"Sehr, sehr frustrierend": Pierre Gasly trauert Katar-Chance nach

Warum bei AlphaTauri im Katar-Grand-Prix der Formel 1 2021 praktisch gar nichts lief und wie Pierre Gasly die Leistung von P5-Konkurrenz Alpine einordnet

"Sehr, sehr frustrierend": Pierre Gasly trauert Katar-Chance nach

"Unsere Pace war schockierend", sagt Pierre Gasly nach dem Katar-Grand-Prix 2021 in Losail. Denn eigentlich hatte sich AlphaTauri ausgehend von den Plätzen zwei und acht in der Startaufstellung einiges ausgerechnet. Im Rennen aber fielen die Fahrzeuge von Gasly und Yuki Tsunoda schon früh zurück. Am Ende verfehlten beide die Punkteränge. Und Hauptkonkurrenz Alpine erzielte sein zweitbestes Ergebnis in diesem Jahr.

Das alles sei "sehr, sehr frustrierend", meint Gasly. "Und im Moment haben wir eigentlich keine Antwort darauf." Man wisse nur: "Die Pace war nie da. Ich habe maximal gepusht, aber wir waren selbst auf frischeren Reifen meilenweit weg von Fernando auf gebrauchten Reifen. Ich kann bisher nicht verstehen, wie man im Rennen so langsam sein kann."

Auch Teamkollege Tsunoda rätselt: "Unser Tempo war das gesamte Wochenende über gut gewesen, aber im Rennen sind wir abgefallen. Das hatten wir wirklich nicht erwartet."

Vorgezogene Boxenstopps bei beiden Fahrern

Und die Probleme hatten sich schon früh im Grand Prix bemerkbar gemacht: Gasly gelang es nicht, mit Alonso vor ihm mitzuhalten. "Das hatten wir anfangs noch versucht, entschieden uns dann aber zu einer aggressiveren Zweistopp-Strategie", erklärt er.

Laut Jody Egginton, dem Technischen Direktor von AlphaTauri, geschah dieser Schritt aber nicht ganz freiwillig: "Wir mussten den ersten Stopp vorziehen, weil die Vorderreifen bei Pierre in die Knie gegangen waren und er dem Auto vor ihm nicht folgen konnte." Gasly stoppte daher schon in Runde 13 erstmals.

Bereits in Runde sieben war Tsunoda ebenfalls außerplanmäßig zum ersten Reifenwechsel abgebogen, aber aus anderen Gründen: Ein Abreißvisier hatte sich im Heckflügel verfangen. "Dadurch hat er Abtrieb und Balance verloren", sagt Egginton. Man habe keine andere Wahl gehabt als den Stopp eher einzulegen als geplant. "Und das hat auch ihn weiter zurückgeworfen." Nämlich ans Ende des Feldes.

Die Vorderreifen spielten nicht mit

Damit lagen die beiden AT02-Autos zwischenzeitlich auf den Positionen 17 und 19 und weit weg von den Rängen, die man sich vor dem Rennen eigentlich vorgestellt hatte. Doch es blieb dabei: Gasly und Tsunoda kamen nicht auf Touren. "Die Rundenzeiten waren einfach nicht da", meint Gasly.

"Wir haben die Vorderreifen leicht überhitzt und sind ins Rutschen gekommen. Über eine Runde geht das noch, aber über die Distanz war es schwierig, selbst auf frischen Reifen. Wir waren einfach zu langsam."

Auch Egginton muss festhalten: "Uns fehlte die Pace, um [das Handicap der frühen Stopps] wettzumachen." Gasly beschloss das Rennen schließlich auf P11, Tsunoda belegte P13.

Eine Folge des Qualifying-Zwischenfalls von Gasly?

Ob die Formschwäche etwas mit dem Qualifying-Zwischenfall von Gasly zu tun hatte? Gasly selbst stellt diese Theorie auf und verweist auf seinen Ausritt samt Schaden in Q3: "Danach hatten wir den Frontflügel und den Unterboden ausgetauscht. Keine Ahnung, ob das einen Einfluss [auf die Autoleistung] hatte. Ich weiß es nicht. Das müssen wir uns anschauen."

Und das Rätselraten geht weiter. "In den vergangenen Wochen", sagt Gasly, "haben wir ja ein paar Wunder vollbracht. Das schafft man natürlich nicht jedes Mal. Aber: Ich verstehe auch nicht, wie beide Autos mit guter Pace in die Top 10 fahren im Qualifying und dann im Rennen nur zurückfallen. Besonders frustrierend ist das, wenn man sieht, wo Alpine angekommen ist."

Alpine setzt sich ab von AlphaTauri

Fernando Alonso fuhr erstmals seit seinem Formel-1-Comeback unter die Top 3, Esteban Ocon rundete das Alpine-Ergebnis als Fünfter ab. Und schon liegen 25 Punkte zwischen Alpine und AlphaTauri in der Konstrukteurswertung, wo vor Katar Gleichstand geherrscht hatte.

Yuki Tsunoda, Nicholas Latifi

Statt mit Alpine balgte sich AlphaTauri in Katar im Rennen mit Williams ...

Foto: Motorsport Images

"Da muss man dann ehrlich zu sich selbst sein: Sie waren besser, deutlich besser als wir", sagt Gasly. "Da kann man nur gratulieren. Sie haben uns in mehrerlei Hinsicht überrascht in Katar. Ihr Tempo im Qualifying war schon beeindruckend gewesen, die Rennpace dann ebenso. Und jetzt Fernando auf dem Podium: Einfach unglaublich! Keine Ahnung, was sie gefunden haben, aber es war gigantisch."

Die Alpine-Leistung sei umso höher einzustufen, meint Gasly, weil das Team im Rennen sogar vor McLaren und Ferrari geblieben sei. "Und das ist dieses Jahr nicht oft vorgekommen."

Durchhalteparolen für die zwei ausstehenden Rennen

Unterm Strich, sagt Egginton, habe Alpine eben das geschafft, was AlphaTauri nicht hingekriegt habe: "Sie haben die Soft-Reifen zum Arbeiten gebracht. Das hat in einem so engen Duell den Unterschied gemacht."

Und damit liegt der Vorteil im Kampf um P5 in der Konstrukteurswertung zwei Rennen vor Schluss ganz deutlich bei Alpine. Deshalb werde laut Tsunoda ein "großes Comeback" von AlphaTauri fällig, wenn das Team Alpine den Rang noch ablaufen wolle.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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