Trotz Ausfall in Barcelona: WM-Leader Kimi Antonelli nachträglich bestraft
Obwohl Kimi Antonelli seinen Mercedes kurz vor Schluss mit einem Defekt abstellen muss, brummten ihm die Sportkommissare nach dem Rennen noch eine Strafe auf
Kimi Antonelli hat trotz Ausfall noch eine Fünf-Sekunden-Strafe bekommen
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli erlebte beim Großen Preis von Barcelona-Katalonien (Rennbericht) einen enttäuschenden Sonntag: Nicht nur, dass der Mercedes-Pilot aufgrund eines technischen Defekts ein mögliches Podium verlor, wurde der 19-jährige Italiener im Anschluss an das Rennen auch noch bestraft.
Die Rennkommissare brummten Antonelli nachträglich eine Fünf-Sekunden-Strafe auf, weil er während des Rennens mehrfach die Tracklimits überschritten hatte. Einfluss auf das Ergebnis hat diese Sanktion allerdings nicht, weil der WM-Spitzenreiter das Rennen ohnehin vorzeitig beenden musste.
Die mögliche Strafe war allerdings schon während des Rennens ein Thema - insbesondere im Duell mit Lando Norris, der zeitweise hinter Antonelli auf dem vierten Rang lag. Dessen Renningenieur Will Joseph informierte den McLaren-Piloten über eine drohende Zeitstrafe und forderte ihn auf, den Druck zu erhöhen.
Später hieß es am Funk von Norris sogar, dass Antonelli die erlaubte Anzahl an Tracklimits-Verstößen sicher überschritten habe, noch bevor diese Information offiziell von der Rennleitung bestätigt war. Die Rennkommissare der FIA sprachen die Strafe sogar erst nach Rennende aus.
Sportkommissare fordern FIA zum Handeln auf
In ihrer Begründung erklärten sie, Antonelli habe die Streckenbegrenzungen insgesamt viermal ohne gültigen Grund überschritten. Zugleich räumten sie ein, dass ein früher Verstoß zunächst nicht erfasst wurde. Dadurch erhielt Antonelli die Verwarnung erst nach dem vierten statt bereits nach dem dritten Vergehen.
"Die Stewards haben Videomaterial ausgewertet", heißt es im offiziellen Urteil. "Das Fahrzeug verließ die Strecke viermal ohne gerechtfertigten Grund. Die Stewards erkennen an, dass der Fahrer die Schwarz-Weiß-Flagge erst nach dem vierten Verstoß erhielt, da ein früherer Verstoß erst später erkannt wurde."
Die Kommissare stellten jedoch klar, dass dies keine Auswirkung auf die Regelgültigkeit habe und die Fahrer weiterhin verpflichtet seien, die Streckenlimits einzuhalten. Da es möglicherweise jedoch Unklarheiten in den relevanten Richtlinien gibt, empfehlen die Sportkommissare der FIA, die aktuellen Verfahren und Richtlinien so bald wie möglich zu überprüfen.
Am Ende bleibt die Zeitstrafe gegen Antonelli ohnehin ohne sportliche Konsequenz, da er sein Rennen kurz nach dem Überholmanöver gegen Teamkollege George Russell aufgeben musste. Der Italiener wurde dennoch gewertet, da er mehr als 90 Prozent der Renndistanz zurücklegte. Eine Übertragung der Strafe in eine Startplatzstrafe für das nächste Rennen erfolgt nicht.
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