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Toto Wolff räumt ein: Startschwäche von Mercedes ist "nicht akzeptabel"

Auch in Miami kämpft Mercedes mit einem schlechten Start: Für Teamchef Toto Wolff ist das "nicht akzeptabel", wenn man beide Weltmeisterschaften gewinnen möchte

Toto Wolff räumt ein: Startschwäche von Mercedes ist "nicht akzeptabel"

Kimi Antonelli (Mercedes) beim Großen Preis von Miami 2026

Foto: Sutton Images

Mercedes gewinnt auch das vierte Rennen der diesjährigen Saison, doch die größte Schwäche der Silberpfeile bleibt auch in Miami unübersehbar: der Start. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli verlor beim Sprint-Start am Samstag insgesamt sechs Positionen, im Rennen am Sonntag immerhin zwei Plätze.

Schon an den ersten drei Rennwochenenden des Jahres hatte der Italiener im Verlauf der ersten Rennrunde insgesamt 18 Plätze eingebüßt, und sich anschließend jeweils wieder nach vorne gekämpft. Doch der Vorsprung schmilzt, und Ferrari, McLaren sowie Red Bull rücken den Silberpfeilen mittlerweile immer näher.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff bezeichnete die bisherigen Starts im Gespräch mit Sky sogar als "nicht akzeptabel" für ein Team, das beide Weltmeisterschaften gewinnen will. "Wir müssen das in den Griff bekommen, wir schauen uns das schon viel zu lange an."

Wie schon bei den ersten Rennen des Jahres spricht der Österreicher seinen Piloten allerdings von jeglicher Verantwortung frei. "Es liegt absolut nicht an ihm", so Wolff auf Nachfrage von Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network.

"Ich denke, es war ein Teamfehler. Wir alle wissen: Das ist einfach nicht gut genug", betont der Mercedes-Teamchef. "Wir leisten keine gute Arbeit dabei, ihnen das richtige Werkzeug an die Hand zu geben - sei es die Kupplung oder die Einschätzung des Grips."

Kimi Antonelli sieht Schuld zum Großteil bei sich

"[Am Sonntag] war es fairerweise nicht ganz so schlimm. Ich habe zwei Plätze verloren, im Sprint sogar sechs, also war es etwas besser. Aber trotzdem, das ist nicht akzeptabel", meint auch Antonelli selbst. "Gerade an einem Wochenende wie diesem, wo die Abstände viel geringer sind, kann das den Rennverlauf komplett verändern."

"Ich denke, das ist ein Punkt, an dem wir auch gemeinsam mit dem Team arbeiten müssen, denn gestern zum Beispiel im Sprint war die Prozedur gut, aber der Grip, den wir erwartet hatten, war einfach nicht da", erklärt der 19-jährige Italiener die Hintergründe.

Anders als Wolff sieht sich Antonelli ebenfalls in der Verantwortung. "Es liegt auch am Team, aber vor allem an mir selbst, da ich noch etwas unbeständig bin, besonders mit der Kupplung. Mir fehlt noch das nötige Selbstvertrauen, um das konstant hinzubekommen."

"Ich bin noch etwas unsicher, daher ist das ein wichtiger Punkt, an dem ich arbeiten muss. Aber ich denke, [am Sonntag] ist es mir besser gelungen als [am Samstag]. Da war ich sehr frustriert, und nun bin ich einfach ruhiger geblieben, habe mich besser geschlagen und konnte mich auf das Rennen konzentrieren."

Toto Wolff gibt zu: Mercedes mit Nachholbedarf

In den ersten Rennen des Jahres war der Vorsprung von Mercedes noch groß genug, um die schwachen Starts zu kompensieren. Doch Wolff räumt ein, dass das kein Dauerzustand sein kann: "Wir sind die Einzigen, die das seit einigen Rennen nicht hinbekommen."

"Wir müssen noch tiefer graben und verstehen, wie wir das beheben. Die Abstände sind nicht groß genug, um gemütlich in den Sonnenuntergang zu fahren. Deshalb darf man keine Starts verhauen." Und der Österreicher weiß, dass die Lösung aus eigener Kraft kommen muss.

Denn der Automobil-Weltverband FIA plant aktuell keine Änderungen am Startprozedere, die den Silberpfeilen entgegenkommen würden. Das Thema ist politisch sensibel, weil Ferrari durch bewusste Entwicklungsentscheidungen (wie einen kleineren Turbo) einen Wettbewerbsvorteil besitzt und diesen logischerweise nicht aufgeben will.

Neues Sicherheitssystem bringt Mercedes keinen Vorteil

In Miami und Montreal testet die FIA allerdings ein Sicherheitssystem zur Erkennung von Starts mit geringer Leistung ("low power start detection"). Dieses erkennt, wenn Autos nach dem Loslassen der Kupplung eine "abnormal niedrige Beschleunigung" aufweisen.

In einem solchen Fall wird automatisch ein begrenzter MGU-K-Einsatz ausgelöst, um ein Mindestmaß an Beschleunigung zu gewährleisten. Die FIA stellte jedoch klar, dass dies keine Performance-Hilfe ist, sondern gefährliche Situationen verhindern soll - wie etwa in Australien, als Franco Colapinto dem stehenden Liam Lawson nur knapp ausweichen konnte.

"Das soll kein Mechanismus sein, der Teams dazu verleitet, das absichtlich zu nutzen", sagt FIA-Formelsport-Direktor Nikolas Tombazis. "Es verwandelt einen katastrophalen Start lediglich in einen schlechten - aber niemals einen schlechten in einen guten." Damit bleibt die Optimierung der Starts, neben dem großen Update-Paket für Montreal, ganz oben auf der Prioritätenliste von Mercedes.

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