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Todt: Mercedes wie einst Ferrari - nur besser!

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Todt: Mercedes wie einst Ferrari - nur besser!
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
10.12.2019, 09:32

Jean Todt und Toto Wolff sehen Parallelen zwischen der Mercedes-Dominanz und der Ferrari-Ära, doch für den ehemaligen Ferrari-Teamchef sind die Silberpfeile besser

Zwölf Titel in sechs Jahren: Die beeindruckende Erfolgsserie von Mercedes erinnert viele an die Ära von Michael Schumacher und Ferrari Anfang des Jahrtausends. Doch die Silberpfeile konnten die damaligen Bestmarken noch übertreffen, denn Schumacher holte mit den Roten "nur" fünf Titel in Folge - Mercedes ist nun ein Jahr besser.

"Das ist erstaunlich", muss auch FIA-Präsident Jean Todt zugeben. Der Franzose zeichnete sich damals als Teamchef verantwortlich für die Ferrari-Erfolge und weiß, wie schwierig es ist, das hohe Niveau über Jahre hinweg zu halten. "Es ist, als ob ein Athlet 200 Kilo stemmen muss - und es dann oben halten muss. Normalerweise würde es runterkommen", sagt er.

Todt fühlt sich bei der Mercedes-Ära auf jeden Fall an die damalige Ferrari-Zeit erinnert. "Und ich muss zugeben, dass sie es besser gemacht haben", meint der Franzose angesichts des sechsten Erfolgsjahres. "Und sie haben dabei starke Konkurrenz gehabt."

Denn Ferrari und Red Bull waren Mercedes stets auf den Fersen - vor allem in den vergangenen beiden Jahren. Die Silberpfeile konnten sich daher keine Schwächephase erlauben, ohne dass die Konkurrenz davon profitiert hat.

Todt: Drei Faktoren für Erfolg

Doch Mercedes konnte sich immer wieder durchsetzen, was für Todt an drei Faktoren liegt: "Du brauchst einen großartigen Fahrer, ein großartiges Auto und ein großartiges Team. Wenn du diese drei Dinge nicht hast, dann kann es nicht funktionieren", so der Franzose. Und das sechs Jahre in Folge zu haben, sei für ihn einfach "bemerkenswert".

"Es gibt auf jeden Fall Gemeinsamkeiten", meint Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über die aktuelle Ära und den Vergleich mit Ferrari. "Wir haben eine Struktur - ähnlich wie Jean bei Ferrari -, die von der ersten Angriffslinie, den Fahrern, bis ganz hinter in die Organisation stark ist."

Wolff nimmt als Teamchef die Rolle des damaligen Todt ein, Lewis Hamilton holt als Fahrer die Titel wie einst Michael Schumacher, und die Leute im Hintergrund heißen bei Mercedes nicht Ross Brawn oder Rory Byrne, sondern James Allison und James Vowles. "Es ist eine Anpassung von vielen Individuen auf einer gemeinsamen Reise", sagt Wolff.

Wolff: Titel nicht für Mercedes reserviert

Als der Österreicher einst mit dem Projekt begonnen hatte, war von so einer Dominanz nicht auszugehen. "Wir haben uns als Ziel gesetzt, nicht mehr peinlich zu sein", sagt er. Denn vor allem 2012 war für Mercedes äußerst schwierig, weil die guten Ergebnisse ausblieben. Doch als man angefangen hat, plötzlich Rennen zu gewinnen, kam auch das Selbstvertrauen - und schließlich die Titel.

"In jedem Jahr haben wir uns neu erfunden, ohne zu vergessen, was uns stark gemacht hat. Gleichzeitig waren wir aber auch sehr selbstkritisch", erzählt Wolff. Er weiß, dass Mercedes nicht in jedem Jahr ein Anrecht auf den Titel hat. "Die Punkte werden wieder auf null gesetzt", mahnt er.

Auch 2019 gab es einige Änderungen im Reglement und spätestens ab dem Sommer starke Konkurrenz. "Auch Jean und Ferrari hatten schwierige Jahre, als Regeländerungen auf sie geworfen wurden und die Reifen plötzlich anders waren und die Tests limitiert wurden", so Wolff.

"Gleichzeitig ist das aber auch die Herausforderung. Solche schwierigen Tage und schwierigen Momente zu überstehen, macht es so besonders."

Mit Bildmaterial von LAT.

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