Sebastian Vettel: Bleibt Aston Martin sein letztes Team in der Formel 1?

Sebastian Vettel lässt offen, wie lang er noch für Aston Martin Formel 1 fahren wird, während sein Teamchef Otmar Szafnauer Details zu den Zukunftsplänen verrät

Sebastian Vettel: Bleibt Aston Martin sein letztes Team in der Formel 1?

Aus der offiziellen Kommunikation von Aston Martin geht nicht genau hervor, wie lang der Vertrag mit Sebastian Vettel läuft. 2022 wird der viermalige Weltmeister auf jeden Fall für das Team fahren, aber Rennen gewinnen, so zumindest der heimliche Fahrplan von Eigentümer Lawrence Stroll und Teamchef Otmar Szafnauer, wird Aston Martin möglicherweise erst 2023.

Erfolg komme "nicht über Nacht", erklärt Szafnauer vor dem Grand Prix der USA in Austin (ANZEIGE: Am Freitagabend geht's los mit dem Freien Training. Wenn Du jetzt kurzentschlossen Lust hast, es live zu sehen, hol Dir ein Sky-Ticket für unkompliziertes Livestreaming ohne Receiver!). Die erste Priorität sei, die Infrastruktur am Standort Silverstone auszubauen - ein Prozess, der bereits begonnen hat. "Unsere Fabrik wird in ungefähr eineinhalb Jahren fertig sein", sagt der Amerikaner. Der dafür avisierte Zeithorizont erstrecke sich über zwei Jahre.

"In der neuen Fabrik haben wir dann Produktionsmöglichkeiten, bessere Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Und bis wir einziehen, müssen wir talentiertes Personal einstellen, Mitarbeiter, die zu uns passen, um die Dinge dann auch zu nutzen. Wenn wir all das aufgestellt haben, können wir anfangen, die Früchte zu ernten. Dann werden wir auch Rennen gewinnen."

"Ich schätze, das wird noch nicht nächstes Jahr sein", gibt Szafnauer zu, sagt aber im Hinblick auf 2023: "Gut möglich, dass es im Jahr danach klappt. Wir verfolgen einen Fünfjahresplan. Ungefähr zur Hälfte, nach zweieinhalb Jahren, sollten wir die ersten Rennen gewinnen. Und dann schnell daraus lernen, auch hintereinander Rennen zu gewinnen und um Titel zu kämpfen."

 

Vettel: Wir haben nach seiner Zukunft gefragt

Was aus Sicht der Vettel-Fans natürlich die Frage aufwirft: Wird er 2023 noch bei Aston Martin sein? "Die ehrliche Antwort ist: Ich weiß es nicht", sagt der 34-Jährige. "Das ist momentan auch gar nicht unser Fokus. Der Fokus ist, dieses Jahr so viele Punkte wie möglich zu holen und Schwung ins nächste Jahr mitzunehmen. Dann schauen wir weiter, wie es sich mit den neuen Autos entwickelt."

"Wie lang es dauern wird? Schwer zu sagen", meint Vettel. "Wenn wir uns andere Teams anschauen, dann ist ein Fünfjahresplan keine falsche Herangehensweise. Natürlich wollen wir früher Erfolg haben. Und nächstes Jahr wird alles auf null gesetzt." Da orte er "eine gute, echte Chance, einen großen Schritt nach vorn zu machen".

In der Zwischenzeit wird bei seinem Team alles drangesetzt, neues Personal anzuheuern, um die neue Fabrik dann auch nutzen zu können, wenn sie denn fertig ist. Stroll schwärmt im Podcast 'Beyond the Grid' in den höchsten Tönen von den Umbauplänen und ist optimistisch, dass Aston Martin nach deren Abschluss ein Topteam werden kann.

Szafnauer erklärt: "Wir haben aktuell ungefähr 575 Mitarbeiter, und wir wachsen weiter. Vor drei Jahren haben wir bei 400 angefangen. Mercedes steht bei 800 bis 900, das sind fast doppelt so viele. Plus die Infrastruktur, die sie über die Jahre aufgebaut haben." Die Budgetobergrenze helfe zwar, aber "wir sind, was Infrastruktur und Personal betrifft, noch nicht auf ihrem Niveau".

Budgetgrenze soll Feld zusammenrücken lassen

"Die Autos, mit denen wir jetzt fahren, entspringen einer Zeit, in der beliebig Geld ausgegeben werden konnte. Nächstes Jahr gibt es komplett neue technische Regeln, und die Autos mussten unter Budgetdeckel entwickelt werden. Es wurden auch Simulationszeiten reduziert. Da sollte das Feld näher zusammenrücken. Ich glaube, dass das Feld 2022 enger beisammen liegen wird", sagt Szafnauer.

Trotzdem geht er davon aus, dass gut finanzierte Teams wie Mercedes, Red Bull oder Ferrari mit einem Vorsprung in die neue Ära der Formel 1 starten werden. Denn: "Die haben in der Vergangenheit einen Haufen Geld ausgegeben und damit ihre Infrastruktur ausgebaut. Das sind Investitionen, die ja nicht einfach verpuffen."

"Wenn du jedes Jahr 50 Millionen mehr Kapital investiert hast, kannst du dir nützliche Dinge kaufen, und du wirst von Jahr zu Jahr besser. Bessere Simulationstools, bessere Prüfstände, bessere Windkanäle. [...] Wir versuchen, da eine Abkürzung zu nehmen. Daran arbeiten wir. Kurzfristig wird das schwierig. Mittelfristig sollten wir dazu in der Lage sein, diese Jungs herauszufordern."

Ob das schnell genug klappt, damit Aston Martin und Vettel noch gemeinsam Rennen gewinnen können, das steht in den Sternen. Und Vettel lässt auch offen, ob er sich nach Aston Martin nochmal ein neues Team suchen oder die Karriere beenden wird: "Ich weiß es nicht", antwortet er, von 'Motorsport.com' auf das Thema angesprochen. "Das ist die Wahrheit."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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