Günther Steiner: An Mick Schumachers Abflug "ist nichts gut"

Nach einem heftigen Abflug verpasst Mick Schumacher das zweite Freie Training in Suzuka und muss das Chassis wechseln, ist aber trotzdem zuversichtlich

Günther Steiner: An Mick Schumachers Abflug "ist nichts gut"
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Mick Schumachers Formel-1-Premiere in Suzuka nahm am Freitag ein vorzeitiges Ende. Nach einem heftigen Abflug gegen Ende des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Japan musste der Haas-Pilot in der zweiten Trainingssitzung zuschauen. "Es war natürlich ein sehr kurzer Tag. Wie haben vor allem im zweiten Training Zeit verloren, weil wir nicht rausfahren konnten. Das ist natürlich nicht toll", sagt Schumacher.

Der Unfall ereignete sich nach dem Ende des ersten Freien Trainings bei regnerischen Bedingungen. Schumacher hatte auf der Start-Ziel-Gerade einen Start geübt und befand sich auf der Runde zurück in die Box, als er am Ausgang von Kurve 7 die Kontrolle über sein Auto verlor, sich von der Strecke drehte und mit der Front heftig in die Begrenzung einschlug.

"Da vor mir der Charles [Leclerc] war, habe ich wenig gesehen und diese Pfütze nicht gesehen, wo ich dann wie auf der normalen Autobahn einen Aquaplaning-Moment hatte", erklärt Schumacher. Konkret hätten die Hinterräder bei Beschleunigen durch die langgezogene Linkskurve den Kontakt zur Fahrbahn verloren.

Nach Übungsstart im Angriffsmodus

"Das Auto schwimmt einfach auf, wie auf der Autobahn. Wenn dann seitliche Kräfte auf das Auto wirken, was auf der Autobahn in der Regel nicht der Fall ist, bricht das Auto einfach aus", erklärt Schumacher. "Da macht man halt nix, ist eigentlich nur Passagier."

 

Doch warum fuhr der Deutsche auf der Runde zurück in die Box, in der es eigentlich um nichts geht, derart am Limit? "Nach dem Übungsstart sind wir in einem Mode, wo wir eigentlich versuchen etwas draus zu lernen, aber dementsprechend müssen wir dann pushen", erklärt Schumacher.

Bei dem Einschlag wurden nicht nur die Vorderradaufhängungen und der Frontflügel zerstört, sondern auch das Chassis beschädigt. Deshalb entschied Haas, bei Schumacher auf das Ersatzchassis zu wechseln. Was laut Teamchef Günther Steiner aber vor allem eine Vorsichtsmaßnahme ist.

Teamchef Steiner: Unfall war selbstverschuldet

"Es war die einfachere Entscheidung, es auszutauschen. Dann haben wir es hinter uns, und dann können wir es ordentlich überprüfen. Wir glauben nicht, dass es einen großen Schaden genommen hat, aber wir waren uns nicht sicher. Und wenn du es nicht weißt, dann solltest du lieber dein Bestes geben, um sicher zu sein, dass alles in Ordnung ist", erklärt Steiner. "Aber wir könnten das innerhalb von einer Woche reparieren, sollte es notwendig sein."

Unmittelbar nach dem heftigen Unfall, es war nicht Schumachers erster in der Formel-1-Saison 2022, hatte Steiner noch keinen Gesprächsbedarf mit seinem Piloten. "Manchmal ist weniger mehr. Ich habe nicht mit ihm gesprochen. Weniger ist mehr", sagt der Südtiroler. Allerdings ist sein Urteil recht klar.

"Der Job ist nicht einfach, aber am Ende war das selbstverschuldet", hält Steiner fest. "Ja, es gab Gischt und Wasser, aber das wissen wir alle." Den Teamchef ärgert vor allem, dass das gesamte Team durch Schumachers Unfall zurückgeworfen wurde. "Wir haben in der zweiten Session nur mit einem Auto getestet, was nicht gut ist. An dem Unfall ist nichts gut."

Schumacher glaubt: Q3 und Punkte sind drin

Im Kampf um seine Zukunft in der Formel 1 hat Schumacher mit dem Abflug sicherlich keine Pluspunkte gesammelt. Allerdings zeigt sich der Sohn von Michael Schumacher davon recht unbeeindruckt: "Ich würde mich wundern, wenn so ein Kriterium meine Chancen beeinträchtigen würde. Die Leistung, die wir gezeigt haben, ist da."

In der Tat hatte das gesamte Haas-Team im ersten Freien Training überzeugt. Teamkollege Kevin Magnussen war dort auf Platz fünf, Schumacher selbst auf Position sieben gefahren. "Hätten wir im letzten Sektor keinen Verkehr gehabt, wäre P4 möglich gewesen. Es sah sehr vielversprechend aus", sagt Schumacher.

Dementsprechend zuversichtlich blickt er trotz der verpassten Trainingszeit auf die kommenden Tage in Suzuka. "Das macht es nicht einfacher, aber Monza war auch nicht einfach, und wir haben es hinbekommen", sagt er. "Mit unserem Auto kommen wir hoffentlich in Q3, das wird das Ziel sein. Und im Rennen dann hoffentlich ein paar Punkte."

Vor allem im Rennen am Sonntag rechnet sich Schumacher gute Chancen aus, denn nachdem es am Samstag im Qualifying trocken sein soll, ist für den Renntag weiterer Regen vorhergesagt. "Wir wissen, dass uns nasse Bedingungen etwas entgegenkommen, aber wir werden morgen unser Bestes geben."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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