Erklärt: Das ist bei Schumachers Boxenpanne passiert

Was beim Boxenstopp von Mick Schumacher in Barcelona schiefgegangen ist und wie Haas-Teamchef Günther Steiner das vierte Formel-1-Saisonrennen einordnet

Erklärt: Das ist bei Schumachers Boxenpanne passiert

"Es war etwas schwieriger als erwartet", sagt Mick Schumacher über sein viertes Formel-1-Rennen. Beim Spanien-Grand-Prix 2021 in Barcelona sah der Haas-Fahrer das Ziel auf P18 unter 20 Teilnehmern, aber deutlich vor Teamkollege Nikita Masepin. Und nach einem etwas missglücktem Boxenstopp, der so nicht in der TV-Übertragung zu sehen gewesen war.

Was aber war da passiert? Schumacher meint, er sei "nicht großartig schneller als im Freien Training" an die Box gefahren. Er habe dann ein "stehendes Rad gehabt", und "da hält das Auto auch nicht schneller an".

Kurzum: Schumacher fuhr leicht über den eigentlichen Standplatz vor der Haas-Garage hinaus und fürchtete anschließend, er könnte seine Mechaniker verletzt haben. (ANZEIGE: Wenn Du Mick Schumacher unbedingt live sehen willst, geht das auch ohne Sky-Abo. Mit dem Schnupper-Tagesticket kannst Du den Grand Prix ohne vertragliche Bindung um 14,99 Euro sehen!)

Haas-Teamchef Steiner beschwichtigt Schumacher

Laut Haas-Teamchef Günther Steiner war diese Sorge aber unbegründet: "Der Mann am Wagenheber vorne ist ein ganzer Kerl. Er hat schon schlechtere Boxenstopps als diesen hier erlebt. Er steht schon seit fünf Jahren auf der Position und hat schon mehr dergleichen gesehen." Es sei "alles gut", versichert Steiner.

Um wie viel Schumacher den Standplatz verfehlt hatte, das vermochte der Teamchef nicht zu sagen. Er meint: "Es war nicht viel. Ansonsten wäre der Mann am Wagenheber die Boxengasse runtergeflogen. Ich schätze, es waren ein paar Millimeter, nicht viel mehr."

Und abgesehen von dieser Szene habe sich Schumacher in Barcelona gut verkauft. Steiner fasst zusammen: "Der Start war sehr gut. Mick hat vier oder fünf Positionen gutgemacht. Das hat er sehr gut gemacht. Hoffentlich hat er das jetzt gelernt und macht es immer so!"

Bittere Erkenntnis: Haas ist zu schwach auf den Geraden

Tatsächlich hielt Schumacher anfangs im Grand Prix für einige Runden den 16. Platz, mit fortlaufender Renndauer aber fiel der Formel-1-Neuling wieder zurück. Er habe sich jedoch "konstant" auf der Strecke bewegt, lobt Steiner. "Es war halt nicht mehr drin."

"Am Ende der Geraden wurde er von den Autos überholt. Da kannst du nichts tun. Wenn der andere auf der Geraden schneller ist, dann kommt er vorbei. Unsere Autos wurden sogar vor der Bremse überholt, so groß war der Überschuss."

Und so bleibe eine gewisse Enttäuschung zurück, meint Steiner, zumal nach dem guten Start von Schumacher, aber die gewonnenen Positionen seien eben schnell wieder weg gewesen.

Teamchef: Gemischtes Fazit nach Barcelona

"Nach einem solchen Rennwochenende kann man nicht sagen, dass man zufrieden ist. Andererseits muss man auch das Gute sehen", sagt Steiner. "Beide Autos sind im Ziel, keine Schäden, alles gut. Wir haben also wieder einige Runden hingekriegt und [die Fahrer haben] dazugelernt. So gesehen sind wir zufrieden."

Mick Schumacher, George Russell

Mick Schumacher fuhr im Rennen phasenweise vor direkten Gegnern

Foto: Motorsport Images

Schumacher selbst gibt sich hauptsächlich aufgrund des Boxenstopps "frustriert" und meint bei 'Sky': "Der hat, glaube ich, allen ein bisschen ein Schreck eingejagt hat. Mir auch. Müssen wir analysieren, was da passiert ist. Aber: Hauptsache, es geht den Jungs gut."

Auch er sei zufrieden mit dem Start. Alles andere müsse die Analyse zeigen, "wie wir das auch [anders] hätten machen können oder sollen", so Schumacher. "Ich glaube, im Endeffekt haben wir wieder viel gelernt, die Zielflagge gesehen. Und das war das Wichtigste."

Dass er gerade zu Rennbeginn mit den Autos vor ihm habe kämpfen können, verbuche er als positive und "interessante" Erfahrung.

Was ist die zwölftschnellste Rennrunde wert?

Und am Ende steht sogar die zwölftschnellste Rennrunde für Schumacher, worauf Steiner aber nicht zu viel geben will: "Da muss man auch gut schauen. Ich weiß nicht, wann die Runde gefahren wurde, mit Wie viel Benzin und so."

Es war Runde 54 und damit vier Runden, nachdem Schumacher noch einmal frische Reifen geholt hat. Doch Steiner will die Leistung nicht überbewerten: Vielleicht hätten andere Fahrer mit frischen Reifen keine freie Bahn gehabt und so keine Gelegenheit, die Pneus auszunutzen.

"Ich weiß es nicht ganz genau", sagt Steiner. "Ich würde aber auch nicht sagen, die zwölftschnellste Rennrunde ist ein Rückschluss auf seinen Speed. Wir wissen alle, dass er schnell fahren kann, aber ich würde das nicht so nehmen, weil das wäre nicht korrekt."

Unterm Strich hätten Schumacher und Masepin eben das Mögliche getan, wobei Schumacher zum vierten Mal wesentlich schneller war als der Teamkollege und im Ziel knapp 50 Sekunden Vorsprung hatte. Trotzdem landete er nur einen Platz vor Masepin. "Mit unserem Auto", erklärt Steiner, "ist im Moment eben nicht viel mehr drin."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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