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Toto Wolff: Verbot des "Party-Modus" ein Ansporn für Mercedes

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Toto Wolff: Verbot des "Party-Modus" ein Ansporn für Mercedes
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper

Mercedes-Teamchef Toto Wolff gibt zu, dass die Ingenieure in Brixworth nach dem Verbot des "Party-Modus" frustriert waren, aber schon an neuen Lösungen arbeiten

Am Rennwochenende in Italien tritt die Technische Richtlinie TD037/20 in Kraft. Die Rennställe müssen auf ihren "Party-Modus" im Qualifying verzichten und stattdessen mit ein und derselben Grundeinstellung des Motors Zeittraining und Rennen absolvieren. Mercedes gilt als größter Verlierer, könnte aber als Gewinner hervorgehen, wie Toto Wolff erklärt.

"Natürlich waren wir ein wenig frustriert aufgrund dieser Entscheidung, weil wir unseren Motor so sehr optimiert haben, dass dieser nahe an seine Grenzen kam im Qualifying", schildert der Mercedes-Teamchef vor dem ersten Zeittraining unter der neuen Richtlinie.

Der Wiener betont aber auch, dass Mercedes die Änderung akzeptiere und bestmöglich darauf reagieren möchte. "Ich verstehe auf der anderen Seite natürlich die Dynamik dieses Sports. Nicht zum ersten Mal wird ein Team, das in der Weltmeisterschaft weit vorausliegt, bestraft, oder von den anderen Teams, der FIA und den Rechteinhabern zumindest eingebremst."

Mercedes will 2021 in jedem Rennen mit "Party-Modus" fahren

Seine Mannschaft habe die Änderung daher "sportlich" angenommen. Könnte Mercedes gar als großer Gewinner dieser Umstellung hervorgehen? In der Motorenschmiede in Brixworth sind die Ingenieure jedenfalls topmotiviert.

Wolff deutet sogar an, dass die Abteilung sich zum Ziel gesetzt hat, im kommenden Jahr einen Motor zu bauen, mit dem die Piloten eine gesamte Renndistanz in einem Äquivalent zum "Party-Modus" fahren können. "Hywel [Thomas], der nun unsere Motorenabteilung leitet, hat gemeint, wenn das so ist, dann werden wir im nächsten Jahr in jedem Rennen mit dem Quali-Modus fahren."

Für Mercedes sei die Einschränkung ein Ansporn, um noch besser zu werden. "Vielleicht braucht man diese extra Motivation, um über die Grenzen zu gehen. Diese Direktive könnte also gar ein Vorteil für uns sein. Wir werden sehen, wie viel wir in relativer Performance im Vergleich zu den anderen Teams verlieren."

Weil sich das Weltmeisterteam nicht mehr auf die Spitzenleistungen des Motors auf einer schnellen Runde konzentrieren kann, verschiebt man den Fokus eben auf jene Performance im Renntrimm. "Wir sind uns sehr sicher, dass wir sehr viel Zeit im Rennen am Sonntag gewinnen werden, weil wir die Motoren einfach viel schärfer fahren können."

Denn: Die "Schadensmatrix" erlaube es den Weltmeistern ohne den Quali-Modus am Samstag den Motor am Sonntag deutlich stärker an seine Grenzen zu pushen. "Und das bringt deutlich mehr Rennzeit." Dennoch will Wolff, der für seine pessimistische Haltung bekannt ist, nicht zu viel Euphorie verbreiten. "Ich will die Erwartungen nicht so hoch ansetzen, aber am Sonntag werden wir ein klareres Bild haben."

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul sieht nur ein Problem: Wie will die FIA die neuen Restriktionen überwachen? "Ich habe das Gefühl, dass die FIA in manchen Situationen vielleicht als Schiedsrichter auftreten wird müssen. Denn hier wird versucht, etwas zu regulieren, was sehr komplex ist", äußert der Franzose seine Befürchtung.

Renault & Ferrari befürchten: Überwachung unmöglich?

Denn Sensoren können defekt sein oder Modi Schwierigkeiten aufweisen. "Dadurch muss der Motor reagieren und das könnte dann schon als Änderung des Modus aufgefasst werden. Das wird also recht schwierig werden, das zu überwachen."

Abiteboul erkennt außerdem einen Sinneswandel der Regelhüter: "Das konnte man schon bei anderen Themen beobachten: Die FIA rückt ab davon, dass sie sicherstellen möchte, dass jeder sich an die Regeln hält, sondern wird immer mehr zum Schiedsrichter und schaut sich die Umstände auf eine subjektivere Art und Weise an."

 

Foto: Steven Tee / Motorsport Images

Er ist gespannt, ob jedes Team mit diesen Konsequenzen leben können wird. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto stimmt Abiteboul in Sachen Überwachung zu. Der Italiener erwartet daher weitere Klarstellungen der FIA. "Ich bin sicher, dass es weitere Technische Richtlinien zu Motorenthemen geben wird."

Er bezeichnet die neue TD als "wichtig". Dies zeige auch, wie schwierig es für die FIA sei, die Situation zu kontrollieren. "Ich denke nicht, dass es die letzte sein wird." Die Hersteller wurden außerdem dazu aufgefordert, Details zu ihren Energierückgewinnungssystemen bereitzustellen.

"Ich denke, es ist normal, dass man die FIA mit Informationen, die sie anfragen, versorgen muss", so Binotto. Das sei kein "Gamechanger", sondern nur ein Zeichen dafür, dass das ERS eine sehr komplexe Einheit ist.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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