"Skeptisch": Alain Prost glaubt noch nicht an ausgeglichene Formel 1 ab 2022

Endet die Dominanz der großen Formel-1-Teams ab der Saison 2022? Alain Prost zweifelt noch daran, dass die neuen Regeln wirklich dafür sorgen werden

"Skeptisch": Alain Prost glaubt noch nicht an ausgeglichene Formel 1 ab 2022

Die neuen Formel-1-Regeln ab der Saison 2022 sollen dafür sorgen, dass es in der Königsklasse deutlich enger als aktuell zugeht. Auch kleinere Rennställe sollen ab dem kommenden Jahr öfter die Chance haben, Rennen zu gewinnen. Alain Prost begrüßt diese Idee zwar, ist aktuell aber noch nicht komplett überzeugt.

"Ich bin immer skeptisch, weil ich die Dinge gerne selbst sehen möchte", erklärt der viermalige Weltmeister und heutige Alpine-Berater gegenüber 'Le Figaro'. Er räumt im Hinblick auf ein engeres Feld ab 2022 jedoch ein: "Mit weniger Zeit, an den Autos zu arbeiten, und strikteren Regeln kann das der Fall sein, ja."

Hintergrund: 2020 gab es einen Entwicklungsstopp, erst seit Januar darf wieder an den neuen Boliden für 2022 gearbeitet werden. Diese werden zudem einem deutlich restriktiveren Reglement unterliegen. "Wir wissen allerdings nicht, ob diese Regeln etwas Neues zulassen werden", erklärt Prost.

"Ich denke, sie sind so strikt, dass es schwer werden wird, besondere Innovationen zu entdecken - so wie in den 80ern oder 90ern", so der Franzose, der zudem erklärt: "Ich denke nicht, dass sich die Hierarchie komplett ändern wird. Aber die Performance zwischen den Teams könnte enger werden."

Mit anderen Worten: Er erwartet, dass die großen Teams auch im kommenden Jahr weiter vorne sein werden. Allerdings könnte der Vorsprung auf die anderen Rennställe zumindest kleiner werden. Ein "wichtiger" Schritt sei in diesem Zusammenhang auch die neue Budgetobergrenze, die 2021 erstmals greift.

"Teams, die doppelt so viel ausgeben wie wir, können mehr Mitarbeiter einstellen und mehr Entwicklungsarbeit leisten", erklärt der Alpine-Berater. Zwar sei Geld nicht der einzige Grund dafür, dass gewisse Teams vorne seien. Geld vergrößere den Unterschied zwischen ihnen und dem Rest des Feld allerdings zusätzlich.

"In meiner Zeit hat Einfallsreichtum den Unterschied gemacht. Die Finanzen waren weniger wichtig", blickt der viermalige Weltmeister zurück und erklärt: "Mit dem Einstieg der Hersteller und der großen Sponsoren haben sich große Teams aufgebaut, die nun schwer wieder [von der Spitze] zu verdrängen sind."

"Die Budgetobergrenze ist essenziell, um alle auf ein Level zu bringen. Der zweite Schritt wird es sein, auch die Gehälter der Fahrer zu inkludieren", so Prost. Maximal 145 Millionen US-Dollar dürfen die Formel-1-Teams in diesem Jahr noch ausgeben. Es gibt allerdings zahlreiche Ausnahmen, darunter auch die Fahrergehälter.

Eine Obergrenze für das Salär der Piloten ist für die Zukunft im Gespräch.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Ruben Zimmermann