Technik-Analyse: Wie Ferrari den Antrieb und die Aufhängung optimiert hat

Auch wenn Ferrari ohne große Innovationen zu den Tests kam – während Mercedes eine Menge an radikalen Änderungen vorgenommen hat – ist es falsch zu glauben, dass das Team aus Maranello nicht signifikante Verbesserungen am SF16-H vorweisen kann.

Bekannt ist: Die Italiener setzen in der Formel-1-Saison 2016 einen sehr aggressiven Motor ein. Das Heck des Wagens wurde wesentlich verändert, was der Optimierung der Aerodynamik und des Reifenverschleißes dient.

Getriebegehäuse

Wie Mercedes hält Ferrari an der Idee fest, das Getriebe in einer Hülle aus Karbon zu setzen, um die Option zu schaffen, nennenswerte Änderungen am Getriebe vorzunehmen.

 

Weil das Getriebe für mindestens fünf Rennen verbaut bleiben muss, kann diese Bauart große Vorteile bringen. Sollte das Getriebe innerhalb der Mindestanzahl von Rennen getauscht werden müssen, wird das Team in der Startaufstellung um zehn Plätze nach hinten versetzt.

Bildergalerie: Der neue Ferrari SF16-H

Die Teams können verschiedene Getriebeeinfassungen in der Saison herstellen, was die Möglichkeiten für das Setup des Fahrzeugs erweitert.

Die Aufhängung kann ebenfalls verändert werden, um die Leistung des Getriebes, den Anpressdruck und die Aerodynamik zu verbessern.

Innerhalb des Gehäuses existiert eine noch kleinere Hülle für das Getriebe, die in typischen Intervallen gewechselt wird.

Ferrari F2004 and Mercedes W04 gearboxes
Ferrari F2004 und Mercedes W04, Getriebe

Foto: Giorgio Piola

Seit der Einführung der Hybrid-Motoren 2013 nutzt Mercedes dieses System der Umhüllung des Getriebes. Jedoch wurde es in der Formel 1 bereits in der Vergangenheit eingesetzt.

Schon im Jahr 2004 verbaute Ferrari eine äußere Hülle für das Getriebe. Aldo Costa, früher bei Ferrari, hat die Inspiration dazu geliefert. Er arbeitet nun mit Mercedes zusammen.

Ferrari SF16H and SF15T gearbox comparison
Ferrari SF16H und SF15T, Getriebe 

Foto: Giorgio Piola

Änderungen an der Aufhängung

Wie in der Illustration zu sehen ist, ist der Weg zwischen Motor und Aufhängung beim neuen Fahrzeug verkürzt worden. Daher konnte die Unterkonstruktion verändert werden, sodass der Luftstrom besser über den Diffusor  geleitet wird.

 

Ferrari SF15T an SF16H rear suspensions
Ferrari SF15T und SF16H, hintere Aufhängung

Foto: Giorgio Piola

Die kleine Verkleidung führt dazu, dass die Aufhängung-Komponenten näher an die Mitte des Fahrzeugs verbaut wurden.

 

Die Positionen der Zugstange und der aerodynamischen Oberfläche der Querlenker wurden modifiziert.

Neben aerodynamischen Vorteilen können die Änderungen an der Aufhängung dazu führen, dass das Fahrzeug in den Kurven besser liegt und dass der Reifenverschleiß reduziert wird.

Das könnte der Grund für den Test sämtlicher Reifen in Barcelona erklären, denn so wurden die Fahrzeug-Einstellungen für jeden Reifentyp getestet.

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