Sogar Antonelli gibt zu: Warum George Russell der stärkere Mercedes-Pilot ist
Kimi Antonelli hat Teamkollege George Russell in China geschlagen und einen Sieg gefeiert - doch der Italiener zeigt im direkten Mercedes-Vergleich noch Schwächen
George Russell zeigt Kimi Antonelli aktuell noch, wo es langgeht
Foto: Formel 1
Für alle Kritiker von Mercedes-Youngster Kimi Antonelli steht fest: Der 19-jährige Italiener hat den Großen Preis von China gewonnen, weil Teamkollege George Russell im Qualifying mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und sich im Rennen vor allem auf die beiden Ferrari-Piloten konzentrieren musste.
Eigentlich ist der Brite aber der bessere Mercedes-Pilot, oder? Eine Vermutung, die sogar Andrea Kimi Antonelli selbst nicht vollständig von der Hand weist. "Ich bin zufrieden mit dem W17. Es gibt aber noch Verbesserungspotenzial, um ihn besser in den Griff zu bekommen", gibt der 19-jährige Italiener nach seinem Formel-1-Debütsieg offen zu.
Was der erfahrenerer Teamkollege aktuell noch besser macht als Antonelli? "George findet beim Batteriemanagement etwas schneller die richtige Balance als ich, weil ich noch instinktiv handle, und gerade bei diesen Motoren kann man sich das nicht leisten", räumt der Mercedes-Younster ein.
Kimi Antonelli fehlt die Formel-1-Erfahrung
"Deshalb hatte ich im Vergleich zu George manchmal etwas Mühe. Aber das Auto fühlt sich gut an." Sein Debütsieg in China soll daher keine einmalige Sensation bleiben, sondern der Auftakt zu einer erfolgreichen Saison sein. "Diese Tage helfen einem, sich seiner Fähigkeiten und seines Potenzials bewusster zu werden."
"Sie geben einem mehr Selbstvertrauen", betont Antonelli, der zugleich realistisch bleibt: "George zu schlagen ist sehr schwierig. Es wird viel Arbeit erfordern, um eine Chance zu bekommen, aber ich denke, der erste Sieg wird in gewisser Weise den Druck nehmen."
Dennoch gilt Russell weiterhin als Favorit auf den diesjährigen WM-Titel - und das nicht ohne Grund. "Ein weiterer Bereich, in dem ich noch viel lernen muss? Erfahrung", weiß Antonelli, der gerade einmal seine zweite Saison in der Königsklasse begonnen hat.
Kimi Antonelli macht aktuell zu viele Fehler
Sein britischer Teamkollege ist hingegen schon in seiner achten Saison unterwegs, was ihm einen klaren Vorteil verschafft. "Es bedeutet, im entscheidenden Moment alles zusammenzubringen und Fehler so gut wie möglich zu minimieren", betont Antonelli.
Der 19-Jährige blieb an den ersten beiden Rennwochenenden nicht fehlerfrei: Auf einen heftigen Unfall im dritten Australien-Training folgte ein Patzer im Qualifying, und auch im China-Sprint erlaubte sich der Mercedes-Pilot einen kostspieligen Fehler nach dem Start. Diese Kleinigkeiten könnten am Ende teuer werden.
"Erfahrung spielt eine entscheidende Rolle, denn sie ermöglicht es einem, die Situation unter allen Bedingungen zu kontrollieren: Selbst wenn man in Schwierigkeiten steckt, findet man schnell einen Ausweg", ergänzt der Italiener, der sich in der Schlussphase des China-Grand-Prix auch noch einen heftigen Verbremser leistete.
"Aber ich will meine Chancen optimal nutzen", betont Antonelli selbstsicher. "Ich habe Anfang des Jahres gesagt, dass ich versuchen werde, so gut wie möglich vorbereitet zu sein, denn das ist eine Chance, die sich nicht oft bietet."
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