Souveräner Sieg mit Makel: Mercedes schwitzte schon vor dem Start

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Souveräner Sieg mit Makel: Mercedes schwitzte schon vor dem Start
Autor: Norman Fischer
Co-Autor: Jonathan Noble
25.11.2018, 19:31

Der Sieg von Lewis Hamilton in Abu Dhabi sah ziemlich souverän aus, doch schon vor dem Start brach Hektik bei Mercedes aus - Gelungener Abschluss für 2018

Für Lewis Hamilton war der Saisonabschluss wie gemalt. Weltmeister war er schon, das Team ebenfalls, und in Abu Dhabi konnte er das letzte Rennen noch einmal genießen. Scheinbar kontrolliert fuhr der Brite auf dem Yas Marina Circuit zu seinem elften Saisonsieg und stellte damit einen neuen Punkterekord in der Formel 1 auf. "Es ist schön, so zu gewinnen", strahlt auch Motorsportchef Toto Wolff nach dem Finale.

Die Silberpfeile haben sich damit bestmöglich in die Winterpause verabschiedet und so noch einmal Selbstvertrauen vor der neuen Herausforderung 2019 getankt. Doch wie so oft, wenn Mercedes in den vergangenen Jahren gewonnen hat, war es hinter der Boxenmauer gar nicht so leicht, wie es aussah. Denn schon vor dem Start brach etwas Hektik aus und es wurde am Boliden des Weltmeisters gearbeitet.

Gab es etwa ein Problem an Hamiltons Auto? Das wäre nicht auszuschließen, denn bekanntlich fuhr man mit dem Motor aus Brasilien, der schon beim Rennen zuvor kurz vor dem Kollaps stand. Doch Entwarnung: Laut Mercedes soll es nur ein Problem mit der Datenaufzeichnung gegeben haben. "Ich habe mich nur bei Simon [Cole; Leitender Streckeningenieur] erkundigt, ob alle Systeme funktionieren", so Wolff. "Und Simon meinte: 'Ja, die funktionieren.'"

Hamilton mit Zweifeln nach frühem Boxenstopp

Somit konnte Mercedes doch ohne Probleme in den Grand Prix starten. Die entscheidende Szene folgte dann schon in Runde sieben, als Mercedes Hamilton zum einzigen Reifenwechsel an die Box holte. Die Silberpfeile reagierten auf das Virtuelle Safety-Car und wechselten von Ultrasoft auf den Supersoft-Reifen - die härteste Mischung am Wochenende. Doch damit sollte Hamilton nun fast 50 Runden auskommen.

Zudem fiel er hinter einige Konkurrenten zurück, was ihm gar nicht schmeckte. Er hinterfragte die Strategie: "Meine Ingenieure haben heute immer davon gesprochen, superfrüh zu stoppen. Sie sind hinter der Boxenmauer viel zu gelassen. Und ich habe gemeint: 'Ich muss hier lange fahren, und es fühlt sich gerade nicht gut an!'", erinnert er sich.

Doch bei Mercedes war man sich sicher, dass die Strategie die richtige sein würde: "Wir wussten, dass der Supersoft bis zum Ende halten würde. Der hätte auch eine komplette Renndistanz geschafft", betont Wolff. "Also wollten wir uns gegen einen Undercut schützen, oder gegen ein Safety-Car später im Rennen. Das war die sichere Strategie."

Wie Hamilton über die Distanz kam

Bei Hamilton klingeln jedoch immer die Alarmglocken, wenn er hört, dass Reifen ein ganzes Rennen halten sollen. Doch mit seiner Fahrweise konnte er die Vorgaben des Teams umsetzen und die Reifen managen. "Auf dem zweiten Reifensatz hat das Auto übersteuert, also musste ich versuchen, ein untersteuerndes Auto zu bekommen", sagt Hamilton. Die Balance veränderte er, indem er die Vorderreifen etwas stärker verschleißen ließ, wie er erzählt. "Aber als am Ende der Wind kam, wurde es dadurch etwas schwieriger."

Trotzdem behielt der Reifen seine Standfestigkeit und die Mercedes-Strategen damit Recht. "Wieder einmal waren sie kalkuliert und korrekt, und darum müssen wir so viel Vertrauen in sie legen", lobt Hamilton. Und Toto Wolff glaubt, dass sowohl die Strategie als auch Hamiltons Speed den Sieg in Abu Dhabi geholt haben. "Lewis hatte das Tempo. Das konnte man am Ende sehen, als Vettel näher kam. Da konnte er sein Tempo immer genau so anpassen, wie es gerade notwendig war", so der Österreicher.

Und so konnten die Silberpfeile den Abschluss einfahren, den man sich erhofft hatte - übrigens mit den Löchern in den Distanzscheiben der Felgen, die man auch 2019 verwenden möchte. "Das Wochenende war für uns eines zum Genießen", strahlt Wolff.

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