Tost stellt klar: Toro Rosso auch nächstes Jahr Honda-Versuchskaninchen

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Tost stellt klar: Toro Rosso auch nächstes Jahr Honda-Versuchskaninchen
Autor: Sven Haidinger
Co-Autor: Adam Cooper
02.12.2018, 08:00

Warum Franz Tost gut damit leben kann, dass Toro Rosso auch 2019 zugunsten der Honda-Entwicklung Grid-Strafen akzeptiert, und wieso 2018 durchwachsen war

Toro Rosso könnte auch nächstes Jahr Red Bull bei der Entwicklungsarbeit mit Honda als Versuchskaninchen dienen. "Wenn das Red Bull strategisch dabei hilft, Rennen und Weltmeisterschaften zu gewinnen, dann ist das für uns eine klare Sache", bestätigt Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost gegenüber 'Motorsport.com'. "Darüber müssen wir nicht einmal diskutieren, denn das ist Teil unserer Philosophie", spielt der Österreicher darauf an, dass das kleine Team aus Faenza seit der Gründung im Jahr 2006 Aufbauarbeit für das A-Team leistet.

Über diese Rollenverteilung sei er "mehr als glücklich, denn auch wir verbessern dadurch unsere Performance", sieht Tost nur Gewinner. Schon diese Saison mussten die Toro-Rosso-Piloten zahlreiche Grid-Strafen akzeptieren, um Honda bei der Entwicklung der Antriebseinheit mehr Möglichkeiten zu bieten, neue Teile zu testen, denn unter normalen Umstände hätte man nur drei unterschiedliche Spezifikationen einsetzen dürfen, ohne eine Rückversetzung in der Startaufstellung auszufassen.

"Das war eine taktische Entscheidung, um nächstes Jahr bestmöglich vorbereitet zu sein", erklärt Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko, dass man Toro Rosso bewusst geopfert hat, damit Red Bull 2019 mit einer konkurrenzfähigen Honda-Antriebseinheit in die Saison gehen kann. "Das ist Teil unseres Konzepts mit Honda."

Wie Toro Rosso 2019 von Red Bull profitiert

Tost ist davon überzeugt, dass der Wechsel Red Bulls von Renault zu Honda auch seinem Rennstall zugute kommen wird: "Es besteht kein Zweifel, dass wir von den Synergien und der Zusammenarbeit mit Red-Bull-Technology profitieren werden." Was er damit genau meint? Toro Rosso wird im Gegensatz zu 2018 in der kommenden Saison nicht nur den gleichen Motor, sondern auch das Getriebe von Red Bull einsetzen. "Es handelt sich um das gesamte Heck", reibt sich Tost die Hände.

Wie gut der STR14 sein wird, könne man allerdings noch nicht sagen, obwohl das Auto längst im Windkanal entwickelt wird: "Alle Teams hoffen zu diesem Zeitpunkt darauf, dass das neue Auto besser funktioniert. Das gilt auch für uns, aber ich möchte noch die Performance auf der Strecke abwarten. Und damit meine ich die Rundenzeit. Das ist entscheidend."

Durchwachsene Saisonbilanz 2018

In der Saison 2018 wollte Toro Rosso ursprünglich vor allem nach der Sommerpause regelmäßig in die Punkteränge fahren, doch dieser Plan scheiterte: In neun Rennen gelang dieses Unterfangen nur zwei Mal - mehr als drei WM-Punkte schauten dabei nicht heraus. "Es gab Hochs und Tiefs", zieht Tost Bilanz. "Wir hatten 2018 einige wirklich gute Rennen wie in Bahrain, wo Pierre Gasly Vierter wurde. Wir hatten auch in Monaco mit Platz sieben ein gutes Rennen - und in Budapest ist er Sechster geworden. Und dann war da noch das Rennen in Spa, wo er Platz neun belegte."

Bei anderen Rennen "waren wir allerdings nicht in den Punkterängen und haben nicht die erwartete Performance gezeigt", gibt sich Tost selbstkritisch. "Wir haben zwar Fortschritte gemacht, sie haben aber nicht ausgereicht, um mit unseren direkten Konkurrenten zu kämpfen." Toro Rosso belegte in der Konstrukteurs-WM mit 33 Punkten den neunten und damit vorletzten Platz. Während Sauber auf Platz acht 15 Punkte mehr auf dem Konto hat, liegt man mit 26 Punkten Vorsprung doch deutlich vor Williams.

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