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Toto Wolff: Freie Tage gibt's nicht nur für Hamilton

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Toto Wolff: Freie Tage gibt's nicht nur für Hamilton
Autor:
Co-Autor: Scott Mitchell

Toto Wolff findet, dass Lewis Hamilton von den (britischen) Medien ungerecht behandelt wird, und steht dazu, ihm am Donnerstag frei gegeben zu haben

Lewis Hamilton sorgte am Donnerstag für Schlagzeilen, als er nach Monaco zum zweiten Mal den Medientag der Formel 1 "schwänzte", weil er lieber auf einer Gedenkfeier für Karl Lagerfeld sein wollte. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff betont jedoch, dass es keine Extrawurst für den fünfmaligen Weltmeister gebe: Auch Valtteri Bottas hätte frei bekommen, wenn er gewollt hätte.

"Absolut", bestätigt der Österreicher. "Jeder darf sich einen Tag frei nehmen." Zwar sei das gar nicht nach dem Gusto der Presseverantwortlichen Felix Siggemann und Bradley Lord gewesen, die Wolff für diese Freigabe "die Leviten gelesen haben", wie er meint. Doch für den Teamchef hat sich diese Philosophie bislang bewährt.

"Wir haben vor vielen Jahren entschieden, dass wir verstehen wollen, wie einzelne Personen am besten funktionieren, um das ganze Potenzial zu extrahieren, das in den einzelnen Mitgliedern dieses Teams steckt", sagt Wolff. Und das funktioniere nicht, indem man Personen in Schubladen steckt und ihren Lebensstil einschränkt.

Hamilton funktioniert mit Freiheit am besten

Lewis Hamilton ist dafür das beste Beispiel. Immer wieder wird der Brite kritisiert, weil er sich neben der Formel 1 auf zahlreiche andere Aktionen konzentriert und um den Erdball jettet. Ein Urlaub hier, ein Promitreff da. Doch Mercedes hat erkannt, dass diese Freizeit wichtig ist, um seinen Kopf vom Rennfahren freizubekommen.

 

Wolff erinnert diesbezüglich gern an das Rennen in Singapur im Vorjahr. Vor dem Event stellte er in Schanghai seine Modekollektion vor, war anschließend in New York, in Europa und dann erst in Singapur. "Damals haben mir viele gesagt: 'Wie kannst du sowas erlauben?' Ich habe an dem Wochenende den besten Lewis Hamilton gesehen, seit wir zusammenarbeiten", sagt Wolff.

Er weiß, dass sein Schützling überhaupt nicht funktioniert, wenn man ihn in ein Korsett zwängt. Daher war der Brite bei McLaren unter dem strengen Regime von Ron Dennis auch nicht mehr glücklich: "Er funktioniert am besten, wenn er die Freiheit hat, seinen Leidenschaften nachzugehen."

Unter Wolff nicht von 9 Uhr bis 17 Uhr

Daher hatte der Österreicher auch kein Problem damit, dass Hamilton den Donnerstag in Le Castellet sausen ließ, um in Paris zu sein: "Er geht mit sowas extrem respektvoll um, fragt, ob es möglich wäre, ein bisschen später zu kommen, und ob es einen Einfluss auf die Arbeit an der Strecke hat. Denn das möchte er nicht."

"Er wollte nach Paris fahren, und für mich war das kein Problem. Also hat er die Ingenieure angerufen. Wir waren uns alle einig, dass es kein Problem war, den Zeitplan um ein paar Stunden zu verschieben, damit er dort hin kann."

Lewis Hamilton, Toto Wolff, Niki Lauda

Die Philosophie von Mercedes scheint aufzugehen

Foto: Daimler AG

Hamilton ist da nicht die Ausnahme. Mercedes sei bemüht, für jede Schlüsselperson ideale Rahmenbedingungen zu bieten, wie Wolff sagt: "Wir haben Personal in der Fabrik, die arbeiten drei oder vier Tage die Woche und gehen sonst Radfahren. Warum? Weil das Radfahren gut für ihren Kopf ist. Sie kommen stärker in die Firma zurück."

Einen festen Nine-to-five-Job gibt es bei Wolff nicht. Er möchte seinen Mitarbeitern Freizeit einräumen und Empathie entgegenbringen: "Unter den 1.600 Mitarbeitern, die unter meiner Verantwortung stehen, pflegen wir immer Verständnis und Respekt für den Einzelnen, um die beste Performance aus ihnen herauszuholen", sagt er.

Wolff: Hamilton wird falsch wahrgenommen

Wenn es aber um Lewis Hamilton geht, ist die Öffentlichkeit häufig kritisch und beäugt jeden Schritt argwöhnisch. Das findet Wolff seltsam und ist der Meinung, dass sein Fahrer "in Großbritannien nicht so wahrgenommen wird, wie er wahrgenommen werden sollte".

"Eines Tages wird er seine Karriere mit zahlreichen Rekorden beenden. Dann werden die Leute sagen: 'Er war der größte Rennfahrer auf dem Planeten - und wir waren Zeitzeugen dieser Reise! War er nicht eine interessante Persönlichkeit, wegen all der Dinge, die er neben dem Rennfahren gemacht hat?'"

"Aber aus irgendeinem Grund scheint es diesen Zwang zu geben, ihm eins auszuwischen", wundert sich der Mercedes-Sportchef. "Vielleicht sind das die besseren Headlines. Vielleicht verkauft man so mehr Zeitungen und generiert mehr Klicks. Ich weiß nicht. Ich finde nicht, dass das der Chance gerecht wird, die wir haben. Nämlich den vielleicht besten Rennfahrer, der je existiert hat, auf einer ganz außergewöhnlichen Reise zu begleiten."

Mit Bildmaterial von LAT.

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