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"Systematische Herangehensweise": Ferrari verrät Details über neuen Motor

Ferrari baut für die Saison 2021 einen völlig neuen Motor und verrät, wie "systematisch" die Abteilung an die Entwicklung herangegangen ist

"Systematische Herangehensweise": Ferrari verrät Details über neuen Motor

Ferrari hat für die Formel-1-Saison 2021 einen völlig neuen Motor gebaut. Mit einer "systematischen" Herangehensweise habe man versucht, die schlechte Performance des Vorjahres zu beheben, berichtet Motorenchef Enrico Gualtieri am Rande der Auto-Präsentation.

Die Saison 2020 ging als die schlechteste der vergangenen 40 Jahre in die Geschichte der Scuderia ein. Der SF1000 lieferte zu wenig Performance - aufgrund der schlechten Motorenpower und des zu hohen Luftwiderstands. Nachwehen des FIA-Ferrari-Deals, der Anfang des Jahres bekannt wurde.

Um eine ähnliche Misere im neuen Jahr zu vermeiden, hat Ferrari eine komplett neue Power-Unit entwickelt, auch weil die Regeln Updates während der Saison im Vorjahr nicht möglich machten. "Wir haben versucht, das mit einer systematischen Herangehensweise anzugehen", schildert Gualtieri.

Welche Bereiche hat Ferrari konkret verbessert?

Dazu wurden alle technischen Abteilungen in die Entwicklung des neuen Antriebsstrangs eingebunden: Planung, Simulation, Entwicklung und jenes Team, das für die Operation an der Rennstrecke zuständig ist. "Um alle Chancen für Verbesserung ausfindig zu machen."

"Wir haben die Dinge identifiziert, an denen wir später arbeiten konnten, nachdem wir uns um die wichtigsten Dinge gekümmert hatten, ohne zu vergessen, welche Auswirkungen jede Entscheidung auf die Zuverlässigkeit hat."

Mit den Chassis-Ingenieuren habe seine Mannschaft am Layout des Motors getüftelt, um das Gesamtpaket des Autos so effizient wie möglich zu gestalten. Besonders am Verbrennungsmotor habe man Hand angelegt, verrät der Motorenchef. "Wir haben versucht, die thermische Effizienz zu steigern."

Mit Hilfe von Kraftstoff- und Öl-Lieferant Shell konnte Ferrari dadurch Fortschritte erzielen: Gualtieri rechnet mit einem "Vorteil von mehr als einer Zehntelsekunde pro Runde" durch die Verbesserungen. Auch der Turbokompressor wurde überarbeitet und an den neuen Motor angepasst.

"Gleichzeitig haben wir auch geplant, die Effizienz bei der Rückgewinnung der Abgase zu erhöhen. Wir arbeiten auch am Hybridsystem, am elektronischen Teil, und versuchen, alle Komponenten zu überarbeiten und zu optimieren."

Der neue Antrieb, intern bezeichnet als 065/6, soll ab dem ersten Rennen möglichst mit den neuesten Entwicklungen an den Start gehen, auch weil nur ein Motorenupdate in dieser Saison erlaubt ist. "Wir haben enorme Energie in dieses Projekt gesteckt, aber gleichzeitig arbeiten wir hart an der Power Unit für 2022."

"Ziemlich viel Geschwindigkeit zurückgewonnen"

Ferrari entwickelt in Maranello bereits den neuen Motor für das kommende Jahr, der zu Beginn eingefroren werden wird - und dann mindestens drei Jahre lang eingesetzt werden soll. Doch schon mit dem neuen Antrieb für diese Saison erhofft sich die Scuderia einen Sprung vorwärts.

Mattia Binotto hat am Rande der Team-Präsentation Ende Februar betont, dass interne Daten zeigen würden, dass der neue Motor deutlich stärker sein wird. "Basierend auf unseren Simulationen, [...] denke ich, dass wir auf den Geraden ziemlich viel Geschwindigkeit zurückgewonnen haben."

Die Power werde daher kaum mehr ein Problem für Ferrari in dieser Saison, prophezeit der Italiener. "Wir hoffen, dass wir konkurrenzfähig sein werden, aber das werden wir erst in Bahrain wissen, weil das immer davon abhängt, was die anderen machen."

Binotto betont außerdem: "Wir glauben, dass unser Auto deutlich effizienter sein wird verglichen zum Vorjahr. Wenn ich effizient sage, dann meine ich sowohl in der Aerodynamik als auch auf Motorenseite."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Teams Ferrari
Urheber Maria Reyer