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Sergio Perez: Brauche fünf Rennen, um Rhythmus zu finden

Vom Mittelfeldteam zum WM-Anwärter: Sergio Perez steht vor der Chance seines Lebens, nach den Testfahrten bittet er aber noch um Geduld

Sergio Perez: Brauche fünf Rennen, um Rhythmus zu finden

Für Sergio Perez begann bei den Formel-1-Testfahrten in Bahrain ein neues Abenteuer. An jenem Ort, an dem der Mexikaner vor etwas mehr als drei Monaten seinen bislang größten Erfolg der Karriere feiern durfte und sich in die Liste der Grand-Prix-Sieger einreihte, drehte er die ersten wichtigen Runden als Red-Bull-Fahrer.

Nach sieben Jahren bei Racing Point und dessen Vorgängerteam Force India bekommt der inzwischen 31-Jährige noch einmal die Chance, sich in einem absoluten Topteam zu beweisen. Sein Intermezzo bei McLaren im Jahr 2013 geriet mit WM-Rang elf zur Enttäuschung. Nun soll es besser laufen.

Viel Zeit, um sich an sein neues Arbeitsgerät zu gewöhnen, hatte Perez nicht. "Es war definitiv die kürzeste Saisonvorbereitung in meiner Karriere. Ich habe noch viel über das Auto zu lernen, um das Maximum aus ihm herauszuholen", sagt er nach Abschluss der drei Tage.

Perez: Muss jetzt geduldig sein

Insgesamt 166 Runden und damit fast drei Renndistanzen legte Perez zurück. Eine gute Basis, doch er weiß genau, wie viel Arbeit noch vor ihm liegt. "Ich muss jetzt einfach geduldig sein", sagt er. Wie lange er brauche, um sich im Auto komplett wohlzufühlen? "Fünf aussagekräftige Rennen, dann sollte es gut sein", blickt er voraus .

Bei Beobachtern hinterließ der neue RB16B einen starken Eindruck. Auf die Regeländerungen am Unterboden scheint Red Bull eine gute Antwort gefunden zu haben. "Ich denke, es hat eine gute Basis. Das Auto hat sich gut verhalten. Es gibt aber noch einiges zu lernen und zu verbessern in den kommenden Tagen", weiß Perez.

Der Vergleich mit dem Racing Point des Vorjahres sei dabei schwierig. "Sie sind in vielen Bereichen sehr unterschiedlich, auch die Fahrweise im Auto ist anders. Man muss sich an ein anderes Auto, an einen anderen Stil gewöhnen", erklärt Perez. Er spüre jedoch, dass der Red Bull "Potenzial in sich hat".

Perez lobt Verstappen: Macht keine Politik

2021 ist aufgrund der wenigen Testfahrten besonders kompliziert für Fahrer, die das Team gewechselt haben. Das bekommt auch Perez zu spüren, trotz seiner inzwischen langjährigen Erfahrung: "Das Team zu wechseln ist nicht ideal. In dieser Beziehung haben die Leute, die wechseln, einen Nachteil gegenüber denen, die einfach weitermachen oder Erfahrung bei ihrem Team haben. Aber das ist Teil des Spiels."

In Max Verstappen wartet auf Perez in diesem Jahr die wohl größte Herausforderung, die ein Teamkollege darstellen kann. Der Niederländer dominierte seine Stallgefährten in der Vergangenheit dermaßen deutlich, dass diese entweder zurück ins Schwesterteam AlphaTauri geschickt wurden (Pierre Gasly) oder die Formel 1 komplett verlassen mussten (Alexander Albon).

Der Mexikaner Perez schätzt an Verstappen vor allem den Fokus auf den Sport. "Du siehst einen Teamkollegen, der keine Politik machen will. Er ist nur hier, um so schnell wie möglich zu fahren", sagt Perez, wenngleich eine direkte Zusammenarbeit bei den Testfahrten kaum zustande kam: "Wenn er gefahren ist, war ich nicht da und umgekehrt."

Chance des Lebens für Perez

Nachdem Perez bei Racing Point, das ab 2021 als Aston Martin antritt, keinen neuen Vertrag mehr bekam, schien seine Formel-1-Karriere mindestens unterbrochen. Bei Red Bull profitierte der Rennspezialist, der in den vergangenen Jahren selten eine Chance auf das Podium verstreichen ließ, auch von mangelnden Alternativen im eigenen Nachwuchsprogramm des Teams.

Nun bekommt er die Chance seines Lebens. Im besten Fall kann er sogar um die WM kämpfen, zumal Mercedes zu schwächeln scheint. Doch Perez sieht die Weltmeister weiter als Favoriten. "Hoffentlich sind wir konkurrenzfähig und können sie unter Druck setzen. Ich denke, dass sie noch die Favoriten sind", glaubt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Fahrer Sergio Perez
Teams Red Bull
Urheber Chris Lugert