"Tradition treu bleiben:" Toto Wolff gegen Qualifying-Rennen

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Autor: Norman Fischer
Co-Autor: Dominik Sharaf
21.04.2018, 06:01

Die Formel 1 diskutiert ein mögliches Qualifying-Rennen, um die Action zu erhöhen, doch mit dem Vorschlag können viele Beteiligte nicht viel anfangen

Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18 Ferrari, Esteban Ocon, Force India VJM11 Mercedes, and Sergio Pe
Ross Brawn, Formula One Managing Director of Motorsports
Toto Wolff, Mercedes AMG F1 Director of Motorsport
Kevin Magnussen, Haas F1 Team VF-18 Ferrari, Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18 Ferrari
Günther Steiner, Haas-Teamchef
Esteban Ocon, Force India VJM11 Mercedes
Esteban Ocon, Force India VJM11
Fernando Alonso, McLaren MCL33 Renault, Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18 Ferrari, Carlos Sainz Jr

"Wenn wir etwas Abwechslung in der Startaufstellung bekommen können, dann wäre es eine Überlegung wert", sagt Formel-1-Sportchef Ross Brawn. Gemeint ist ein mögliches Qualifying-Rennen am Samstag, das den Zuschauern mehr Action bieten und das Wochenende aufwerten soll. Doch überzeugt von der Idee sind in der Königsklasse nur die wenigsten.

"Die Formel 1 muss meiner Meinung nach ihrer Tradition treu bleiben", findet Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Die Seele des Sportes sei für ihn der Spannungsaufbau vom Freitag über den Samstag bis hin zum Sonntag - und zwar in seiner bewährten Form. Auch sein Haas-Kollege Günther Steiner pflichtet dem bei und würde gerne das aktuelle Qualifying behalten.

"Ich würde vorsichtig damit sein, ein zweites Rennen einzuführen, weil man dann dem Sonntag schaden würde, weil die Leute nicht zwei Rennen schauen wollen", sagt der Südtiroler. Das aktuelle Qualifying hebe sich hingegen so stark vom Rennen ab, dass man beides schauen könnte. "Das Qualifying ist in der Formel 1 wichtig, und mit dem Format von Q1, Q2 und Q3 kreiert es schon eine eigene Story."

Für ihn sei das aktuelle Format aufregender als ein mögliches zweites Rennen, weil das im Grunde nur nochmal das Gleiche wie am Sonntag wäre. "Im Qualifying ist das Adrenalin sogar höher als im Rennen, weil es nur um eine Runde, ein Auto, einen Mann geht und man zeigt, was man kann. Das ist Qualifying", betont er.

Wenig anders geht es vielen Fahrern. Esteban Ocon findet die Idee "nicht großartig", wie er sagt, weil er schon in der DTM gesehen hat, wie wenig Interesse zwei Rennen pro Wochenende generieren. "In der DTM hatten wir am Tag zuvor weniger Leute als am Sonntag", winkt er ab und findet, dass man ein Rennen als Hauptattraktion behalten solle. "Wenn man etwas aufregender machen sollte, dann das Rennen", so der Force-India-Pilot.

Sein Teamkollege Sergio Perez erinnert an das letzte Mal, als man unbedingt am Qualifying schrauben musste - es war ein Desaster. Zu Beginn der vergangenen Saison führte man das Eliminations-Qualifying ein, das den Kampf um die Startaufstellung spannender machen sollte, allerdings das Gegenteil bewirkte. "Es hat nur zwei Rennen gehalten", sagt Perez, will aber abwarten, was entschieden wird.

Denn bislang sind die Berichte um ein Qualifying-Rennen nur theoretischer Natur, konkrete Gespräche habe es laut Steiner noch nicht gegeben. Zwar hatte sich der Haas-Teamchef gegen eine Veränderung des Formats ausgesprochen, allerdings möchte er dem Promoter vertrauen. "Sie müssen herausfinden, was die Fans wollen, und uns dann erklären, warum wir das machen und wie wir mehr Zuschauer abholen."

Seine Meinung habe in diesem Fall ohnehin kein Gewicht, denn für ihn geht es um das, was die Fans wollen. "Selbst wenn ich es nicht mag: Wenn 50 Millionen Leute es mögen, dann werde ich zurückstecken", sagt er. "Ich höre mir sehr gerne an, wenn sie gute Ideen haben, wie wir mehr Fans anziehen können, denn das ist, was wir wollen."

Mit Informationen von Edd Straw und Adam Cooper.

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