Steiner: Haas ist nach Unfällen von Dschidda mit Ersatzteilen am Limit

Haas-Teamchef Günther Steiner gibt zu, dass seine Mannschaft nach den schweren Unfällen in Saudi-Arabien bei den Ersatzteilen nur noch wenig Spielraum hat

Steiner: Haas ist nach Unfällen von Dschidda mit Ersatzteilen am Limit

Für Haas endete die Formel-1-Premiere in Saudi-Arabien mit einem Doppelausfall. Er krachte Mick Schumacher in die Bande. Dann fuhr Nikita Masepin George Russell ins Heck, als dieser versuchte, Sergio Perez auszuweichen. Das Ergebnis: zwei völlig zerstörte Autos, die Haas in Bedrängnis bringen könnten.

Laut Haas-Teamchef Günther Steiner verfügt das Team zwar über genügend Ersatzteile, um das letzte Rennwochenende der Saison in Abu Dhabi in Angriff zu nehmen, kann sich aber keinen weiteren schweren Unfall leisten.

"Es ist besser, dass der Schaden jetzt entstanden ist als vor fünf Rennen", sagt Steiner. "Wir haben noch ein Rennen vor uns. Wir haben genug Ersatzteile, um die Autos wieder aufzubauen, aber wir haben nicht genug Ersatzteile, wenn wir in Abu Dhabi einen Unfall haben." Bis zum Rennen sollte also besser kein Unfall passieren.

Steiner: Chassis bei Schumacher ok, bei Masepin nicht

"Es gibt nicht viel Spielraum, denn wir haben nicht erwartet, dass wir beim vorletzten Rennen zwei Autos zerstören. Es ist nie gut, so etwas zu tun", weiß der Formel-1-Teamchef.

Auf die Frage nach dem Ausmaß des Schadens verrät Steiner: "Bei Mick wurden das Getriebe, der Unterboden und der Seitenkasten zerstört. Sein Chassis ist in Ordnung, aber Nikitas Chassis ist nicht mehr zu retten. Wieder beißt einer ins Gras."

Mazepins Chassis kann also nicht repariert werden, sodass bei ihm am nächsten Wochenende beim Grand Prix von Abu Dhabi das Ersatzchassis zum Einsatz kommen wird. Der Russe musste bereits beim Grand Prix von Katar das Chassis wechseln, nachdem er beim Überfahren eines Randsteins einen Schaden erlitten hatte.

Haas verbraucht alle Ersatzteile, die vorhanden sind

Diesmal war die Kollision mit Russell schuld. "Der Schaden entstand durch die Räder. Sie schlugen in die Seiten wie eine Trommel. Auch die komplette Vorderradaufhängung ging kaputt. Der hintere Teil des Autos wurde nicht allzu schlimm beschädigt, aber die Front ist komplett zerstört", erklärt Steiner die Folgen des Crashs.

"Wie ich schon sagte, haben wir ein gutes Ersatzteillager. Wir haben vorausgeplant. Es geht uns nicht aus, aber wir verbrauchen alles, was wir haben. Wenn wir in Abu Dhabi im ersten Freien Training einen Unfall haben, wird es eng, denn wir haben noch zwei Tage vor uns. Aber ansonsten sehen wir gut aus."

Angesprochen auf die Gefahren der Strecke, die im Rennen zwei Rotphasen und mehrere Safety-Cars produzierte, sagt Steiner: "Ich habe gelesen, dass sich viele Fahrer beschwert haben. Ich selbst fahre hier nicht mit 300 km/h in eine blinde Kurve. Es ist also eher an ihnen, zu erklären, warum sie denken, dass es nicht fantastisch ist."

Masepin dankbar für Verbesserungen in der Sicherheit

"Wir wissen, wo die Mauern sind, aber die andere Sache ist, wenn man Trümmer auf der Strecke sieht, braucht man drei Runden, um sie zu beseitigen, weil man nicht rankommt. Wir hatten ein Formel-2-Rennen, das sechs Runden dauerte, und wir hatten ein Formel-1-Rennen, das zweieinhalb Stunden dauerte."

Masepin, der heftig ins Russell Heck einschlug, lobte derweil die verbesserte Sicherheit in der Formel 1. Der Russe kam ohne Verletzungen davon: "Mir geht es gut."

"Ich habe einen ziemlich großen Schlag abbekommen, vor allem auf der linken Seite meines Oberkörpers, und werde am Montag sicher mit Schmerzen aufwachen. Aber ja, ich würde sagen, dass ich sehr glücklich bin, in dieser Ära Rennen zu fahren."

"Die Arbeit, die Jean Todt zusammen mit der FIA geleistet hat, hat uns in die Lage versetzt, das zu überstehen. Ich bin mir nicht sicher, ob das vor, sagen wir, 15 Jahren genauso gewesen wäre", lobt der Haas-Pilot die Fortschritte, die im Bereich der Sicherheit in den vergangenen Jahrzehnten gemacht wurden.

Zum Unfall sagt Masepin: "Von dem, was ich gesehen habe, konnte Charles (Leclerc; Anm. d. R.) nirgendwo hin und drehte Sergio herum. Die Strecke ist so eng, dass Sergio etwa 85 Prozent der Strecke einnahm, als er quer stand. Als George also sah, was passierte, traf er eine Vorsichtsmaßnahme und lupfte oder bremste."

"Ich kämpfte gerade mit (Lance) Stroll. Leider war nicht genug Zeit abzubremsen, denn die Geschwindigkeiten lagen zu diesem Zeitpunkt bei über 200 km/h, und es war einfach unmöglich, Georges Heck auszuweichen", so der Formel-1-Rookie.

Weitere Co-Autoren: Luke Smith. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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