Sebastian Vettel vor Istanbul: Ist Aston Martin falsch abgebogen?

Ein Aufwärtstrend bei Sebastian Vettel und Aston Martin ist kaum erkennbar, doch er weiß, wo er in Istanbul ansetzen muss - Kritische Worte von Ralf Schumacher

Sebastian Vettel vor Istanbul: Ist Aston Martin falsch abgebogen?

"Ich fühle, dass noch gute Dinge passieren werden." Sebastian Vettel gibt sich vor dem anstehenden Türkei-GP optimistisch. Der vierfache Formel-1-Weltmeister hofft vor dem 16. Rennen des Jahres in Istanbul, mal wieder mit Zählbarem nach Hause zu fahren. Doch dafür muss die Aston-Martin-Truppe rund um Vettel endlich einmal kaltschnäuziger werden.

"Wir waren einfach nicht gut darin, die kleinen Gelegenheiten auszunutzen. Als sich die großen Möglichkeiten ergaben, waren wir zur Stelle und haben viele Punkte gesammelt", analysiert Vettel. "Aber wenn es um diese kleinen Chancen geht, um Platz sieben, acht oder neun, dann stand uns immer irgendwas im Weg."

So verwundert es nicht, dass der Deutsche aktuell auf einem abgeschlagenen zwölften Rang in der WM zu finden ist. Abgesehen von den fünften Plätzen in Monaco und Spa, sowie Rang zwei in Baku erreichte Vettel bisher nur einmal die Punkteränge, nämlich als Neunter in Le Castellet. In Ungarn kam er zwar als Zweiter ins Ziel, wurde jedoch im Nachhinein disqualifiziert.

Teamkollege Lance Stroll liegt in der Gesamtwertung hinter Vettel, ist aber in der laufenden Formel-1-Saison deutlich konstanter in den Punkterängen zu finden. Der Kanadier nahm bei sieben von 15 Rennen Zähler mit, und damit bei fast doppelt so vielen Läufen, wie Vettel. Daher stellt sich die Frage: Arbeitet man bei Aston Martin, und vor allem bei Vettel, in die falsche Richtung? Die seltenen Punkteresultate lassen auch Ralf Schumacher bei 'Sky' kritisch werden.

Sebastian Vettel unkonstant: Qualifying als Schwäche

"Er hatte Rennen mit dem Aston-Martin-Team, die waren gigantisch. Vor allem auf den Strecken, wo das fahrerische Können wichtig ist. Ich erinnere nur an Monaco oder auch Baku, wo er unheimlich stark war. Aber im Moment geht die Entwicklung nicht mehr in die richtige Richtung", so Ralf. Vettel widerspricht dem Formel-1-Experten von 'Sky' allerdings: "Ich fühle, dass wir uns verbessern können. Ich fühle mich inzwischen heimischer im Fahrzeug. Ich genieße es wirklich."

Ein gutes Rennergebnis steht und fällt für Vettel mit dem Qualifying, das er als "unsere Schwäche" bezeichnet. Der Vierfach-Champion erreichte in diesem Jahr nur bei sechs Gelegenheiten (Portimao, Monaco, Spielberg 2, Silverstone, Budapest und Spa) den dritten Qualifying-Abschnitt. In Bahrain und Zandvoort scheiterte er hingegen schon in Q1.

 

Aber wenn man von weit hinten startet, dann ist es im dicht gedrängten Mittelfeld der Formel 1 "viel schwieriger, aufzuholen", so Vettel. "Wenn du eine ähnliche Pace hast, dann ist es im Rennen nicht einfach zu überholen." Deshalb wünscht sich Vettel, "ein bisschen mehr Pace zu haben, um ein wenig konkurrenzfähiger zu sein, um einfacher gegen die AlphaTauris und Alpines kämpfen zu können und die Situation da ein wenig besser kontrollieren zu können."

Optimismus vor Türkei-GP

Doch Vettel bleibt zuversichtlich: "Wir haben noch ein paar Rennen vor uns und ich fühle, dass noch gute Dinge passieren werden." Auf die Frage, ob diese guten Dinge schon in Istanbul passieren können, antwortet er: "Die können an jedem Wochenende passieren!"

Vettel sieht die Chance auf einen Husarenritt à la Baku allerdings als relativ gering an: "Wir können keine Wunder erwarten, denn diese Strecke ist kein Stadtkurs wie Monaco oder Baku, wo man einen Unterschied machen kann. Es ist eine normale Strecke, jeder wird sich zurechtfinden."

"Wir werden sehen, was wir machen können. Aber wir sollten aufgeschlossen sein. Wenn der Regen kommt, dann ist das für uns eine Chance." Und dann könnte tatsächlich wieder die Stunde des Sebastian Vettel schlagen. Zur Erinnerung: Im chaotischen Türkei-GP des Jahres 2020 erreichte er auf nasser Strecke seinen einzigen Podestplatz des Jahres.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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