Toto Wolff: Keine Angst vor Verstappen-Hamilton-Crash

Obwohl beide WM-Rivalen in Reihe 1 starten, sieht Toto Wolff keine Gefahr für eine erneute Kollision - Kurve 3 als große Problemzone von Mercedes

Toto Wolff: Keine Angst vor Verstappen-Hamilton-Crash

Einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Heimsieg in Zandvoort hat Max Verstappen mit der Poleposition schon erreicht. Denn weil Überholen auf dem Kurs als so schwierig gilt, ist der erste Startplatz schon einmal die halbe Miete. Mercedes muss auf die erste Runde und die Strategie hoffen, weil man zumindest mit zwei Autos gegen ein Auto fährt.

Beinahe hätte Lewis Hamilton die Zeit des Red-Bull-Piloten im Qualifying geknackt, doch um 38 Tausendstelsekunden reichte es am Ende für den Lokalmatadoren. Dabei hatte Hamilton noch einmal alles versucht: "Im dritten Sektor war ich wirklich am Limit. Man hat gesehen, dass in der letzten Kurve kein Stück Straße mehr übrig war", sagt der Mercedes-Pilot.

"Ich war wirklich glücklich damit und finde es toll, dass wir so nah dran sein konnten, denn irgendwann waren sie einmal sehr weit weg", meint Hamilton. Doch der Brite, der einen Großteil des zweiten Trainings verpasst habe, habe kontinuierlich Rundenzeit weggechippt, wie er sagt. "Und wenn wir noch eine Session hätten, würden wir alle noch schneller fahren."

Achillesferse Kurve 3

Wo Mercedes das Qualifying verloren hat, war vor allem der erste Sektor und dabei speziell Kurve 3, die langsame Steilkurve. "Das ist seltsam", sagt Motorsportchef Toto Wolff. "Wir sind auf dem Rest des Kurses konkurrenzfähig, aber unser Auto scheint mit dem extremen Banking der langsamen Kurve nicht glücklich zu sein. Wir haben die Antwort noch nicht gefunden."

 

Laut Hamilton sei es vor allem der Ausgang von Kurve 2 zusammen mit Kurve 3, wo Mercedes Zeit verliert. "Mir wurde gesagt, dass wir dort 0,18 Sekunden verloren haben. Es ist schwierig zu sagen wieso, aber irgendetwas ist da. Einige Charakteristiken unseres Autos scheinen diese Kurve nicht zu mögen."

Doch im Rennen will die Kurve insgesamt 72 mal durchfahren werden, genau wie alle anderen Kurven. Für Hamilton wird das Neuland sein, weil er bislang keine Longruns gefahren ist und nicht weiß, wie sich die Strecke mit viel Sprit anfühlen wird. "Ich habe nur meine Referenz von 2005, und daran erinnere ich mich nicht mehr", sagt er.

Heißer Start?

Der siebenmalige Weltmeister glaubt aber, dass Red Bull im Longrun besser sein wird. Und weil das Überholen eben fast unmöglich ist, dürfte vieles auch auf die erste Runde ankommen: "Der Start wird spaßig", kündigt er an. Sehen wir daher eine besonders spektakuläre erste Runde, weil jeder weiß, dass es die letzte Chance sein könnte?

"Ich denke, als Fahrer versucht man immer seinen besten Start und schaut dann, was danach passiert", meint Verstappen. "Man versucht am Start immer, einen Platz zu gewinnen oder seine Position zu halten. Kommt darauf an, wo du bist."

Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko sagt bei 'Sky' sogar klipp und klar: "Ich glaube, wenn der Start gelingt, sollte das für einen Sieg reichen."

Toto: Schluss mit Silverstone-Referenzen!

Doch mit der tückischen Strecke und den weiteren Aussichten für das Rennen: Birgt das vielleicht die Gefahr einer weiteren Kollision der WM-Rivalen wie beim Heimspiel von Hamilton? Toto Wolff winkt ab und will keine weitere Kollision herbeireden: "Ich denke, dass die beiden Protagonisten noch öfter Seite-an-Seite starten werden. Wir können nicht annehmen, dass es immer in einem Unfall endet."

"Sie gehörten zu den Allerbesten. Sie wissen, dass jeder Sieg zählt, aber das werden sie hart, aber fair austragen", so der Österreicher. "Wir müssen aufhören, immer auf Silverstone zu verweisen, weil wir das noch fünfmal in diesem Jahr machen, wenn sie nebeneinander stehen."

Eine Strategie wird Wolff seinem Piloten für die ersten beiden Kurven nicht mit an die Hand geben - das ist Aufgabe des Renningenieurs. "Wir müssen ihm aber nicht sagen, wie er fahren muss oder was auf dem Spiel steht. Das weiß er selbst am besten", sagt er.

Strategievorteil Mercedes

Doch wie viel geht noch, wenn die Startrunde erst einmal absolviert ist? Bei Mercedes geht man davon aus, dass Red Bull im Renntrimm im Vorteil ist. "Es wird daher nicht einfach, sie herauszufordern", sagt Bottas. "Aber wir werden es natürlich versuchen."

Mercedes' Vorteil ist, dass man mit zwei Autos gegen einen Red Bull steht und daher strategisch ein paar Optionen hat. "Alles ist noch möglich. Es ist nicht so, dass sie uns meilenweit voraus wären", meint Bottas.

"Ja, es wird schwierig werden", glaubt Verstappen. "Durch die schnellen Kurven wird es hart für die Reifen, von daher ist es kein geradliniges Rennen. Wir fahren eine Menge Runden, aber natürlich ist es wichtig, ganz vorne zu sein."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Trotz Frontflügel-Fehler: Leclerc glaubt an Podestchance in Zandvoort

Vorheriger Artikel

Trotz Frontflügel-Fehler: Leclerc glaubt an Podestchance in Zandvoort

Nächster Artikel

F1-Talk am Sonntag im Video: Hat Bottas bei Verstappens Sieg mitgeholfen?

F1-Talk am Sonntag im Video: Hat Bottas bei Verstappens Sieg mitgeholfen?
Kommentare laden