Toto Wolff: Keine Angst vor Personalabgängen zu Audi

Droht Mercedes mit dem Formel-1-Einstieg von Audi 2026 die nächste Personalabgangswelle? Warum Teamchef Toto Wolff nicht davon ausgeht

Toto Wolff: Keine Angst vor Personalabgängen zu Audi
Audio-Player laden

Mit Audi wird 2026 ein zweiter großer deutscher Automobilhersteller in die Formel 1 einsteigen, nachdem sich Mercedes bereits seit 2010 als komplettes Werksteam in der Königsklasse engagiert. Für die großen Teams Mercedes, Red Bull und Ferrari wird dabei nicht nur ein neuer ernstzunehmender Rivale auf, sondern auch neben der Strecke hinzukommen.

Da Audi mit einer Übernahme des relativ kleinen Sauber-Teams als Werksteam auftreten wird, könnte der deutsche Autohersteller zusätzlich zur Installierung von eigenen Mitarbeitern auch Personal von der Konkurrenz abwerben. Mercedes-Teamchef Toto Wolff macht sich diesbezüglich aber keine zu großen Sorgen.

"Wir haben noch niemanden an Audi verloren, aber es wird Situationen geben, in denen einige der Mercedes- oder Ex-Mercedes-Leute zu Audi gehen werden, daran besteht kein Zweifel", sagt Wolff. "Dies ist ein offener Markt, und zwischen den Teams gibt es diese Bewegungen."

Wolff: Red Bull bezüglich Personalabwerbungen gefährlicher als Audi

"Wir haben auch diese Bewegungen von anderen Power-Unit-Herstellern zu uns, obwohl wir dafür nicht jedes Mal eine Pressemitteilung herausgeben, wenn das passiert. Also ist das völlig normal", meint der Mercedes-Teamchef.

Vor noch nicht allzu langer Zeit musste das Mercedes-Team bereits einige schmerzhafte Abgänge in der Motorenabteilung vertragen, nachdem Red Bull mit Red Bull Powertrains eine eigene Motorenschmiede aufgebaut hat, um den Formel-1-Ausstieg des einstigen Motorenpartners Honda Ende 2021 ausgleichen zu können. Dabei hat man sich vor allem am Personal von Mercedes bedient.

"Ich denke, dass die größte Konkurrenz Red Bull ist und war, weil sie gleich um die Ecke sind", sagt Wolff, der damit erklärt, dass die Barriere von den Mercedes-Standorten in Brackley und Brixworth zum Red-Bull-Hauptquartier ins wenige Kilometer entfernte Milton Keynes zu wechseln, geringer ist, als von England zum Audi-Stützpunkt in deutschen Neuburg oder zukünftig nach Hinwil in die Schweiz zu gehen.

Wolff sicher: Audi wird "sehr wettbewerbsfähig sein"

"Ich denke, dass es eine größere Hürde gibt, den Hersteller der Antriebseinheit zu wechseln, wenn es darum geht, nach Deutschland zu ziehen, sodass das definitiv nicht etwas ist, was mich am meisten beunruhigt", fügt Wolff hinzu. "Und die Kostendeckelung kommt auch im Bereich der Antriebseinheit, sodass die Menge an Geld, die ausgegeben werden kann, begrenzt wird und ich denke, das ist wichtig."

Dennoch ist sich der Mercedes-Teamchef bewusst, dass mit Audi ein ernst zu nehmender Kontrahent für Mercedes hinzukommen wird: "Das ist sehr aufregend. Sie haben eine fantastische Infrastruktur in Neuburg, eine hochmoderne Anlage."

"Sie wissen, wie man Leistung bringt, wie sie in Le Mans gezeigt haben. Und ich habe keinen Zweifel, dass sie sehr, sehr wettbewerbsfähig sein werden. Sie sind jetzt Teil eines Teams, das in der deutschen Schweiz ansässig ist. Das ist etwas, das sie kennen und verstehen. Ich denke also, dass es für sie sicherlich eine Herausforderung sein wird."

"Aber ich bin überzeugt, dass sie gut im Spiel sein werden. Es ist also gut, dass sie dazukommen. Das zeigt die Stärke und die Attraktivität der Formel 1 und was sie den besten Marken der Welt bieten kann", so Wolff.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Formel-1-Liveticker: Mick Schumacher gehen die Optionen aus
Vorheriger Artikel

Formel-1-Liveticker: Mick Schumacher gehen die Optionen aus

Nächster Artikel

Von wegen Klimaschutz: So viel Strom fressen Heizdecken in der Formel 1!

Von wegen Klimaschutz: So viel Strom fressen Heizdecken in der Formel 1!