"Vettel, wie wir ihn kennen": Die alte Lockerheit ist zurück

Aston-Martin-Fahrer Sebastian Vettel erklärt, warum Erfolg in der Formel 1 auch Kopfsache ist - Neue Lockerheit beim viermaligen Weltmeister

"Vettel, wie wir ihn kennen": Die alte Lockerheit ist zurück

Sebastian Vettel lacht jetzt wieder häufiger. Und immer öfter kommt ihm auch ein lockerer Spruch über die Lippen. Das liegt auch an der sportlichen Situation von Aston Martin, die sich in Monaco und Baku deutlich zum Besseren gewendet hat. Denn erst hatte Vettel einen fünften Platz erzielt, kurz darauf einen zweiten. Das dürfte den Ex-Champion neu beflügelt haben.

Und so flachste Vettel schon nach dem Rennen in Baku in der Pressekonferenz, als er auf die Rotphase kurz vor Schluss angesprochen wurde: "Ich bin ja einer der wenigen Fahrer, die nicht ins Auto pinkeln, also kann ich länger im Auto sitzen bleiben."

Und weil Pierre Gasly erstaunt nachfragte, fügte Vettel noch hinzu: "Ich glaube, die Hälfte der Fahrer macht das."

Er selbst, so Vettel weiter, habe bisher nie ins Formel-1-Auto gepinkelt. "Einmal habe ich es versucht", erklärt er. "Es ging aber nicht." Weitere Details nannte Vettel nicht.

Vettel scherzt mit Fahrerkollegen

Dafür schilderte er eine Unterhaltung mit seinem früheren Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc, der in Baku zum zweiten Mal in Folge auf die Poleposition gefahren war. "Ich hatte ihm [nach dem Qualifying] gratuliert [und] gesagt: Er soll morgen in die Rückspiegel schauen, ich komme!"

Tags darauf, am Renntag, habe er Leclerc erneut getroffen - nachdem er Leclerc im Grand Prix hinter sich gelassen hatte. "Da hat er mir gratuliert", sagt Vettel. "Da meinte ich: 'Siehste, hab ich dir doch gestern gesagt!'"

Was auch zeigt, wie gelöst die Stimmung bei Vettel nach den beiden jüngsten Formel-1-Rennen ist. Denn mit den Positionen fünf und zwei in Monaco und Baku hat sich der Deutsche im britischen Team eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Warum Vettel jetzt weniger Druck verspürt

Und Vettel selbst meint auf die entsprechende Nachfrage, dass Erfolg in der Formel 1 "wahrscheinlich" vor allem Kopfsache sei. Begründung: "Auf diesem Niveau kann jeder ein Auto schnell bewegen. Das heißt, kleine Dinge machen einen großen Unterschied."

Speziell zu Saisonbeginn habe es "wohl etwas länger gedauert als gedacht, bis ich selbst voll da war und mich an das Auto gewöhnt hatte", meint Vettel. "Ich hatte aber stets die Zuversicht, dass es an einem Punkt klick machen würde."

Dass er in Monaco erstmals 2021 in die Punkte gefahren sei, habe "natürlich" geholfen, so Vettel weiter. "Man könnte sagen, so etwas nimmt dir ein bisschen Druck von den Schultern."

In Baku habe er sich dann über das gesamte Wochenende hinweg "ziemlich wohlgefühlt im Auto", was ebenfalls helfe. "Und jetzt hoffe ich, es gelingt uns, diesen Schwung mit in die nächsten Rennen zu nehmen", sagt Vettel. "Hoffentlich können wir jetzt etwas regelmäßiger um Punkte kämpfen."

Helmut Marko erkennt den "alten Vettel"

Genau daran scheint Vettels ehemaliger Förderer Helmut Marko zu glauben. Im Gespräch mit 'auto motor und sport' verweist er auf einen positiven Trend bei Vettel: "Ich bin sehr erfreut, dass dieser Wandel in relativ kurzer Zeit gelungen ist. Ich hoffe, dass das auf anderen Kursen auch der Fall ist."

Vettel habe in Monaco und Baku bewiesen, dass er die "Nummer eins im Stroll-Team" sei, erklärt Red-Bull-Sportchef Marko weiter. Nachsatz: "Was der Papi [von Lance Stroll als Aston-Martin-Boss] wahrscheinlich nicht so gut finden wird."

In jedem Fall zeige die Körpersprache nun wieder den "Vettel, wie wir ihn kennen", meint Marko. Beispiel: "Wie er schon auf das Podium gesprungen ist." Die neue Lockerheit von Vettel ist also in vielerlei Hinsicht sichtbar geworden.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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