Seidl relativiert Vettel-Kritik an Masi: "Müssen rational bleiben"

McLaren-Teamchef Andreas Seidl hat Rennleiter Michael Masi gegen Kritik in Schutz genommen - Lando Norris' Unfall könne unter solchen Bedingungen passieren

Seidl relativiert Vettel-Kritik an Masi: "Müssen rational bleiben"

Nach dem schweren Unfall von Lando Norris im Formel-1-Qualifying von Spa-Francorchamps hat McLaren-Teamchef Andreas Seidl davor gewarnt, Rennleiter Michael Masi die Verantwortung für den Abflug zuzuschieben.

Vor allem Sebastian Vettel hatte unmittelbar vor Norris' Unfall zu Beginn von Q3 eine Unterbrechung der Qualifikation gefordert, weil die Strecke schlicht zu nass gewesen sei. Als der Heppenheimer kurz darauf per Funk die Mitteilung bekam, dass Norris verunfallt war, platzte ihm der Kragen.

"Was zur Hölle habe ich gerade gesagt? Was habe ich gesagt? Rote Flagge!", polterte Vettel und bezeichnete den Unfall als "völlig unnötig". Viel früher hätte man unterbrechen müssen, wodurch es gar nicht erst zum Unfall von Norris gekommen wäre. Vettel hielt sogar kurz an, als er an der Unfallstelle vorbeikam, um sich nach dem Zustand des 21-Jährigen zu erkundigen.

Seidl: Falsch, auf jemanden zu zeigen

Doch Seidl gibt Masi keine Schuld. "Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass man nach einem so emotionalen Qualifying, wie wir es hatten, rational bleibt", sagt Seidl. Norris hatte zuvor in Q1 und Q2 mit erstaunlichen Zeiten für Aufsehen gesorgt und galt als Kandidat für die Poleposition. Stattdessen startet er nach einem Getriebewechsel von Platz 15.

"Wir und Lando haben nach den ersten Sessions eine großartige Gelegenheit gesehen aufgrund der Pace, die wir hatten. Daher ist es normal und das erwarten wir auch von Lando, dass er das versucht. Wir müssen akzeptieren, dass es bei solch schwierigen Bedingungen auch schiefgehen kann", sagt Seidl.

Der Bayer schiebt nach: "Es wäre daher falsch, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Wir haben das Auto verloren. Wir müssen es vergessen, weitermachen und in die Punkte fahren." Norris wurde nach einem Check im Krankenhaus für rennfit erklärt. "Wir wissen, dass Lando hier in Topform ist, dass wir ein starkes Auto und ein starkes Team haben. Hoffentlich können wir in die Punkte fahren", sagt Seidl.

Ricciardo: Wollte erst einmal gute Nachrichten hören

Bange Minuten erlebte auch Norris' Teamkollege Daniel Ricciardo, der später auf Rang vier fuhr. "Nach dem Unfall wollte ich erst einmal versuchen, gute Nachrichten zu hören. Und das Team teilte mir schnell mit, dass er sich per Funk gemeldet hatte, dass er glaubt, dass es ihm gut geht, was viele von uns beruhigte", erklärt Ricciardo.

Aus Fahrersicht sei die Pause aufgrund der roten Flagge nicht einfach gewesen. "Es ist schwer, wie bei jeder roten Flagge, sei es wegen eines Unfalls oder einfach wegen der Bedingungen oder was auch immer, diese Pause zu haben, und auch das Ungewisse", so der Australier.

Man wisse als Fahrer einfach nicht, wie lange die Unterbrechung dauert. "Wann werden wir wieder rausgehen? Ich bin rausgesprungen, um schnell auf die Toilette zu gehen, aber dann war die Frage: Bleibe ich draußen oder setze ich mich wieder rein? Es ist einfach schwer zu wissen, worauf man seine Energie konzentrieren soll", schildert er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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