Toto Wolff: Rücktritt war für Hamilton nie ein Thema

Laut Toto Wolff stand ein Rücktritt von Lewis Hamilton nie zur Debatte, doch der Brite war sich zwischenzeitlich unsicher, ob er weitermachen möchte

Toto Wolff: Rücktritt war für Hamilton nie ein Thema

Als Lewis Hamilton im Januar seinen Vertrag mit Mercedes nur um ein Jahr verlängerte, brodelte sofort die Gerüchteküche: Nach 2021 ist Schluss, dachten viele. Hamilton würde 2021 seinen achten WM-Titel holen und dann als alleiniger Rekordhalter abtreten. Doch so kam es nicht: Stattdessen verlängerte er seinen Vertrag im Sommer um zwei weitere Jahre und beendete alle Diskussionen.

Laut Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff stand ein Rücktritt dabei aber nie zur Debatte: "Ich glaube, dass er nie aufhören wollte, in der Formel 1 anzutreten", sagt er. "Du musst natürlich immer Optionen haben, aber aufhören war nie eine Option. Es schien ziemlich klar zu sein, dass wir weitermachen würden."

Hamilton selbst widerspricht dem jedoch und sagt, dass er zwischenzeitlich unsicher gewesen sei, ob er wirklich weitermachen soll - das war ein Grund für den Ein-Jahres-Deal. Auf die Aussage von Wolff angesprochen, dass man (in einem anderen Interview) über einen möglichen Rücktritt gesprochen habe, kann sich Hamilton aber nicht erinnern.

Keine Erinnerung an Rücktrittsgespräche

"Ich erinnere mich nicht daran, das Thema Rücktritt aufgebracht zu haben. Aber wenn er sagt, dass wir darüber gesprochen haben, dann müssen wir das wohl getan haben", so der siebenmalige Weltmeister. "Das ist aber aktuell nicht das Wichtigste für mich."

Die Verlängerung war für ihn aus vielerlei Gründen eine Herzensangelegenheit. Zum einen liebt er immer noch den Rennsport und mag die neue Herausforderung durch Red Bull und Max Verstappen und fühlt sich auch immer noch fit.

Zum anderen geht es aber nicht nur um das Thema Racing, sondern auch um Gesellschaft. Der Sport fördert Diversität und Inklusion. "Ich war zu Beginn ein Teil davon und möchte damit weitermachen", sagt Hamilton. "Und ich arbeite liebend gerne mit dem Team zusammen", meint er. "Ich fühle mich noch so engagiert wie eh und je. Daher habe ich keinen Grund gesehen, aufzuhören."

Gespräche im Winter schwierig

Die Gespräche über den neuen Vertrag waren für Hamilton auch deutlich angenehmer als zuvor im Winter. Denn da habe der Brite laut eigener Aussage eine stressige Zeit gehabt und die Gespräche auch nur über Zoom führen können. Daher habe Hamilton Wolff auch gebeten, aus dem ursprünglich für zwei Jahre angedachten Vertrag nur eine Verlängerung um ein Jahr zu machen.

"Wir waren in einer Pandemie und es hat sich so viel verändert auf der Welt. Ich war mir auch unsicher, ob ich weitermache oder nicht", sagt er. "Aber dann hatte ich den besten und spaßigsten Start in das Jahr und habe die Achterbahnfahrt genossen. Und mit mehr direktem Kontakt mit Wolff lief der neue Vertrag im Sommer dann auch einfacher von der Hand.

Auch weil Hamilton in seinem Kopf klarer war. "Es ist wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, um zu evaluieren. Es ist wichtig, dass wir das tun, was für uns in Sachen geistiger Gesundheit wichtig ist." Auch er war nach einer langen Saison ausgelaugt, stellte dabei aber fest: "Ich bin aufgewacht und habe an den Rennsport gedacht. Also wollte ich weiter Rennen fahren."

"Und dieser enge Kampf hat mich dem Team näher gebracht. Ich musste mich noch mehr reinhängen, und dieses Entdecken liebe ich. Das hat die Liebe zum Sport in mir neu entfacht", sagt er. "Und ich möchte dabei helfen, den Sport zu entwickeln, damit er so großartig wie möglich sein kann."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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