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Toto Wolff: Hamilton war "in einer anderen Dimension"

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Toto Wolff: Hamilton war "in einer anderen Dimension"
Autor:
Co-Autor: Scott Mitchell

Mercedes-Teamchef Toto Wolff gesteht, dass sich das Team im Grand Prix von Ungarn mit einer Notlüge behalf & selbst an der Zweistoppstrategie von Hamilton zweifelte

Lewis Hamilton hat den Grand Prix von Ungarn dank eines Strategiekniffs seiner Mannschaft gewonnen. Nur der Brite habe diese Zweistoppstrategie in einen Sieg verwandeln können, jubelte Mercedes-Chefstratege James Vowles nach dem Rennen. Und auch Toto Wolff war nach dem siebten Ungarn-Triumph des WM-Führenden sprachlos.

"Seine Fahrleistung war für mich einfach in einer ganz anderen Dimension", ist der Mercedes-Teamchef von der Triumphfahrt seines Piloten entzückt. Hamilton schaffte es gegen Rennende nach seinem zweiten Stopp in Runde 48 21 Sekunden auf den Red Bull von Max Verstappen aufzuholen.

Genau 21 Runden hatte er dafür Zeit. Seine frischen Medium-Reifen gaben ihm einen entscheidenden Vorteil, Verstappens harte Pneus waren zum Zeitpunkt des zweiten Mercedes-Stopps bereits 23 Runden alt. Doch schon auf den harten Reifen ritt Hamilton eine Attacke in Kurve 4, die allerdings nicht zu seinen Gunsten ausging.

Notlüge am Hamilton-Boxenfunk wirkte Wunder

"Dann hat er auf Verstappen aufgeholt und hat ihn auf dem harten Reifen stark unter Druck gesetzt. Da konnte man sehen, dass die beiden wirklich großartige Piloten sind mit großem Respekt füreinander." Denn nur bei gegenseitigem Respekt könne man Seite an Seite bei 290 km/h in eine Kurve einbiegen.

"Das war eine unglaubliche Leistung", schwärmt der Wiener. Am Mikrofon von 'Sky' ergänzt er: "In Österreich sagen wir dazu: 'Das war großes Kino!' Wir haben dieses unglaubliche Comeback nicht erwartet, dass das noch so ausgeht."

Denn die Zweistoppstrategie hatte man noch am Sonntagvormittag als "nicht konkurrenzfähig" ausgemacht. "Dann haben wir aber auf die richtige Art und Weise reagiert." Auch am Boxenfunk musste die Mannschaft Hamilton erst davon überzeugen, dass er auf der richtigen Strategie unterwegs sei.

 

"Zu einem gewissen Zeitpunkt im Rennen waren wir uns nicht sicher, dass er ihn kriegen würde, dann haben wir aber entschieden, dass wir es ihm trotzdem einfach sagen würden, dass er ihn in der letzten Runde kriegen könnte", gesteht der Mercedes-Teamchef im Nachhinein.

"Und wir wussten, dass wenn er mal drin ist im Fenster, er ihn auffressen wird." Mit einer schnellsten Rennrunde nach der anderen konnte Hamilton, der laut eigener Aussage nur noch "Quali-Runden" drehte, in Runde 67 schließlich am Heck des Red Bull anklopfen und vorbeigehen.

Der "richtige Fahrer" und die richtige Strategie führten laut Wolff zum Sieg in Ungarn. "Die Strategieabteilung hat alles aus Hockenheim wettgemacht und abgeliefert. Der Fahrer ist einfach eine eigene Liga." Die Fehler, die das Team im Regenchaos des Deutschland-Grand-Prix begangen hat, halfen der Truppe eine Woche später.

Wolff freut sich: "Rennen wie in einem Fliegercockpit abgelaufen"

"Wo wir dort ein bisschen durcheinander geredet haben, haben wir heute [die Anweisungen] befolgt. Wir haben gelernt, wir haben unser Intercom-Protokoll verbessert und heute ist das wie in einem Fliegercockpit abgelaufen", schilderte der Österreicher direkt nach dem Rennen.

Gemeinsam habe das Team die Entscheidung getroffen, Risiko einzugehen. Denn sonst wäre Hamilton "garantiert" Zweiter geworden. Mit dem Medium habe Hamilton schließlich "ein Offset kreieren können", dadurch bekam er die Chance auf den Sieg. "Sobald er die gerochen hat, gab es kein Zurück mehr."

Es war dies nicht nur der achte Saisonerfolg für Hamilton, es war auch ein Sieg von Chefstratege James Vowles, der sich schließlich für die Zweistoppstrategie entschied. Selbst der Weltmeister musste sich nach dem Rennen beim Briten für seine Zweifel entschuldigen. Vowles war auch schon beim Honda-Sieg von Jenson Button 2006 als Strategie im Team mit dabei.

Nach der Schmach in der Vorwoche ist Wolff begeistert vom Comeback seiner Mannschaft: "Deshalb lieben wir diesen Sport." Man schwanke als Beteiligter schließlich immer zwischen "himmelhochjauchzend" und "zu Tode betrübt".

Daher versucht Wolff Momente wie am Sonntag auf dem Hungaroring "festzuhalten". Das Ergebnis sei für die gesamte Mannschaft wichtig gewesen. Mercedes startet nun mit einem Sieg in die Sommerpause. Zehn von zwölf Rennen konnte das Team in der ersten Saisonhälfte gewinnen.

"Um eine Ära so zu dominieren", erklärt der 47-Jährige, "muss ein Team geformt werden auf dieser Reise und etwas Besonderes kreieren. Das passiert nicht ohne jedes einzelne Mitglied des Teams, und sicherlich nicht ohne den richtigen Kerl im Auto."

Ausblick auf Spa: "Sollte Ferrari entgegenkommen"

Den Vorsprung in der Fahrer-Wertung konnte Hamilton dank seines insgesamt 81. Karriereerfolgs ausbauen. Er liegt nun bereits 62 Punkte vor Valtteri Bottas. "Was mich persönlich sehr zufriedenstellt: Wir hatten ein sehr gutes Rennauto heute. Wir waren mit Abstand das schnellste Auto auf der Strecke."

Nach der Sommerpause erwarten die Silberpfeile in Belgien und Italien allerdings schwierige Aufgaben. "Das sind komplett andere Strecken, wo Motorleistung gefragt ist. Das sollte Ferrari sehr entgegenkommen", glaubt Wolff. "Das wird für uns deutlich schwieriger, daher werden wir den Moment genießen und morgen anfangen, unsere Probleme in Ordnung zu bringen, um in Spa konkurrenzfähig zu sein."

Mit Bildmaterial von LAT.

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