!" Doch wie reagiert der Niederländer, der bei der Berührung der Leidtragende war und aufgeben musste, auf die Beleidigung? Überraschend cool: "Er war da gerade aus dem Auto ausgestiegen. Dann passiert so etwas schon mal. Man ist ja noch voller Adrenalin."

Also gibt es keine dicke Luft zwischen Verstappen und Hamilton, obwohl er mit dem Ende seines Rennens alles andere als glücklich ist. "Ich habe keine Punkte geholt, das ist natürlich nicht ideal." Der Saisonstart ist für den Youngster ziemlich danebengegangen: In Melbourne drehte er sich im Rennen und holte nur Platz sechs, in Sachir drehte er sich im Qualifying, zudem wurde ihm beim Überholversuch an Hamilton der Reifen aufgeschlitzt, was schließlich zum Ausfall führte. Daher ist er nur WM-Zehnter.

Doch was war der wirkliche Grund für den Ausfall? "Das Differenzial auf der linken Seite war gebrochen", offenbart er gegenüber 'Ziggy Sport'. "Dadurch drehte ein Rad zu stark durch, und die Kräfte waren zu hoch, auch auf der anderen Seite."

Verstappen versteht Kritik nicht

Nach dem Rennen musste sich Verstappen von Experten und auch Hamilton die Kritik gefallen lassen, dass Piloten wie der Mercedes-Star, aber auch Fernando Alonso in Bahrain nicht wie Verstappen ausgeschieden wären, weil sie abgezockter sind. Eine berechtigte Kritik? "Nein, unser Auto war toll, und dann bleibe ich sicher nicht hinten", wehrt sich Verstappen. "Ich war wirklich knapp hinter ihm und sah eine Überholmöglichkeit, also habe ich es versucht."

Auch Landsmann und Ex-Rennfahrer Jan Lammers gibt Verstappen nun Rückendeckung. "Ich verstehen den Aufruhr nicht", sagt der 61-jährige Le-Mans-Sieger, der den Großteil seiner 23 Grands Prix Anfang der 1980er-Jahre bestritten hat. "Max hat den amtierenden Weltmeister so überholt, wie wir es von ihm kennen. Und wenn man so einen Piloten überholt, dann drückt man ihn so weit wie möglich nach außen, sonst muss man in der nächsten Kurve mit einem Konter rechnen. Das musste er machen, sonst hätte ihn Max hinter Alonso einklemmen können. Sein Manöver war also absolut logisch."

Dass es schließlich eine folgenschwere Berührung gab, sei auch Hamiltons Schuld gewesen, meint Lammers: "Wenn man jemanden nach außen drückt, dann nimmt man ein kleines Risiko, und wenn man wie Hamilton versucht, jemanden zu schneiden, dann tut man das auch. Diesmal wurde Max' Auto beschädigt, aber es hätte genauso anders kommen können. Hamilton hatte einfach Glück, und niemand hat etwas Dummes gemacht

Ex-Rennfahrer Lammers verteidigt Verstappen

Die Kritik vieler Experten, er sei zu ungeduldig, sollte sich Verstappen nicht zu Herzen nehmen, meint Lammers, denn es gebe Gründe, warum der Red-Bull-Pilot im Auto sitze und die Kommentatoren nicht. "Manche geben ihre Meinung ab, bevor sie nachdenken. Dabei gibt es nur wenige Fahrer, die es überhaupt schaffen würden, ihr Auto neben Hamilton zu positionieren."

Und genau das sei das Besondere an Verstappen. "Wir lieben Max, weil er die Courage hat, ans Limit geht und immer alles gibt. Er könnte natürlich auch einfach mitfahren, aber dann wäre er ein anderer Fahrer - oder eine graue Maus. Wenn man also Max liebt, dann muss man auch diese Momente lieben und darf sich nicht beschweren."

Verstappen selbst denkt währenddessen bereits an das bevorstehende Rennwochenende in China. Und hat dafür nur einen Wunsch: Er will keine tolle Aufholjagd zeigen müssen. "Hoffentlich stehen wir in der Startaufstellung weit vorne, denn unser Auto ist gut - hoffentlich auch dort."

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