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Trainingsbericht

So lief das erste Formel-1-Training in Madrid: Russell Schnellster vor Antonelli

Wie das erste Freie Training zum Grand Prix von Spanien auf dem neuen Madring verlaufen ist und was Experte Alexander Wurz dazu zu sagen hat

So lief das erste Formel-1-Training in Madrid: Russell Schnellster vor Antonelli

George Russell sicherte sich die Bestzeit im ersten Freien Training in Madrid

Foto: LAT Images

Das erste Freie Training zum Grand Prix von Spanien ist vorbei, und der brandneue Madring hat seine Feuertaufe bestanden. Nach einem spektakulären Feuerunfall im ersten Training der Formel 2 verlief die erste Session der Königsklasse Formel 1 ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Bestzeit sicherte sich George Russell (Mercedes) in 1:34.077 Minuten.

Russell verwies seinen Teamkollegen Kimi Antonelli (+0,286), Lewis Hamilton (+0,543) und Charles Leclerc (beide Ferrari/+0,606) auf die Plätze 2 bis 4. Große Crashs gab es keine, kleinere Ausritte auf dem anfangs noch staubigen Asphalt aber unter anderem von Antonelli und Leclerc. Beide konnten einen Einschlag in die Streckenbegrenzung jedoch abfangen.

Max Verstappen (Red Bull) belegte mit 0,626 Sekunden Rückstand Platz 5, gefolgt von Lando Norris (McLaren), Arvid Lindblad (Red Bull) und Oscar Piastri (McLaren). Sieben Fahrer lagen am Ende innerhalb einer Sekunde. Das gesamte Feld war um knapp fünf Sekunden auseinandergezogen.

Irgendwo mittendrin fuhr Nico Hülkenberg (Audi), der einzige Deutsche im Starterfeld der Formel 1, auf Platz 9. Yuki Tsunoda (Racing Bulls) wurde mit Problemen im Bereich der Servolenkung 18.

Der heikelste Zwischenfall der Session ereignete sich, als Lindblad auf einer schnellen Runde in der Steilkurve La Monumental auf die langsam fahrenden Autos von Antonelli im Mercedes und Hamilton im Ferrari auflief. "Schon wieder die beiden Typen, Mann!", schimpfte der Rookie am Boxenfunk. "Ich weiß nicht, was die da machen. Die sind einfach bescheuert, mitten in der schnellen Kurve! Das ist wirklich sehr gefährlich. Das ist jetzt schon zum zweiten Mal passiert."

Hamilton war anschließend in weitere Behinderungen verwickelt, unter denen sein Teamkollege Leclerc und Hülkenberg zu leiden hatten. Auch Carlos Sainz (17./Williams/+2,793) beschwerte sich darüber, auf welche Weise ihn der siebenmalige Weltmeister in La Monumental vorbeigelassen hatte.

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Zeichnet sich schon ein Kräfteverhältnis ab?

Dafür ist es zu früh, zumindest nach Meinung von Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies. Der sagt im Interview mit Sky: "Im Moment sieht es so aus, als würden wir vorne die üblichen Verdächtigen sehen, mit Mercedes und Ferrari. Aber es ist natürlich noch sehr früh an diesem Wochenende."

Etwas klarer zeichnet sich hingegen ab, was der Fokus der Ingenieure an diesem Wochenende sein wird: "Ich denke, die Reifen stehen ganz oben auf der Liste. Es ist wirklich knifflig", erklärt Mekies. "Sie überhitzen im Verlauf einer Runde sehr schnell, und gleichzeitig achten alle auf Graining. Man bewegt sich also ständig zwischen diesen beiden Problemen."

Übrigens: Red Bull setzt auch an diesem Wochenende wieder Liam Lawson im zweiten Auto an Verstappens Seite ein. Isack Hadjar ist zwar in Madrid, kann aber wegen seiner Handgelenksverletzung noch nicht fahren. "Die Entscheidung war einfach", sagt Mekies und begründet: "Isack hatte nicht das Gefühl, bei 100 Prozent zu sein."

"Wir haben immer gesagt, dass für uns Priorität hat, dass er zu 100 Prozent zurückkommt. Es ergibt keinen Sinn, ihn auf eine Strecke wie diese zu schicken, wenn er sich nicht gut fühlt, und dadurch möglicherweise seine vollständige Genesung zu verzögern. Das war die Grundlage unserer Einschätzung. Bis Baku haben wir etwas mehr Zeit."

Bei Hadjars Genesung gebe es "überhaupt kein Problem. Sie verläuft nach Plan. Manche Dinge brauchen einfach Zeit, und diese Zeit werden wir uns nehmen, um ihn vorher zu beurteilen. Aber wir müssen ihn dafür auch in den Simulator setzen", sagt Mekies.

