Toto Wolff: Russell-Titel 2022 wäre "ein Luxusproblem" für Mercedes

Mercedes-Teamchef Toto Wolff traut "Zauberlehrling" George Russell bereits in seiner ersten Saison zu, Formel-1-Weltmeister zu werden

Toto Wolff: Russell-Titel 2022 wäre "ein Luxusproblem" für Mercedes

Toto Wolff rechnet nicht damit, dass das Stallduell zwischen Lewis Hamilton und Neuzugang George Russell in der Formel-1-Saison 2022 eskalieren wird. Der Mercedes-Teamchef hat Erfahrung aus der Saison 2016, als sich Hamilton und Nico Rosberg, der damals letzten Endes knapp Weltmeister wurde, einen erbitterten Kampf geliefert haben, der für das Team beinahe zur Zerreißprobe geworden wäre.

Aber Wolff ist optimistisch, dass er Hamilton-Russell besser im Griff haben wird als Hamilton-Rosberg: "Ich glaube, dass wir als Team das mittlerweile wesentlich besser managen können als vielleicht damals, wo wir ins Ungewisse hineingeschlittert sind", sagt der Mercedes-Teamchef, von 'Motorsport.com' auf das Thema angesprochen.

Das wird auch notwendig sein. Am Ende der Saison 2016 war Wolff von der Eskalation im eigenen Team so entnervt, dass bei der Frage nach einem Ersatz für Rosberg die Harmonie im Team ein besonderes Kriterium war. Eine Paarung bestehend aus Hamilton und dem damaligen Mercedes-Junior Pascal Wehrlein bezeichnete Wolff damals als potenziell zu explosiv.

Doch jetzt setzt man Hamilton mit Russell einen aufstrebenden Shootingstar ins Team, der sich voraussichtlich nicht mit einer Nummer-2-Rolle zufriedengeben wird. Aber: "Die Dynamik zwischen George und Lewis wird eine völlig andere sein. Du hast den Zauberer und den Zauberlehrling, und ich glaube, diese Rollenverteilung ist beiden klar", sagt Wolff.

Fans befürchten: Russell soll sich als Nummer 2 fügen

Ein Satz, der die bösen Vorahnungen von Mercedes-kritischen Verschwörungstheoretikern zu bestätigen scheint. Im Internet posten viele Fans, dass sie befürchten, Russell könnte gegenüber Hamilton benachteiligt werden. Weil ein acht-, neun- oder zehnmaliger Weltmeister Hamilton in der weltweiten Vermarktung mutmaßlich wertvoller ist als ein Titel für Russell.

Ein Gedankengang, den Wolff allerdings nicht zulässt: "Wir haben das Duell und den Wettbewerb zwischen den Fahrern immer zugelassen", stellt er klar. Und: "Dass George Gas geben und Speed zeigen wird, davon gehen wir aus. Aber gleichzeitig versprechen wir uns davon eine gute Performance des Teams. Wenn's ruppig wird, muss ich dafür sorgen, dass ich die Straße glätte."

2016 habe man das Duell zwischen Hamilton und Rosberg "nicht richtig gemanagt. Das muss ich mir selbst auf die Kappe schreiben. Aber ich war damals noch ziemlich jungfräulich in der Rolle. Das ist heute anders. Ich kannte die Vergangenheit der beiden Fahrer nicht und habe vielleicht mit dem Team dann auch nicht robust genug reagiert, um diese Dinge zu vermeiden."

Wolff unterstreicht: Ausgangslage bei Rosberg völlig anders

"Aber Nico war auch in einer völlig anderen Situation als George. Nico war mitten in seiner Karriere, war bei Mercedes 2016 schon seit sechs Jahren, kam früher als Lewis. Deswegen war die Dynamik anders", erinnert Wolff daran, dass Rosberg seit 2010 quasi "Gründungsmitglied" der modernen Silberpfeile war, während Hamilton erst 2013 zum Team kam.

Jetzt habe man "mit Lewis einen Fahrer, der jetzt acht Jahre bei Mercedes war, eine großartige Karriere hat und noch mittendrin dabei ist, weitere Rekorde aufzustellen. Und auf der anderen Seite haben wir ein junges, aufstrebendes Talent, das immer wieder außerordentliche Performances zeigt, so wie in Sotschi und in Spa im Regen."

Russell müsse den Beweis dafür, dass er Topleistungen wie in Bahrain 2020 regelmäßig bringen kann, "noch konsolidieren, um sich für eine Meisterschaft zu qualifizieren". Aber Wolff schließt nicht aus, dass der 23-Jährige schon 2022 Weltmeister werden kann: "Das kann auch im ersten Jahr schon passieren und wäre ein Luxusproblem, das wir dann lösen müssen."

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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