Toto Wolff: Wäre eine Rote Flagge okay gewesen?

Das kontroverse Formel-1-Finale 2021 sorgt nach wie vor für Diskussionsstoff - Warum eine Rennunterbrechung für Toto Wolff dennoch nicht richtig gewesen wäre

Toto Wolff: Wäre eine Rote Flagge okay gewesen?

Für den umstrittenen Safety-Car-Restart beim Formel-1-Finale in Abu Dhabi hätte es eine einfache Lösung geben können, die auch Mercedes aus einem Dilemma befreit hätte. Warum das Rennen nicht mit der Roten Flagge unterbrechen wie in Saudi-Arabien?

Die Vorteile lägen auf der Hand. Lewis Hamilton hätte ebenso die Reifen wechseln können wie seine Verfolger. Hätte er es regulär unter Gelb gemacht, wäre Max Verstappen draußen geblieben und hätte die Führung übernommen - zu einem Zeitpunkt, als man damit rechnen musste, dass es keinen Restart mehr geben würde.

Zwar hätte es einen weiteren stehenden Start gegeben, doch Hamilton und Verstappen hätten dann mit gleichen Waffen kämpfen können. Natürlich wäre das immer noch ein Nachteil für Hamilton gewesen, aber im Nachhinein betrachtet wäre er geringer ausgefallen als das, was letztlich passiert ist.

Toto Wolff hält davon aber nichts: "Es gibt eindeutige Regularien und diese besagen, dass das Rennen unterbrochen werden soll, wenn ein Risiko für die Fahrer besteht und das Auto nicht schnell geborgen werden kann."

Konkret lautet Absatz 41.1 des Sportlichen Reglements der Formel 1: "Wenn Teilnehmer oder Funktionäre [Sportwarte] durch auf der Strecke fahrende Fahrzeuge unmittelbarer physischer Gefahr ausgesetzt sind, und der Rennleiter die Bedingungen so einschätzt, dass selbst hinter einem Safety-Car die Strecke nicht sicher befahren werden kann, wird das Rennen unterbrochen."

Diese Situation war durch den Abflug von Nicholas Latifi nicht gegeben. Es gab stets eine Linie, die breit genug war, dass ein Abbruch nicht nötig gewesen wäre. Natürlich lässt sich diskutieren, in einer solchen Situation nicht doch Rot zu zeigen. Beim Indianapolis 500 beispielsweise wird verstärkt auf Rote Flaggen zurückgegriffen, um ein unbefriedigendes Finale unter Gelb zu verhindern.

Wolff bleibt dabei: Reglement wurde nicht befolgt

Wohl aber stinkt es Wolff nach wie vor, dass das Safety-Car-Protokoll beim Restart von Rennleiter Michael Masi nicht eingehalten wurde: "Auch beim Safety-Car gibt es klare Regeln. Diese besagen, dass Autos sich zurückrunden müssen, bevor das Rennen neu gestartet werden kann. Und dass das Safety-Car erst reinkommen darf, wenn sich alle Fahrzeuge zurückgerundet haben. Davon ist nichts passiert."

"Stattdessen wurde es einer wahllosen Zahl von Fahrzeugen erlaubt, sich zurückzurunden. Warum hat man Carlos Sainz nicht die Möglichkeit gegeben, das Rennen zu gewinnen? Zwischen ihm [und Max Verstappen] hat man Fahrzeuge gelassen. Warum wurde das Safety-Car reingeholt, obwohl die Regularien etwas anderes sagen?"

Diese Fragen wurden bereits beim Mercedes-Protest in Abu Dhabi behandelt. Dabei wurde der Einspruch von Mercedes abgewiesen. Eine detaillierte Analyse dazu gibt es auf dem Youtube-Kanal von Formel1.de (Video vom 13. Dezember 2021). Mercedes kündigte an, in Berufung gehen zu wollen, zog diese aber am Donnerstagmorgen zurück.

"Es waren Adhoc-Entscheidungen, die dieses Chaos verursacht haben", so der Mercedes-Motorsportchef weiter. "Es hätte eine Vielzahl möglicher Aktionen gegeben, die im Einklang mit den Regeln gestanden hätten." Wolff ist sich sicher, dass ein Berufungsverfahren zu Mercedes' Gunsten ausgegangen wäre.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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