Toto Wolff enthüllt: Kimi Antonelli war auf Siegkurs in Silverstone
Mercedes sieht in den eigenen Daten einen möglichen Sieg für Kimi Antonelli - Statt eines Showdowns wurde es nach einem Defekt und Strafe nur Rang 16
Toto Wolff spricht über die verpasste Sieg-Chance von Antonelli
Foto: LAT Images
Toto Wolff ist überzeugt, dass Kimi Antonelli beim Grand Prix von Großbritannien gute Chancen auf den Sieg gehabt hätte. Nach den internen Simulationen des Teams wäre der Italiener rund sechs Runden vor Rennende auf den führenden Charles Leclerc aufgelaufen, ehe ein technischer Defekt seine Aufholjagd beendete.
Antonelli hatte seinen Boxenstopp um zehn Runden länger hinausgezögert als Leclerc und verfügte dadurch in der Schlussphase über einen deutlichen Reifenvorteil. Doch nachdem er am Kurvenausgang von Copse zu hart über die Randsteine fuhr, brach ein aerodynamisches Bauteil an der linken Vorderseite seines Mercedes. Dadurch verlor er mehrere Positionen und fiel im Klassement zurück.
Mercedes zog zwischenzeitlich sogar in Betracht, das Auto aus Sicherheitsgründen aus dem Rennen zu nehmen. Antonelli setzte die Fahrt jedoch fort, überquerte die Ziellinie als Neunter und wurde anschließend wegen mehrfacher Verstöße gegen die Streckenbegrenzungen mit einer Fünf-Sekunden-Strafe bestraft. Dadurch fiel er auf Rang 16 zurück.
Wolff: "Das wäre ein episches Rennende gewesen"
"Ja, das ist schwierig. Das wäre ein episches Rennende gewesen", sagt Wolff bei F1 TV. "Er hätte Charles sechs Runden vor Schluss eingeholt und dabei einen enormen Reifenvorteil gehabt. Aber es ist ein mechanischer Sport. Solche Dinge können passieren."
Der Mercedes Teamchef deutete zugleich an, dass die Formel 1 den Umgang mit Strafen wegen Streckenbegrenzungen möglicherweise überdenken sollte. Antonelli hatte die weißen Linien mehrfach überschritten, nachdem sein Fahrzeug aerodynamisch bereits stark beschädigt war.
Wolff stellt Tracklimits-Regelung infrage
"Wir wussten zunächst nicht genau, was passiert war. Deshalb haben wir darüber diskutiert, ob wir ihn aus Sicherheitsgründen an die Box holen sollten", erklärt Wolff. "Aber er hat sich Runde für Runde durchgekämpft und gesagt: 'Ich schaffe das.' Dann kam noch die Strafe wegen der Tracklimits. Vielleicht können wir uns ansehen, wie die Tracklimits gehandhabt werden und das neu bewerten. Es geht um zwei Punkte und die könnten am Ende wichtig sein."
Immerhin konnte Mercedes in Silverstone dennoch ein starkes Ergebnis verbuchen. George Russell profitierte sowohl vom Ausfall von Max Verstappen als auch von der späten Safety-Car-Phase und dem zusätzlichen Boxenstopp von Lewis Hamilton. Russell überquerte die Ziellinie auf dem zweiten Platz und sammelte damit wichtige Punkte für die Fahrerwertung.
Auch der Umstand, dass das Safety-Car bis zur Zielflagge auf der Strecke blieb, spielte Russell in die Karten. Ein Neustart hätte ihm angesichts der frischeren Reifen von Hamilton wohl kaum eine Chance gelassen, den zweiten Platz zu verteidigen.
Russell rettet für Mercedes Platz zwei
"Wir haben tatsächlich gehofft, dass das Rennen so endet", sagt Wolff. "Gegen Lewis mit einem fast neuen weichen Reifen hätte man praktisch keine Chance gehabt. Deshalb freue ich mich sehr für George. Er hatte zuletzt Schwierigkeiten, mit dem Auto eine gute Abstimmung zu finden. Platz zwei ist für ihn wichtig und auch für uns ein gutes Ergebnis."
Trotz seines zweiten Rennens ohne Punkte in dieser Saison führt Antonelli die Fahrerwertung weiterhin mit 25 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Russell an. In der Konstrukteurswertung liegt Mercedes nach dem Rennwochenende in Silverstone mit 78 Punkten vor Ferrari.
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