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Teamchef im Fokus: Warum Aston Martins Problem tiefer geht

Aston Martin denkt über einen neuen Teamchef nach, doch entscheidend ist etwas anderes: Stabilität, klare Strukturen und Geduld im Aufbau

Teamchef im Fokus: Warum Aston Martins Problem tiefer geht

Ist Adrian Newey der richtige Teamchef für Aston Martin?

Foto: Getty Getty

Am Rande des Japan-Wochenendes richtet sich der Fokus im Formel-1-Fahrerlager verstärkt auf Aston Martin. Dabei geht es längst nicht nur um die sportliche Form, sondern vor allem um die interne Aufstellung des Teams. Im Zentrum steht die Frage, ob Adrian Newey dauerhaft die Doppelrolle als Teamchef und Technikchef ausfüllen kann - oder ob genau hier ein strukturelles Problem liegt.

Schon bei seiner Ernennung gab es Zweifel, ob Newey die klassischen Aufgaben eines Teamchefs wirklich übernehmen würde. Diese Skepsis bestätigt sich nun zumindest teilweise, denn der Brite räumt selbst ein, dass ihn die Rolle "ein bisschen" von seiner eigentlichen Arbeit ablenkt. Gerade in einer Phase, in der parallel das Motorenprojekt mit Honda aufgebaut wird, ist dieser Spagat besonders anspruchsvoll.

Hinzu kommt, dass sich Aston Martin organisatorisch noch immer im Aufbau befindet. Newey vergleicht die Situation mit seinen Anfangsjahren bei Red Bull Racing, als es ebenfalls darum ging, Strukturen zu schaffen, Kommunikation zu verbessern und interne Abläufe zu harmonisieren. Genau in dieser Phase ist klare Rollenverteilung entscheidend - und nicht zusätzliche Komplexität.

Wheatley als logische Lösung

Vor diesem Hintergrund erscheint die Idee eines klassischen Teamchefs nur folgerichtig. Besonders Jonathan Wheatley gilt als naheliegende Lösung, nicht zuletzt wegen seiner Erfahrung und seiner bekannten Stärke in der Teamführung. Zudem kennt er Newey aus gemeinsamen Zeiten, was eine funktionierende Zusammenarbeit wahrscheinlicher macht.

Wheatley bringt genau die Qualitäten mit, die Aston Martin aktuell braucht: Struktur, Kommunikation und die Fähigkeit, ein Team in einer Transformationsphase zusammenzuführen. Gerade im sensiblen Zusammenspiel mit Honda könnte er eine zentrale Rolle einnehmen und als stabile Schnittstelle fungieren.

Honda-Projekt als Unsicherheitsfaktor

Denn sportlich ist die Lage angespannt. Das neue Honda-Projekt kämpft noch mit grundlegenden Problemen, und intern wurde offenbar lange unterschätzt, wie groß die Unterschiede zu den erfolgreichen Jahren mit Red Bull tatsächlich sind. Erst spät wurde klar, dass wichtige personelle Ressourcen fehlten - ein Umstand, der Fragen nach der internen Abstimmung aufwirft.

Diese Situation zeigt deutlich, wie wichtig stabile Führungsstrukturen sind. Gerade in einem komplexen Projekt mit mehreren Partnern braucht es klare Verantwortlichkeiten und langfristige Planung. Häufige Veränderungen würden hier eher zusätzlichen Schaden anrichten als Fortschritt bringen.

Der entscheidende Faktor: Stabilität

Damit wird klar: So sinnvoll ein neuer Teamchef auch sein mag - er ist nicht die eigentliche Lösung. Aston Martins größtes Bedürfnis ist Stabilität. Nach möglichen strukturellen Anpassungen muss eine Phase folgen, in der konsequent an einem langfristigen Plan gearbeitet wird, ohne ständig neue Richtungswechsel.

Die Voraussetzungen für Erfolg sind vorhanden: eine moderne Infrastruktur, hochkarätiges Personal und mit Newey einer der besten Konstrukteure der Formel 1. Doch nach dem schwierigen Start in die Saison 2026 braucht es vor allem Geduld - auch wenn das für Fahrer wie Fernando Alonso eine unbequeme Perspektive ist. Genau diese Geduld könnte am Ende der entscheidende Faktor sein.

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