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Toto Wolff: Sebastian Vettel hätte in Austin "spielerisch" gewonnen

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Toto Wolff: Sebastian Vettel hätte in Austin "spielerisch" gewonnen
22.10.2018, 00:58

Der Mercedes-Sportchef ist genervt davon, in der Presse schon als Doppel-Weltmeister gefeiert zu werden – Er warnt seine Truppe vor Überheblichkeit und Ferrari

Mercedes-Sportchef Toto Wolff ist davon überzeugt, dass Sebastian Vettel den US-Grand-Prix am Sonntag ohne seinen Dreher in der Startrunde "mit spielerischer Leichtigkeit" gewonnen hätte. Er macht keinen Hehl daraus, dass die Silberpfeile in Austin nicht schnell genug waren, um Ferrari ernsthaft Paroli zu bieten und scheint sich deshalb auch um die kommenden Rennen zu sorgen.

"Es ist bislang die schwierigste Saison", vergleicht Wolff 2018 mit den übrigen Jahren in der Hybrid-Ära, in der Mercedes jeden Fahrer- und Konstrukteurs-Titel holte. Dass Lewis Hamilton die Serie mit 70 Punkten Vorsprung bei noch 75 zu vergebenen Zählern reißen lässt, glaubt sein Chef wohl selbst nicht. Um die Teamwertung aber zittert Wolff. Ein 66-Punkte-Polster bei 129 Zählern, die in Mexiko, Brasilien und Abu Dhabi den Besitzer wechseln, ist das sprichwörtlich dünne Eis.

Die Situation sei stressig, klagt Wolff und nennt Überheblichkeit in den eigenen Reihen ein Fremdwort. Wie ein Mantra wiederholt er: "Wir dürfen nicht nachlassen. Wir haben es bei anderen in der Vergangenheit gesehen." Der aktuelle Vorsprung wäre "kein Grund, um abzuschenken und zu denken, dass man den Pokal schon in den Händen hat". Daran erinnerte der US-Grand-Prix nochmal.

Ferraris Aufschwung überraschte Mercedes weniger als den restlichen Formel-1-Zirkus. Wolff ist überzeugt, dass die angebliche Krise der Roten und die eigene Rückkehr zu alter Dominanz ein Relikt von Journalisten wären. "Wir sehen es doch in den Medien: We einen Lauf hat, ist Champion und der Größte auf dem Planeten. Alle anderen sind die größten Idioten und man schreibt sie ab."

Der Motorsport funktioniere vielmehr in Zyklen. Die gute Mercedes-Phase wurde in Austin wohl jäh beendet und durch eine Stärkeperiode Ferraris abgelöst, was Reporterfragen nach dem bevorstehenden Gewinn der nächsten WM-Titel aber nicht verstummen ließ. "Es ist ermüdend, wenn man über einen verdammten Pokal reden muss, den man nicht gewonnen hat", zeigt sich Wolff genervt.

Übrigens: Sebastian Vettel lässt sich nicht zu der Bemerkung hinreißen, dass er den US-Grand-Prix ohne das Scharmützel mit Daniel Ricciardo gewonnen hätte. "Wenn wir nach der ersten Runde Vierter oder Fünfter gewesen wären, wäre es sicher enger geworden", meint er. "Ich weiß nicht, ob sich das Rennen genauso entwickelt hätte. Aber vom Speed her waren wir sicher siegfähig."

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