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Toto Wolff: Ist das seine Absage an Liberty Media?

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Toto Wolff: Ist das seine Absage an Liberty Media?
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
06.12.2019, 19:23

Lewis Hamilton wartet darauf, dass Toto Wolff über seine Zukunft entscheidet, was impliziert, dass es für den Teamchef eine Entscheidung zu treffen gibt ...

Toto Wolff, das ist kein Geheimnis im Paddock der Formel 1, ist nach sechs Doppel-WM-Titeln hintereinander ein heiß begehrter Mann. Wilde Internet-Gerüchte besagen neuerdings sogar, dass er im Doppelpack mit Lewis Hamilton zu Ferrari wechseln könnte (unwahrscheinlich, da sind sich die Experten einig), und in sozialen Netzwerken wollen ihn libanesische Formel-1-Fans sogar als ihren neuen Premierminister haben.

Schon eher realistisch schätzt man in der Branche Gerüchte ein, dass er 2021 den Job von Chase Carey als Vorsitzender der Formel 1 übernehmen könnte. Der oberste Liberty-Media-Chef John Malone soll, so wird es 'motorsport.com' erzählt, ein großer Fan des österreichischen gelernten Finanzinvestors sein. Und Wolff selbst darüber entscheiden können, ob er den Job will oder nicht.

Lewis Hamilton goss in Abu Dhabi (vermutlich eher ungewollt) zusätzliches Öl ins Feuer, als er, eher beiläufig, verriet: "Ich weiß, dass sich Toto gerade Gedanken über seine Zukunft macht. (...) Ich warte ab, wie er sich entscheidet." Was impliziert, dass es kein Selbstläufer ist, dass Wolff seinen Ende 2020 auslaufenden Vertrag als Mercedes-Teamchef verlängern wird.

Im Rahmen der Weltmeister-Pressekonferenz in Paris legt Hamilton nach: "Wäre es ohne Toto das Gleiche? Ich denke nicht. Er muss tun, was für ihn das Richtige ist. Was das Richtige für seine Familie ist, für seine Zukunft. Und ich muss tun, was für mich das Richtige ist." Nachsatz: "Veränderung kann auch etwas Gutes sein."

Doch während Hamilton seinen Flirt mit Ferrari neuerdings recht öffentlich zelebriert, bleibt Wolff diskret. Und liest man zwischen den Zeilen, dann klingt das, was er in Paris zu sagen hat, fast schon ein bisschen nach einem Bekenntnis zu Mercedes: "Ich habe herausgefunden, dass ich die Beziehungen im Team und zu den Entscheidungsträgern bei Daimler sehr genieße."

"Das ist ein fundamentaler Teil meines Wohlbefindens. Sie haben uns Vertrauen geschenkt und uns den Freiraum gegeben, den wir brauchen, um dieses Team erfolgreich zu machen", sagt er. "Es fällt mir nicht leicht, die richtige Entscheidung für uns alle zu treffen. Das ist ein Prozess, der ein bisschen dauern wird."

Das suggeriert, dass der Verbleib bei Mercedes tatsächlich kein Selbstläufer ist und andere Optionen für seine Zukunft auf dem Tisch liegen - weil offenbar eine Entscheidung getroffen werden muss. Doch im nächsten Satz gibt Wolff das bislang stärkste Signal, dass er seine Zukunft bei den Silberpfeilen sieht: "Ich sehe da Stand heute keine Überraschungen."

Auch, weil er sich mit Hamilton besser denn je versteht. Wie offen die beiden mit den Ferrari-Gerüchten umgehen, ist in einem Business wie der Formel 1 beispiellos. Bei vielen anderen Fahrer-Teamchef-Beziehungen hätten Medienberichte wie jener über die zwei Treffen zwischen Hamilton und Ferrari-Präsident John Elkann für Spannungen gesorgt.

"Wir arbeiten seit einiger Zeit zusammen. Wir vertrauen einander", sagt Wolff. "Wir haben schwierige Zeiten durchgemacht und sind stärker und mit einer stärkeren Verbindung daraus hervorgegangen. Neben uns beiden gibt es viele andere, die den inneren Kreis des Teams bilden. Und natürlich reden wir die ganze Zeit darüber, in welche Richtung wir das Team und Lewis' Karriere gehen sehen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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