Toto Wolff: Hamilton-Fehler hatten nichts mit Druck zu tun

Am Donnerstag unterstellte Lewis Hamilton seinem WM-Rivalen Max Verstappen noch Druck, am Samstag machte er selbst zwei Fehler

Toto Wolff: Hamilton-Fehler hatten nichts mit Druck zu tun

Noch am Donnerstag hatte Lewis Hamilton gemutmaßt, dass Rivale Max Verstappen der Druck seines ersten echten WM-Kampfes zu Kopf steigen könnte - auch wenn dieser das wohl nicht zugeben würde. Im Qualifying von Sotschi zwei Tage später war es aber der Mercedes-Pilot, der gleich zwei unübliche Fehler machte und nur auf dem vierten Platz landete.

Wenige Minuten vor Ende von Q3 touchierte Hamilton in der Boxengasse die Mauer und beschädigte sich seinen Frontflügel, auf der entscheidenden Runde mit Slicks kurze Zeit später drehte er sich erneut in die Streckenbegrenzung und war danach mächtig sauer auf sich: "So etwas erwartet man von einem Champion nicht", haderte er.

Ist es also eher Hamilton, der unter Druck die Fehler macht? Das würde Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zumindest für das heutige Qualifying nicht so stehen lassen: "Ich glaube nicht, dass es heute am Druck lag, denn es stand ja schon fest, dass Max von ganz hinten starten wird", meint der Österreicher.

Warum Hamilton die Fehler gemacht hat, könne er auch nicht sagen, "aber ich denke nicht, dass es mit dem Druck der Meisterschaft zu tun hat", so Wolff. "Er war ja auch nicht der einzige, dem das passiert ist."

Wolff: "Auch Red Bull hatte schon Pech"

Unter dem Strich war es aber ein enttäuschendes Qualifying aus Mercedes-Sicht. Viele hätten auf eine silberne - okay, schwarze - erste Startreihe getippt, doch am Ende gab es nur die Positionen vier und sieben. "Das ist ärgerlich", sagt Wolff und hadert etwas damit, dass Mercedes aus seinen beiden starken Strecken Monza und Sotschi bislang nicht viel machen konnte.

 

"Aber so ist Rennsport, und das ist ein weiterer Schlag, den wir einstecken müssen", meint er. "Aber das Pendel schwingt in beide Richtungen. Auch Red Bull hatte schon das Pech, das wir derzeit haben. Keines der beiden Teams konnte bislang einen großen Vorsprung aufbauen."

Mercedes' Problem am heutigen Samstag war, dass man zu spät auf die Slickreifen gewechselt war. Andere wie George Russell oder Lando Norris sind das Risiko eher eingegangen und wurden belohnt. Doch das ist das Los eines Topteams, weiß Wolff.

"Platz vier keine Katastrophe"

"Es wäre falsch gewesen, das Risiko einzugehen und als einer der ersten auf Slicks zu gehen - und das hat uns die erste Reihe gekostet", sagt er. "Einige unserer Gegner können mehr Risiken eingehen, weil sie in Q3 ohnehin hinten gewesen wären. Wir müssen einfach unsere Arbeit tun und dürfen keine Fehler machen - und dann werden die Punkte schon kommen."

Zudem weiß man bei Mercedes, dass noch nichts verloren ist: "Platz vier ist nicht die schlechteste Startposition", sagt Wolff. Denn in den vergangenen Jahren hat sich die zweite Startreihe durchaus als Vorteil herausgestellt, weil man im Windschatten heraus die Führenden attackieren kann. "Platz drei ist wohl die beste Startposition, von daher ist Platz vier keine Katastrophe."

"Im Gegenteil: Sie kann sogar für Möglichkeiten sorgen", sagt Wolff. "Ich bin optimistisch, dass wir morgen eine Menge Punkte für das Team und für Lewis in der Fahrer-WM holen werden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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