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Teamgründer: BMW-Vergangenheit schuld an Sauber-Krise

Peter Sauber spricht von schädlichem "Konzerndenken" und fehlender "Racer-Mantalität" in Hinwil - Heute verfolgt er die Formel 1 nur noch teilweise live

Peter Sauber, Besitzer, Sauber, gibt Autogramme

Peter Sauber, Besitzer, Sauber, gibt Autogramme

Sutton Images

Rennstall-Gründer Peter Sauber sieht den Grund für einen Teil der aktuellen Probleme seiner früheren Truppe in ihrer Vergangenheit als BMW-Werksteam. Gegenüber der 'Neuen Züricher Zeitung' erwähnt der 74-Jährige, dass sich das Betriebsklima in Hinwil unter Ägide der Münchener geändert hätte, obwohl es die einzige Zeit ohne Geldsorgen war: "Ein negativer Aspekt war, dass der Betrieb ein Konzerndenken angenommen hat", erklärt Sauber. "Wir haben die Racer-Mentalität verloren."

Sie sei extrem wichtig und das Team müsse zu ihr zurückfinden, um wieder in die Spur zu kommen. Ob die kürzlich verkündete Zusammenarbeit mit Alfa Romeo – also erneut mit einem Autokonzern – der richtige Weg ist, lässt Sauber offen. Fakt ist, dass er sein Lebenswerk kein zweites Mal an einen Industrieriesen veräußern wollte. "In den Jahren nach BMW gab es über zehn Interessenten, die uns kaufen wollten", sagt Sauber. Die Mehrzahl der Interessenten sei aber nicht seriös gewesen.

 

 

Die Namen von "zwei Ausnahmen" will Sauber nicht nennen. Dass er und seine Nachfolgerin Monisha Kaltenborn es ohne einen weiteren Verkauf schafften, ihr Projekt am Leben zu erhalten bis Longbow Finance einstieg, wertet er als Erfolg für sich – weil seit 1993 fast 30 Konkurrenten zusperrten. "Als Schweizer Team 25 Jahre zu überleben, ist eigentlich eine 'Mission Impossible'. Als ich mich auf den Einstieg in die Formel 1 vorbereitete, sagte Ken Tyrrell zu mir: 'Es ist super, dass ihr mitmachen wollt. Aber ihr könnt das vergessen, von der Schweiz aus geht das nie'", so Sauber.

Doch die Teamchef-Ikone hatte sich getäuscht. Sauber wurde als Privatier Vierter in der Konstrukteurs-WM 2001 und erarbeitete sich den Respekt der Branche: "Viel wert ist mir auch eine Geste des damaligen Daimler-Chefs Jürgen Hubbert. Er überreichte mir als Anerkennung dafür, Mercedes zurück in die Formel 1 gebracht zu haben, eine Anstecknadel mit Brillanten", sagt Peter Sauber.

Als es darum ging, das Projekt nach dem BMW-Ausstieg vor dem Aus zu bewahren, war Sauber kein Risiko zu groß. "Wirtschaftlich betrachtet, war der Rückkauf sicher unvernünftig", meint er. Trotzdem sah Sauber keine Alternative: "Vor die Mannschaft zu treten und zu sagen: 'Wir müssen schließen, das Risiko eines Rückkaufs ist mir zu groß', das hätte ich nicht übers Herz gebracht."

Heute genießen in Peter Saubers neuem Leben ohne Druck andere Dinge Vorrang. Formel-1-Rennen sieht er sich teils live – mit Laptop und Live-Timing bewaffnet – und teils am Sonntagabend zeitversetzt an. "Wenn es sich lohnt", wie er selbst sagt. Aufregung gibt es nach jahrzehntelanger Routine ohnehin nur in der Startphase. Dennoch fehlen ihm Aspekte seiner Arbeit am Rennplatz: "Ich vermisse die Menschen dahinter, aber auch den Zirkus und das Reisen rund um die Welt."

 

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