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Tramnitz-Aus im Formelsport: Deutschland bald ohne F1-Piloten?

Tim Tramnitz wird Werksfahrer bei BMW, scheidet damit aber unfreiwillig aus der Formelsport-Leiter aus: Um Deutschlands Formel-1-Zukunft steht es düster

Tramnitz-Aus im Formelsport: Deutschland bald ohne F1-Piloten?

Aus Tim Tramnitz' Aufstieg mit Red Bull wird erst einmal nichts

Foto: Red Red

Wird Nico Hülkenberg auf absehbare Zeit der einzige Formel-1-Fahrer aus Deutschland bleiben? Zumindest haben Deutschlands Ambitionen auf einen neuen Formel-1-Piloten einen herben Dämpfer bekommen, denn mit Tim Tramnitz hat der wohl vielversprechendste Kandidat (unfreiwillig) die Formelsport-Leiter verlassen.

Eigentlich befand sich Tramnitz auf dem Weg nach oben: Der Hamburger wurde 2024 in das Juniorteam von Red Bull aufgenommen und kämpfte im vergangenen Jahr lange um den Titel in der Formel 3 - das nährte natürlich die Hoffnungen, dass er der nächste Deutsche in der Königsklasse werden könnte.

Für 2026 war eigentlich der Aufstieg in die Formel 2 anvisiert worden, doch der materialisierte sich nicht: "Wir hätten das Geld dafür, dank einer sehr guten Sponsorenarbeit, schon irgendwie zusammen bekommen, aber wäre dann etwas schiefgelaufen, hätten wir unter Umständen mitten in der Saison abbrechen müssen. Das ist und war aber nie unsere Art", sagt er.

Die Starterfelder in der Formel 2 und Formel 3 sind mittlerweile gefüllt, sodass sich Tramnitz eine andere Ausfahrt suchen musste. Die führt den 21-Jährigen nun zu BMW, wo er Werksfahrer werden wird und Einsätze im GT3-Auto bekommen wird.

"Für mich ist das ein großer Schritt, denn ich träume schon seit meiner Zeit im Kartsport davon, einmal Werksfahrer für einen großen Hersteller zu sein. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für das Vertrauen und kann es kaum erwarten, meine ersten Rennen zu bestreiten", so Tramnitz.

Trotzdem sind die Formel-1-Ambitionen damit erst einmal auf Eis - und die Aussichten auf einen nächsten deutschen Formel-1-Fahrer nach dem bereits 38-jährigen Nico Hülkenberg sehr gering.

Der einzige "Deutsche" im direkten Unterhaus der Königsklasse ist der in London geborene Deutsch-Däne Oliver Goethe, der 2026 bei MP Motorsport in seine zweite volle Formel-2-Saison gehen wird, im vergangenen Jahr aber deutlich unter den Erwartungen geblieben war.

Mit dem neuen Mercedes-Junior Joshua Dürksen ist zumindest ein weiterer Fahrer dabei, der früher schon unter deutscher Flagge an den Start gegangen war, mittlerweile aber für Paraguay unterwegs ist.

In der Formel 3 ist trotz eines Starterfeldes von 30 Piloten kein Fahrer aus Deutschland vertreten.

Damit könnte Deutschland darauf angewiesen sein, dass Nico Hülkenberg seine Formel-1-Karriere bei Audi weit verlängert, will eine der erfolgreichsten Motorsport-Nationen der Geschichte auch zukünftig in der Königsklasse vertreten sein.

Oder öffnet sich doch noch einmal eine Hintertür? Denn bei den Formel-3-Testfahrten in Barcelona diese Woche wird Tramnitz doch noch einmal mit von der Partie sein: Er ersetzt bei Hitech Michael Shin, der sich an der Schulter verletzt hat.

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