Wie kommt der neue Madring an?

Als um punkt 13:30 Uhr die ersten Fahrbilder aus Madrid via Live-TV in die deutschen Wohnzimmer übertragen wurden, sahen viele Fans die Strecke zum ersten Mal. Ein Aha-Effekt wie 2008, als erstmals ein Nacht-Grand-Prix in Singapur gefahren wurde, blieb aus. Dennoch meinte zum Beispiel ORF-Kommentator Ernst Hausleitner augenzwinkernd: "Ich hätte es mir hässlicher vorgestellt."

Hausleitners Co als Experte, Alexander Wurz, schilderte dann seine ersten Eindrücke so: "Von Kurve 5 bis Kurve 17 ist der Streckenverlauf in manchen Passagen sehr schön. Aufgrund des Rauf- und Runterfahrens, und wegen dieser Steilwandkurve. Richtig lässig. Das hat so ein bisschen einen Touch von Oldschool - auf modern übersetzt. Das ist cool, das ist gut, der erste Teil der Strecke."

Aber Wurz spricht auch Kritik aus: "Der letzte Teil der Strecke ist dann eher ein bisschen 90-Grad-langweilig", sagt er etwa, und: "Wenn ich mir diesen Betonkanal anschaue, dann würde ich irgendwann einmal nicht mehr wissen, auf welchem Stadtkurs bin ich. Bin ich jetzt in Australien, bin ich in Valencia, bin ich hier in Madrid, wo bin ich? Oder in Dschidda? Die schauen immer alle gleich aus. Das heißt, ich repräsentiere meine Host-City nicht so cool. Da könnte man einiges machen."

Wurz, selbst als Rennstreckendesigner tätig, erklärt außerdem, dass ihm das Grundkonzept des Madrings gefällt: "Wir sind in einer globalen Metropole, die Formel 1 zieht an, das ist cool. Als Rennstreckendesigner finde ich auch die Herausforderung, Messegelände, Rennstrecke, Fußballstadion, was auch immer es ist, zu vereinen, spannend. Das ist die Zukunft. Da kann man viele multifunktionale Nutzungen erreichen."

Ob das Racing an sich spannend wird, ist in seinen Augen aber mit einem Fragezeichen versehen, denn: "Diese Rennstrecke ist keine energiehungrige, sondern sie ist eine energiegesättigte Strecke. Das heißt, es kommt nicht zum Jo-Jo-Racing. Man hat genügend Kurven und Bremsdistanz, um Energie aufzuladen. Dementsprechend wird es auch wenige energieunterstützte Überholmanöver geben."

"Man muss wie in Zandvoort irgendwie auf natürliche Weise vorbeikommen. Dazu sind die Geraden alle relativ kurz. Die einzige Passage 4-5, wo man sagt, dort hätte man Topspeed 340 - aber da bremst man ganz lang ums Eck. Also ist es einfach zu verteidigen. Aber werden wir sehen, was der Rennsonntag bringt. So ganz vorhersagen kann man es dann doch nicht", meint Wurz.

Zeitplan Formel 1 Madrid: Wie geht's weiter?

Madrid ist das letzte Rennwochenende der Formel-1-WM 2026 auf europäischem Boden. Weiter geht es danach mit Station Nummer 15 der laufenden Saison, auf dem Stadtkurs in Baku (Aserbaidschan). Die beiden letzten Saisonrennen in Katar und Abi Dhabi stehen offiziell noch im Formel-1-Kalender 2026, wackeln aber wegen der militärischen Situation im Nahen Osten.

Beim Grand Prix von Spanien geht es am Freitagnachmittag mit dem zweiten Freien Training weiter (ab 17:00 Uhr MESZ). Die erste sportliche Entscheidung fällt im Qualifying am Samstag, das um 16:00 Uhr MESZ beginnt. Start zum Rennen in Madrid am Sonntag ist um 15:00 Uhr MESZ.

Im TV wird das Rennwochenende auf Sky (Deutschland), ORF (Österreich) und im SRF (Schweiz) live übertragen (Hier geht's zur kompletten TV-Übersicht zur Formel 1 in Madrid!).

Die gewohnten Formel-1-Livestreams können Fans am Samstag- und Sonntagabend auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de verfolgen. Mit einer Zusammenfassung des Geschehens und Analysen weit über das Ende der TV-Übertragungen hinaus. Host Kevin Scheuren präsentiert die Streams wieder in der Stammbesetzung mit Chefredakteur Christian Nimmervoll als Experte.

Die provisorische Startzeit der Livestreams am Samstag und Sonntag ist auf 21:00 Uhr MESZ angesetzt.

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