Red Bull: Mercedes war nur in einer Kurve schneller!

Max Verstappen hat nach seiner Strafe die bestmögliche Schadensbegrenzung betrieben und einen äußerst wichtigen Start hingelegt

Red Bull: Mercedes war nur in einer Kurve schneller!

Auch dank eines sensationellen Starts hat Max Verstappen beim Formel-1-Rennen in Katar Schadensbegrenzung betrieben. Der Niederländer fuhr hinter dem ungefährdeten Rennsieger Lewis Hamilton als Zweiter ins Ziel und behält damit vor den beiden finalen Saisonrennen einen Vorsprung von acht Punkten in der Gesamtwertung.

"Das war ein wichtiger Tag", weiß Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Denn jeder einzelne Punkt, den man auf Mercedes und Hamilton derzeit verliert, kann am Ende entscheidend sein. Umso größer war der Ärger, als man kurz vor dem Rennen erfuhr, dass Verstappen aufgrund eines Gelbvergehens fünf Startplätze verlieren würde. Statt Startplatz zwei hieß es plötzlich Startplatz sieben.

Lewis Hamilton war somit nicht mehr angreifbar und Red Bull musste befürchten, noch mehr Boden in der WM zu verlieren. Verstappen selbst hatte jedoch schon im Vorfeld mit der Strafe gerechnet: "Das war keine Überraschung. Ich wusste schon gestern Abend, dass ich nie Geschenke von ihnen bekomme, von daher war das schon okay", sagt er.

"Aber ich war sehr motiviert, wieder nach vorne zu kommen - und genau das haben wir getan", sagt der Niederländer weiter. Denn der Start war in Katar der Schlüssel für Verstappens zweiten Platz.

Innerhalb von vier Runden auf Platz zwei

Er schnappte sich nicht nur Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas, sondern ging in Kurve 1 auch noch an Carlos Sainz (Ferrari) und Lando Norris (McLaren) vorbei. "Die ersten Kurven waren sensationell", findet Teamchef Christian Horner.

"Das war ein sehr guter Start", meint auch Verstappen, der nicht wusste, was er auf der neuen Strecke und den vielen Leuten auf Softreifen um ihn herum erwarten kann. "Man kommt dann ohne große Erfahrung in Kurve 1, was passieren kann oder was möglich ist. Ich habe die richtige Linie gewählt und die anderen sind etwas weit rausgekommen. Das war sehr schön", schildert er.

 

"Es hat Spaß gemacht, war aber auch hektisch, weil man etwas vorsichtig sein muss, um sich keinen Schaden einzufangen", so der Red-Bull-Pilot. Das wäre aber beinahe passiert, denn in Kurve 2 wurde er von Fernando Alonso (Alpine) kurz zum Ausweichen gezwungen. Den Spanier krallte er sich aber wenig später, genauso wie AlphaTauris Pierre Gasly.

Innerhalb von nur vier Runden war Verstappen schon wieder Zweiter und hatte zu dem Zeitpunkt etwas mehr als vier Sekunden Rückstand auf Lewis Hamilton. Doch er wusste relativ früh, dass der Sieg für ihn wohl nicht drin sein würde - zu stark schien der Mercedes.

Kleiner Schaden am Frontflügel

Hinzu kam noch ein kleiner Schaden am Frontflügel, den er sich in einer der ersten Runden auf einem der hohen Randsteine eingefangen hatte - Kurve 14 oder 15 vermutet Verstappen. "Ich habe beim Hinterherfahren einfach Untersteuern bekommen", lautet seine Erklärung. "Dann habe ich ein paar Funken gesehen."

Laut Teamchef Christian Horner soll die Endplatte des Flügels leicht beschädigt worden sein. "Das gibt dir etwas mehr Untersteuern", sagt Verstappen. Allerdings sei es kein so großer Schaden gewesen, dass er die Pace im Vergleich zu Hamilton in irgendeiner Weise groß beeinträchtigt hätte.

 

Verstappens Mission hieß zu dem Zeitpunkt einfach, so nah wie möglich an Hamilton dranzubleiben, damit dieser am Ende keinen Boxenstopp machen kann, um sich den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde zu sichern. Das machte hingegen Verstappen am Ende, sodass er sich noch einmal einen Zusatzpunkt holen konnte.

Der war auch wichtig, denn: Gewinnt Hamilton das Rennen in Saudi-Arabien mit schnellster Rennrunde, dann würden beide punktgleich zum Saisonfinale nach Abu Dhabi fahren, sollte Verstappen in Dschidda Zweiter werden. Und dann hätte Verstappen aufgrund der höheren Anzahl Siege die Nase vorn.

Horner: Mercedes nur in einer Kurve schneller

Das Momentum liegt aber derzeit klar bei Mercedes, die zweimal in Folge gewinnen konnten und zudem in den letzten beiden Rennen wieder auf den neuen Motor setzen wollen. Doch ganz so unterlegen, wie es die 25 Sekunden Rückstand suggerieren, sah sich Verstappen in Katar nicht.

"Durch den letzten Boxenstopp war der Abstand natürlich größer als er zuvor das ganze Rennen war. Generell waren es sieben oder acht Sekunden, das ist nicht allzu schlecht", meint er.

Auch Teamchef Horner macht sich Mut und betont, dass Verstappen auch vor seinem Boxenstopp schon die schnellste Runde hielt. Zudem sei Mercedes nur in einer Kurve schneller gewesen: Kurve 6.

"Da haben sie zwei Zehntel pro Runde geholt, und die Kurve ist ziemlich einfach. Also müssen wir verstehen, warum wir dort Zeit verloren haben", so der Brite. "Der Speed auf den Geraden war konkurrenzfähig."

Max Verstappen geht derweil mit dem Wissen nach Hause, dass er nach der Strafe das bestmögliche Ergebnis geholt hat. "Wir hatten an diesem Wochenende einfach nicht die Pace, um mitzuhalten", sagt er. "Das Wochenende war für uns nicht das beste, aber es gibt noch zwei Rennen und es kann noch viel passieren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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