Toto Wolff zufrieden nach Portimao-Sieg, aber: "Wir jagen immer noch"

Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist nach dem Portimao-Sieg glücklich, betont allerdings die negativen Aspekte des Wochenendes - Viel Lob für Lewis Hamilton

Toto Wolff zufrieden nach Portimao-Sieg, aber: "Wir jagen immer noch"

"Ich denke, wir hatten ein gutes Auto. Es war das erste Mal, dass wir wirklich um die Pole kämpfen konnten", atmet Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Großen Preis von Portugal durch. Fast noch mehr als über den Sieg durch Lewis Hamilton freut sich der Österreicher darüber, dass der W12 auch im Qualifying konkurrenzfähig war.

Zwar hatte Hamilton bereits beim zweiten Saisonrennen in Imola auf Pole gestanden. Doch da hat der Weltmeister davon profitiert, dass Max Verstappen seine Runde nicht hinbekommen hatte. Teamkollege Valtteri Bottas kam sogar nicht über Rang acht hinaus. In Portimao gab es dafür nun die erste Doppel-Pole des Jahres.

"Vielleicht fehlte uns ein Zehntel", sagt Wolff in Anspielung auf die eigentlich schnellste Qualifying-Zeit durch Verstappen, die dem Niederländer allerdings gestrichen wurde. "Aber [wir haben ein] gutes Rennauto", zeigt sich der Teamchef optimistisch. Gleichzeitig stellt er aber auch klar, dass es noch immer "sehr eng" gegen Red Bull sei.

Wolff stellt negative Punkte heraus

"Ja, wir haben ein Rennen gewonnen. Aber ich habe sofort im Kopf, was nicht gelaufen ist", so der bekennende Pessimist Wolff. Auf Nachfrage, welche drei Dinge man in Portugal besser als Red Bull gemacht habe, antwortet er: "Mir fallen zuerst drei Dinge ein, die wir schlechter machen, weil das ist die Mentalität, die wir haben."

"Das Glas ist immer halb leer, das Glas ist nie halb voll", so Wolff, der folgende drei Dinge ausgemacht hat: Erstens habe man Bottas am Ende zu eine Runde zu früh zum Boxenstopp geholt, um auf die schnellste Runde zu gehen. So gab man Verstappen die Möglichkeit, zu kontern, und auch noch einmal frische Reifen aufzuziehen.

Punkt zwei sei das Sensorproblem bei Bottas, das den Finnen mehrere Sekunden gekostet habe. Und Punkt drei sei, "dass wir einfach drei Rennen gebraucht haben, bis wir unsere Performance wiedergefunden haben." Bei Wolff klingt die Situation bei Mercedes deutlich negativer, als es die nackten Zahlen aussagen.

WM-Führung, aber enger als 2020

Zwei der ersten drei Saisonrennen konnte man gewinnen, dazu führt man erneut beide Weltmeisterschaften an. Allerdings, und da kann man Wolffs Zweifel durchaus nachvollziehen, ist es wesentlich enger als in den Vorjahren. Einen weiteren Alleingang in der WM scheint es 2021 nicht zu geben.

Feierte man zum Beispiel 2020 in Portugal noch einen Doppelsieg, schob sich Verstappen am vergangenen Wochenende zwischen Hamilton und Bottas. Und Wolff deutet an, dass der Sieg an der Algarve am Ende vor allem Hamiltons Können zu verdanken war. "Er ist ein makelloses Rennen gefahren", lobt der Teamchef.

Es bringt nichts, über diese außergewöhnlichen Leistungen von Lewis zu sprechen - denn er zeigt sie regelmäßig. Das ist jetzt sein Standard", so Wolff, der aber auch betont, dass es für Hamilton alles andere als leicht gewesen sei. "Man konnte an seiner Stimme hören, wie sehr er gepusht hat", berichtet er.

Kampf gegen Red Bull macht "Riesenspaß"

"Es gab nie eine Situation, in der er sich entspannen konnte, weil die Abstände zu gering waren", stellt er klar. Auch deshalb glaubt Wolff: "Wir jagen immer noch." Vor Red Bull sieht er seinen Rennstall weiterhin nicht. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - kann er sich einen kleinen Seitenhieb gegen die Bullen nicht verkneifen.

"Den Doktor haben wir geärgert", grinst er nach dem Portugal-Sieg in Anspielung auf Helmut Marko und ergänzt: "Aber der ärgert sich eh dauernd von alleine. Da brauchen wir nicht mehr mithelfen. Der ärgert sich von alleine." Auch davon abgesehen sie das Wochenende in Portimao "richtig gut" gewesen.

"Das macht einen Riesenspaß. Es ist wie 2013, als wir das erste Mal konkurrenzfähig waren", erklärt Wolff im Hinblick auf den engen Kampf gegen Red Bull. "Ich habe [ein breites Grinsen], wenn ich am Donnerstag anreise und am Sonntag wieder fahre. Größer, wenn wir gewinnen, aber trotzdem ein Riesensmile", so Wolff.

"Wir können alles tun, dass wir gewinnen. Und wenn wir Fehler machen, dann verlieren wir. Aber genau so sollte es sein", erklärt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer Lewis Hamilton
Teams Mercedes
Urheber Ruben Zimmermann