Siegchance verpasst? Oscar Piastri hadert mit Safety-Car-Pech
Oscar Piastri verpasst in Suzuka womöglich den Sieg durch ein ungünstiges Safety-Car - McLaren zeigt jedoch klar: Man ist wieder konkurrenzfähig
Hätte Oscar Piastri das Rennen in Japan gewinnen können?
Foto: LAT Images
Beim Großem Preis von Japan hat Oscar Piastri nicht nur einen starken zweiten Platz eingefahren - sondern womöglich auch einen möglichen Sieg verloren. Der McLaren-Pilot führte das Rennen zwischenzeitlich an und kontrollierte das Geschehen, ehe ein unglücklich getimtes Safety-Car die Karten neu mischte und letztlich Andrea Kimi Antonelli in die bessere Position brachte.
Dass Piastri am Ende "nur" Zweiter wurde, fühlt sich daher fast wie eine verpasste Chance an - auch wenn das Ergebnis für McLaren gleichzeitig ein großer Schritt nach vorne ist. Denn noch vor wenigen Wochen wäre ein solcher Ausgang kaum vorstellbar gewesen.
Piastri: "Ich hätte George hinter mir halten können"
Aus Sicht des Australiers bleibt vor allem eine offene Frage: Was wäre ohne das Safety-Car möglich gewesen? "Es wäre wirklich interessant gewesen zu sehen, was passiert wäre", erklärt Piastri nach dem Rennen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte er das Rennen unter Kontrolle. "Ich glaube, ich hätte George Russell hinter mir halten können", meint er. Tatsächlich konnte sich Piastri vor den Boxenstopps sogar leicht absetzen - ein klares Indiz dafür, dass McLaren an diesem Wochenende erstmals ernsthaft mit Mercedes mithalten konnte.
"Es ist schade, dass wir es nie herausfinden werden", so Piastri. Gleichzeitig zeigt seine Einschätzung, wie sehr sich das Kräfteverhältnis zumindest phasenweise verschoben hatte.
Antonelli im Glück: Safety-Car als Wendepunkt
Der entscheidende Moment kam mit dem Safety-Car nach dem Unfall von Oliver Bearman. Während Piastri bereits gestoppt hatte, konnte Antonelli die Neutralisation für einen günstigen Reifenwechsel nutzen - und übernahm dadurch effektiv die Kontrolle über das Rennen.
Ein klassisches Beispiel für strategisches Pech, das in der modernen Formel 1 oft über Sieg oder Niederlage entscheidet. "Ich hätte gerne gesehen, wie es ausgegangen wäre", so Piastri, der gleichzeitig aber auch realistisch bleibt. Denn klar ist auch: Sobald Antonelli freie Fahrt hatte, zeigte der Mercedes-Pilot eine beeindruckende Pace. "Als er freie Luft hatte, war er deutlich schneller", räumt Piastri ein.
McLaren überzeugt - trotz verpasstem Sieg
Unabhängig vom Ausgang überwiegt bei McLaren jedoch die Zufriedenheit. Teamchef Andrea Stella betont, dass man sich zumindest im Duell mit Russell auf Augenhöhe gesehen habe. "Oscar hatte den Vorteil, vorne zu sein - und es sah so aus, als könnte er George hinter sich halten", erklärt Stella.
Ob das auch gegen Antonelli gereicht hätte, bleibt dagegen offen. "Das ist schwer zu sagen", so der Italiener. Wichtiger sei ohnehin ein anderer Punkt: "Der Fortschritt aus dem Qualifying hat sich im Rennen bestätigt." Für McLaren ist das die entscheidende Erkenntnis - unabhängig von hypothetischen Szenarien.
Auch Zak Brown spricht offen von einer möglichen Sensation. "Vielleicht war der Sieg drin", sagt der McLaren-CEO. Angesichts der Erwartungen vor dem Wochenende sei das bemerkenswert.
Besonders beeindruckt zeigte er sich von Piastris Leistung. "Das war eines der besten Rennen, das ich von ihm gesehen habe", so Brown. Gleichzeitig hebt er hervor, dass das Team ohne größere Updates unterwegs war - ein Zeichen dafür, dass die Fortschritte vor allem aus besserem Verständnis des Pakets resultieren.
Dass man Ferrari schlagen konnte und Mercedes zumindest unter Druck setzte, wertet Brown als klaren Erfolg - auch wenn noch Arbeit vor dem Team liegt.
"Eines meiner besten Wochenenden"
Piastri selbst zieht ebenfalls ein positives Fazit. "Das war wahrscheinlich eines meiner besten Wochenenden in der Formel 1", erklärt er. Vom ersten Training an habe er sich wohlgefühlt und das Maximum aus dem Paket herausgeholt.
Besonders zufrieden ist er mit der Gesamtperformance: "Wir haben alles richtig gemacht - Start, Strategie, Pace." Auch im Umgang mit den neuen Anforderungen der Power-Unit und der Energienutzung sieht er Fortschritte. "Ich denke, wir haben jede Möglichkeit genutzt, die wir hatten", so Piastri.
Trotz aller positiven Aspekte bleibt McLaren realistisch. "Wir müssen noch Performance finden", betont Piastri. Doch gleichzeitig macht er deutlich: "Wenn wir alles perfekt hinbekommen, können wir anderen Teams Probleme bereiten." Genau das gelang in Suzuka - zumindest phasenweise.
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