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Steiner über F1-Kundenautos: Plötzlich sind die ehemaligen Gegner dafür

Einst für seine Ferrari-Kopie kritisiert, wundert sich Haas-Teamchef Günther Steiner über die Idee, im Zuge der Corona-Krise Kundenautos in der Formel 1 zu erlauben

Juliane Ziegengeist

Bearbeitet: 07.05.2020, 11:14

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Die Idee, kleineren Formel-1-Teams den Kauf von Kundenautos zu erlauben, um sie in der Forschung und Entwicklung zu entlasten und so Kosten zu sparen, spaltet aktuell die Königsklasse. Christian Horner von Red Bull hatte angesichts der Corona-Krise vorgeschlagen, dass die Topteams ihre Vorjahresautos verkaufen.

Das stieß auf gemischtes Echo. McLaren-CEO Zak Brown reagierte ablehnend. Wenn überhaupt, dann sollten die Hersteller ihre ausrangierten Boliden kostenfrei zur Verfügung stellen. Aktuell verbietet das Reglement reine Kundenautos, nur eine begrenzte Anzahl von Teilen darf von anderen Herstellern bezogen werden.

Die Teams schöpfen diese Möglichkeit unterschiedlich stark aus. Während McLaren den Großteil selbst produziert, lasst sich Haas von Ferrari alles zuliefern, was im Rahmen des Regelwerkes erlaubt ist. Als das US-amerikanische Team in die Formel 1 einstieg, wäre man gerne noch einen Schritt weiter gegangen - mit einem Kundenauto.

Steiner: "Sollten für mehr statt weniger Konkurrenz sorgen"

"Wir haben das schon einmal versucht, aber es war unmöglich", erinnert sich Haas-Teamchef Günther Steiner im Gespräch mit 'RaceFans.net'. "Die Leute, die jetzt sagen, dass wir es machen sollten, waren damals komplett dagegen. Das verstehe ich nicht wirklich." Die Ferrari-Kopie von Haas hatte damals für Diskussionen gesorgt.

Den aktuellen Vorschlag sieht Steiner kritisch, denn Kundenautos wären ein weiteres Mittel, "um kleinere Teams zu kontrollieren", sagt er. "Das ist das Problem dabei. Ich glaube auch nicht, dass die Formel 1 aktuell solche drastischen Dinge wie Kundenautos braucht. Ich denke, wir sollten für mehr Konkurrenz sorgen und nicht für weniger."

Wenn jemand neu in die Formel 1 kommt, sei der Ansatz sinnvoll. "Aber jetzt haben wir schon zehn Teams, die alle in der Lage sind, zu überleben. Man sollte versuchen, den kleineren Teams die Möglichkeit zu geben, zu kämpfen, anstatt ihnen Kundenautos zu geben, mit denen sie nicht konkurrenzfähig wären", urteilt Steiner.

Kundenauto-Idee für die Zukunft nicht gänzlich vom Tisch

Zudem sieht er in Kundenautos keine adäquate Lösung, um Kosten zu reduzieren: "Sie wären vielleicht günstig, aber es würde trotzdem viel Geld kosten." So würde denjenigen, die in Formel-1-Teams investieren, langfristig entweder das Geld oder die Leidenschaft ausgehen, weil sie im Wettbewerb nicht mithalten könnten.

"Ich denke daher, dass Kundenautos momentan keine gute Idee sind", hält Steiner für hier und jetzt fest. "Vielleicht kommt der Tag, an dem man sie braucht. Vielleicht sagen wir oder ein anderes Team dann, dass wir sonst nicht mehr mitmachen können. Dann müsste man das neu prüfen. Aber momentan schreit niemand danach."

Mit Bildmaterial von LAT.

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