Toto Wolff über Formel-1-Kritik: Dürfen nicht zu "nostalgisch" denken
Mercedes-Teamchef Toto Wolff wünscht sich im Qualifying wieder mehr Vollgas, betont aber auch, dass manche Kritik am neuen Formel-1-Reglement übertrieben sei
Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist mit dem neuen Reglement grundsätzlich zufrieden
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Ist die "neue" Formel 1 wirklich so schlecht, wie sie von vielen gemacht wird? Mehrere Piloten, darunter Max Verstappen und Fernando Alonso, haben sich öffentlich bereits mehrfach darüber beschwert, dass viele Kurven unter dem neuen Reglement keine Herausforderung mehr seien.
"Wie ich schon oft gesagt habe, verkommen die High-Speed-Kurven jetzt zu reinen Ladestationen für das Auto", sagte Alonso im Rahmen des Großen Preises von Japan in Suzuka. Der Fahrer könne hier also keinen Unterschied mehr machen, so der Spanier.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist im Hinblick auf solche Kritik zwiegespalten. Denn einerseits verweist er darauf, dass die Autos in Japan gar nicht so viel langsamer als in den vergangenen Jahren gewesen seien. Tatsächlich lag die Pole-Zeit 2026 von Kimi Antonelli dort bei 1:28.778 Minuten.
Zwar war Max Verstappen in seiner Pole-Runde 2025 (1:26.983) rund 1,8 Sekunden schneller. 2022, als das damalige Reglement ebenfalls komplett neu war, lag die Pole-Zeit von Verstappen allerdings nur bei 1:29.304 - und war damit sogar langsamer als in diesem Jahr.
"Aber man macht es halt mit mehr Power und mehr Geschwindigkeit auf der Geraden", erklärt Wolff bei Sky. In den Kurven seien die neuen Autos dagegen langsamer - beziehungsweise müssen langsamer fahren, um die Batterie aufzuladen.
"Wenn es nach mir ginge", so Wolff, müsse man dieses Problem im Qualifying in der Tat in den Griff bekommen. In der Qualifikation müsse es auf "diese eine schnelle, brutale Runde" ankommen, weshalb man dort "das Lift-and-Coast reduzieren" müsse.
Trotzdem stellt der Mercedes-Teamchef auch klar, dass man das neue Reglement wegen solcher Makel nicht gleich verteufeln solle. Man tendiere gerne dazu, "nostalgisch zu denken", so Wolff. Faktisch sei aber zum Beispiel die 130R in Suzuka sowieso schon lange keine Herausforderung mehr gewesen.
"[Mercedes-Ersatzpilot] Fred Vesti hat mir gerade gesagt, die 130R war schon seit vielen Jahren eine einhändige Kurve. Also keine Mutkurve mehr", verrät Wolff und betont, auch unter dem alten Reglement habe man die Kurve locker mit Vollgas durchfahren können.
Trotzdem müsse man sich anschauen, was man tun könne, um vor allem das Qualifying in der Formel 1 wieder spektakulärer zu machen.
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