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Sebastian Vettel gegen Sprintrennen: "Das ergibt keinen Sinn!"

Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel nimmt sich kein Blatt vor den Mund: Der Heppenheimer kritisiert die Sprintrennen-Pläne der Formel 1 klar und deutlich

Sebastian Vettel gegen Sprintrennen: "Das ergibt keinen Sinn!"

Sebastian Vettel ist ein Freund von Sprintrennen. Das hat er am Rande der Aston-Martin-Präsentation klar gemacht. "Das ergibt keinen Sinn", findet der Deutsche deutliche Worte. Aus seiner Sicht lenke der Vorschlag den Fokus weg von den wahren Problemen des Sports.

Der viermalige Weltmeister ist nicht der erste Pilot, der sich gegen den neuen Vorschlag der Formel 1 ausspricht. Die Fahrer haben Sorge, dass ein Sprintrennen an Samstagen den Wert des Grand Prix schmälern und Siege im Hauptrennen verwässert werden könnten.

"Ich weiß nicht, was der Hintergedanke dabei ist", meint der 33-Jährige, ergänzt aber: "Mir gefällt [der Vorschlag] nicht. Warum sollte es ein Vorfinale vor einem Finale geben? Was ist der Gedanke dahinter? Das verstehe ich nicht", äußert er sich deutlich.

Warum Vettel ein Sprintrennen am Samstag ablehnt

"Sollte es ein Rennen am Samstag geben, dann werde ich daran teilnehmen müssen, weil ich am Sonntag immer noch fahren will, aber aus meiner Sicht ergibt das keinen Sinn." Die Diskussion rund um ein Sprintrennen hält bereits seit dem Vorjahr an.

Nachdem ein erster Vorschlag, der eine gestürzte Startreihenfolge am Samstag beinhaltet hätte, von den Teams abgelehnt wurde, schlug Formel-1-Boss Stefano Domenicali nun eine abgewandelte Form vor: An Samstagen sollen kürzere, rund 30-minütige Rennen ohne Boxenstopps gefahren werden.

Das Qualifying für dieses erste Rennen würde auf den Freitag vorverlegt und das Nachmittagstraining dafür gestrichen werden. Das Ergebnis des Sprintrennens würde außerdem die Startreihenfolge für den Grand Prix am Sonntag definieren. Die Formel-1-Kommission stimmte Mitte Februar grundsätzlich dafür.

 

Foto: Charles Coates / Motorsport Images

Die Hoffnung der Verantwortlichen: Mehr Spannung in das Renngeschehen bringen und die Startaufstellung für den Grand Prix interessanter gestalten. Eine Arbeitsgruppe soll nun weitere Details ausarbeiten, eine endgültige Entscheidung wird für Ende März erwartet.

Vettel vermutet hinter dem Vorstoß hingegen eine ganz andere Absicht: "Vielleicht verlagert oder lenkt es den Fokus vom eigentlichen Problem ab. Es ist eher ein Pflaster als eine Lösung."

Denn aus seiner Sicht gehört nicht das Format eines Grand-Prix-Wochenendes reformiert, sondern an anderen Stellschrauben gedreht. "Ein Grand Prix war schon immer rund 300 Kilometer lang, das war die große Herausforderung am Wochenende."

Was sich Lance Stroll statt Sprintrennen wünscht

Es gebe ganz andere Probleme, die der Sport dringender beheben müsste, so der Deutsche. Und mit dieser Meinung steht er nicht allein da. Auch das Red-Bull-Duo Max Verstappen und Sergio Perez sind unsicher, was die Pläne betrifft. Beide finden den Vorschlag "riskant".

Vettels Ex-Teamkollege Daniel Ricciardo sieht hingegen ebenso die Gefahr, dass ein Sprintrennen von der eigentlichen Hauptattraktion, dem Grand Prix am Sonntag, ablenken könnte. "Es gibt größere, fundamentale Probleme, die der Sport adressieren muss", stimmt auch Lance Stroll zu.

"Es könnte großartig sein, ich bin nicht gegen die Idee, es ist nicht lächerlich. Aber es ist eines dieser Dinge, wie jede Regel- oder Formatänderung: Es gibt immer Fragezeichen, bis wir es ausprobieren, um zu sehen, wie es sich auf den Sport auswirkt."

Der Aston-Martin-Fahrer wünscht sich viel mehr ein konkurrenzfähigeres Feld und die Möglichkeit, engere Rad-an-Rad-Duelle fahren zu können. "Das können wir nicht, wenn wir Abtrieb beim Hinterherfahren verlieren und die Reifen so empfindlich auf Wärme reagieren, dass wir aus dem Temperaturfenster der Reifen herausfallen und Grip verlieren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer Sebastian Vettel
Urheber Maria Reyer