Schwarze Katze gesucht: Verstappen glaubt nicht an Red-Bull-Comeback
Max Verstappen glaubt nicht an ein ähnliches Red-Bull-Comeback wie 2025 und erwartet in Spa und Monza ähnliche Probleme wie in Silverstone
Max Verstappen sieht keine Chance mehr im WM-Kampf
Foto: Sutton Images
Eine Woche nach seinem zweiten Platz in Österreich, wo er mit einer anderen Strategie vielleicht sogar hätte gewinnen können, sieht das Bild für Max Verstappen an diesem Wochenende deutlich düsterer aus.
Im Qualifying in Silverstone wurde Verstappen durch ein Problem mit der Power-Unit eingebremst, aber selbst ohne dieses Problem fehlt es Red Bull seiner Meinung nach schlichtweg an der Pace, um an der Spitze mitzumischen.
Während Verstappen nach dem Großen Preis von Österreich in der FIA-Pressekonferenz mit Blick auf das letztjährige Comeback sogar noch gefragt wurde, ob ein weiterer Titelkampf möglich sei, fiel seine Antwort im Fahrerlager von Silverstone kurz aus: "Diese Frage solltest du mir nicht mehr stellen."
Der Red-Bull-Ring war traditionell immer eine von Verstappens stärksten Strecken, aber laut dem Niederländer liegt Silverstone weder dem Red-Bull-Auto noch der Red-Bull-Power-Unit. Es ist eine der sogenannten energiearmen Strecken im Jahr 2026, auf denen das Energiemanagement eine noch größere Rolle spielt als sonst.
"Auf solchen Strecken sind wir nicht besonders gut, wenn es so läuft", gibt Verstappen zu. "Zudem war die Fahrzeugbalance an diesem Wochenende meiner Meinung nach nicht gerade berauschend."
Probleme auch in Spa und Monza
Das bedeutet, dass Verstappen auch auf mehreren anderen Strecken im weiteren Saisonverlauf Probleme für Red Bull erwartet: "In Spa wird es im Grunde genauso sein, und in Monza ebenfalls. Das ist schade, weil Spa natürlich eine meiner Lieblingsstrecken ist. Aber es wird sich dieses Jahr ganz anders anfühlen."
Das liegt natürlich am Energiemanagement - etwas, das in Silverstone auch durch die Rückkehr des viel diskutierten "Jo-Jo-Racings" deutlich wurde. Verstappens Meinung zu diesem Thema ist klar, auch wenn er kein Interesse daran hat, sie immer und immer wieder zu wiederholen.
"Man weiß einfach, dass die Formel 1 im Moment so ist. Da kann man nicht viel machen. Ich freue mich hauptsächlich darauf, wieder nach Hause zu kommen", so der viermalige Weltmeister.
Als ihm in seiner Medienrunde mit den niederländischen Journalisten vorgehalten wird, dass er sich wahrscheinlich auch auf die Sommerpause freue, lacht Verstappen: "Ja, aber die Sommerpause ist nicht lang genug!"
Ein weiteres Comeback wie im Vorjahr für Red Bull unmöglich?
Im vergangenen Jahr legte Red Bull nach der Sommerpause ein bemerkenswertes Comeback hin, das Verstappen fast seinen fünften Weltmeistertitel eingebracht hätte. Dieses Mal erwartet er jedoch nicht, dass sich die Geschichte wiederholt.
"Man muss ja auch mit der Budgetobergrenze haushalten. Deswegen kann man nicht ständig massenhaft Upgrades für das Auto bringen. Wir werden die Dinge weiter von Rennen zu Rennen bewerten, aber noch einmal: Auf Strecken, auf denen man beim Energiemanagement stark limitiert ist, scheinen wir größere Probleme zu haben."
Neben dem Mangel an reiner Performance hat Red Bull in dieser Saison laut Verstappen auch ungewohnt viel Pech gehabt.
Wo ist die schwarze Katze?
Zusätzlich zu dem Problem mit der Power-Unit am Samstag trug in Österreich ein Defekt am Heckflügel zu seinem Unfall in Q3 bei. In Australien erlitt Verstappen ebenfalls einen Crash, den er sich selbst nicht sofort erklären konnte, während er in Monaco von Startplatz zwei aus wegen eines weiteren Defekts an der Power-Unit aufgeben musste.
Verstappen hat bereits erklärt, dass diese Rückschläge weniger schmerzen, als es der Fall wäre, wenn er um den WM-Titel kämpfen würde. Dennoch ist er überrascht über das Ausmaß des Pechs im Jahr 2026 - ein Umstand, der ihn auch beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring verfolgte.
"Es ist fast so, als wäre mir eine schwarze Katze über den Weg gelaufen. Also ja, ich weiß nicht, woran es liegt. Aber ich bin nicht besonders abergläubisch, also wird es irgendwann schon wieder besser werden."
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