Sebastian Vettel gibt zu: "Hatten uns zu Beginn mehr erwartet"

Sebastian Vettel zieht eine Bilanz nach seinem ersten halben Jahr bei Aston Martin und muss zugeben, dass die Erwartungen vor der Saison andere waren

Sebastian Vettel gibt zu: "Hatten uns zu Beginn mehr erwartet"

"Wir hatten uns zu Beginn mehr erwartet", sagt Sebastian Vettel nach seinem ersten Halbjahr bei Aston Martin. Der Deutsche war nach seinem durchwachsenen letzten Ferrari-Jahr mit hohen Erwartungen zu Aston Martin gewechselt. Doch das erwartete Niveau konnte der ehemalige Racing-Point-Rennstall nicht halten.

2020 hätte man ohne die 15 Punkte Abzug im Copygate-Prozess noch WM-Rang drei belegt, doch 2021 findet sich der Rennstall mit 48 Punkten lediglich auf dem siebten Rang vor den Hinterbänklern von Williams, Alfa Romeo und Haas wieder.

Vettel selbst hatte eine gute Phase, als er in Monaco, Baku und Frankreich drei Rennen in Folge in die Punkte fuhr. Sein Problem: Das waren seine bislang einzigen 30 Punkte. In den vier Rennen davor und den vier Rennen danach stand jeweils die Null.

Vor allem zu Saisonbeginn schien Vettel nicht in den Rhythmus zu kommen. Der Deutsche erlebte eine holprige Vorbereitung und hatte kaum Zeit im Auto. Dass er nach den ersten vier Rennen maximal auf Platz 13 gekommen war, ist daher nachvollziehbar, hat aber natürlich auch für Kritik gesorgt.

Hinzu kam, dass Aston Martin an den Regeländerungen am Unterboden mit seinem Low-Rake-Konzept stärker zu knabbern hatte als die Konkurrenz. "Ich habe wohl etwas Zeit gebraucht, und die Dinge liefen nicht so, wie wir wollten", sagt Vettel.

Starkes Zwischenhoch

"Aber danach kamen wir immer besser in Fahrt." Der fünfte Platz von Monaco war eine positive Überraschung, der zweite Platz in Baku eine noch größere. Und auch in Le Castellet gab es mit Platz neun noch einmal zwei Zähler.

Doch wer dachte, dass der Knoten nun geplatzt sei, der wurde in den folgenden Rennen enttäuscht. In beiden Österreich-Rennen landete Vettel außerhalb der Top 10, in Silverstone musste er aufgrund eines Defekts aufgeben. Auch aus Ungarn musste er ohne Punkte abreisen, doch das erzählt nicht die ganze Geschichte. Mit Platz zwei hatte Vettel dort gezeigt, dass die Leistung durchaus stimmt, wenn alles zusammenläuft.

Deswegen sieht auch Vettel die Situation nicht so eng: "Natürlich haben wir in den letzten Rennen keine guten Ergebnisse erzielt, aber ich denke, dass wir uns insgesamt viel wohler fühlen als am Anfang", sagt er.

"Wir sehen, dass es im Mittelfeld sehr eng zugeht, und wenn alles normal läuft, sind wir ganz hinten in diesem Feld. Und wenn wir überragende Leistungen bringen, sind wir mittendrin oder manchmal sogar vorne, wie in Baku", so der Deutsche.

Ambitioniert in die Zukunft

Auf die zweite Saisonhälfte blickt er nun positiv gestimmt nach vorne. Die Stimmung im Team sei trotz der enttäuschenden Ergebnisse großartig. Übermäßig viel ist aber auch nicht mehr zu erwarten: "Das Auto ist, wie es ist, und wir müssen das Beste daraus machen", so Vettel.

Doch der Blick von Aston Martin ist ohnehin schon in Richtung Zukunft gerichtet. 2021 sollte mit dem alten Auto immer ein Übergangsjahr sein, doch langfristig hat Teameigner Lawrence Stroll große Ambitionen. Das Ziel heißt in nicht allzu ferner Zukunft: WM-Titel.

"Das Ziel des Teams ist klar", betont Vettel, "und die Vorfreude ist groß. Es wird zwar noch einige Zeit dauern, aber Lawrence ist sehr ambitioniert und entschlossen, Erfolg zu haben." Ob Sebastian Vettel diese Zeit noch erleben wird, ist unklar. Zwar plant auch er mittelfristig mit dem Team, sein Vertrag soll aber gemeinschaftlich jedes Jahr erneuert werden, wie es heißt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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