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Trotz Coronavirus: Politik hält an Grand Prix von Australien fest

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Trotz Coronavirus: Politik hält an Grand Prix von Australien fest
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
12.03.2020, 08:19

Die Stimmen der Kritiker werden immer lauter, dennoch will die australische Regierung den Grand Prix in Melbourne stattfinden lassen

Das Coronavirus ist auch in Australien angekommen und lässt das Vorgehen der örtlichen Behörden und der Formel-1-Verantwortlichen in keinem guten Licht erscheinen. Während Großveranstaltungen und Motorsport-Events rund um den Globus abgesagt werden, zieht Liberty Media das Programm (bislang) durch. Dafür hagelt es Kritik aus den eigenen Reihen, allen voran von Lewis Hamilton. Doch die Politik lenkt nicht ein.

"Ich bin mir bewusst, dass Teammitglieder sich unwohl gefühlt haben und sich nun in Quarantäne befinden. Sie wurden auf das Coronavirus getestet", erklärt der führende Gesundheitsberater in Victoria, Brett Sutton, im Radio-Interview bei '1116 SEN'.

Warum wird der Grand Prix in Melbourne nicht abgesagt? Das Fragen sich auch Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Der sechsfache Weltmeister fand am Donnerstag klare Worte und hat seine Antwort darauf bereits gefunden: "Geld regiert die Welt". Vettel ergänzt, die Fahrer würden die Notbremse ziehen.

Bei positiven Tests droht Rennabsage: "Dann ist das so!"

Insgesamt 21 offiziell bestätigte Fälle gibt es derzeit im Bundesstaat, sieben davon sind bereits wieder geheilt. Auch Formel-1-Personal befindet sich derzeit in Quarantäne. "Es wird von diesen Ergebnissen abhängen. Wenn alle Tests negativ ausfallen und alle Personen mit Symptomen negativ getestet werden, dann können sie weitermachen", so Sutton.

Was passiert jedoch, sollten sich Teammitglieder (Haas und McLaren) tatsächlich mit dem Coronavirus angesteckt haben? Dann müssen auch all jene Personen, die mit den Betroffenen in Kontakt standen, unter Quarantäne gestellt werden, erklärt der Mediziner.

"Dann stellt sich die Frage, ob noch genügend Personal vorhanden ist, um weiterzumachen", gibt er zu. "Wenn das dazu führt, dass das Rennen abgesagt wird, dann ist das eben so. Wir werden das entscheiden", fügt er im Interview mit '3AW' hinzu.

Aktuell werden 3.000 Personen pro Tag auf das Coronavirus in Victoria getestet, so Sutton. Allerdings habe man noch keine Anzeichen für eine großflächige Ausbreitung in der Gemeinde, daher würden Massenveranstaltungen auch nicht abgesagt.

"Wenn man über große Sportveranstaltungen in einem Monat spricht, dann schwebt über diesen ein riesiges Fragezeichen. Solche Veranstaltungen werden abgesagt, wenn Fälle in der Gemeinde auftauchen, die man nicht identifizieren und kontrollieren kann durch Isolation. In zwei Wochen oder einem Monat mag es vielleicht so weit sein, aber heute noch nicht."

Es gebe schließlich auch weiterhin jeden Tag 300.000 Menschen, die per öffentlichem Verkehr zur Arbeit fahren, vergleicht der Mediziner. "Ich glaube nicht, dass es hier um Menschenmengen geht", meint er. "Ich denke, dass die Trennung der Mannschaften voneinander und auch von der Menge wirklich wichtig ist."

Behörde reagiert mit Vier-Stufen-Plan

Am Mittwoch hat die australische Regierung einen Vier-Stufen-Plan gegen die weitere Ausbreitung des Virus vorgestellt. In einer ersten Phase fokussiert man sich auf die Eindämmung ("Identifizierung möglicher Fälle und Isolierung der Infektiösen und ihrer engen Kontakte").

Weitere Phasen des Plans sehen Maßnahmen vor, um "die Ausbreitung von COVID-19 in der viktorianischen Gemeinde zu verlangsamen, die Nachfrage nach Krankenhausressourcen zu steuern, auf einen schweren Ausbruch zu reagieren und sich so schnell wie möglich zu erholen".

In einer Pressemitteilung der Behörden wird darauf hingewiesen, dass diese Maßnahmen "störend und weitreichend" sein können. Darunter wird auch die Absage großer öffentlicher Versammlungen als mögliche Folge angeführt.

Sutton betont jedoch, dass keine Entscheidung auf die leichte Schulter genommen werde. Es müsse angemessen reagiert werden. Die Formel 1 hat im Fahrerlager ein paar Maßnahmen vorgenommen. Gegrüßt wird nicht mehr per Handschlag, sondern mit den Ellbogen. Bei Medienrunden etwa wurden die TV-Interviews mit den Fahrer aus Vorsicht gestrichen.

Schon am Mittwoch wurde bekannt, dass die offiziellen Autogramm-Sessions im Albert Park ausfallen werden. Außerdem wurde den Fans nahegelegt, keine Selfies mit den Piloten zu machen. Am Donnerstagmorgen trafen sich die Formel-1-Verantwortlichen, um weitere Schritte zu besprechen.

Die regulären TV-Interviews wurden daraufhin abgesagt, nur das offizielle Formel-1-Kamerateam darf Interviews mit Fahrern durchführen. Das Material wird dann allen Sendern zur Verfügung gestellt. Auch die Medienrunden für die schreibende Presse wurden abgeändert, die Journalisten müssen nun deutlich mehr Abstand zu den Fahrern lassen.

Haas: Testergebnisse für Donnerstagabend erwartet

Bei Mercedes hat man außerdem darauf geachtet, dass während der Fragerunden keine Mikrofone von einem Journalisten zum anderen gereicht werden. So soll die Ansteckungsgefahr ebenso minimiert werden.

Im Fahrerlager wurde bislang nur Renault-Pilot Esteban Ocon mit einer Mundschutzmaske gesichtet. Die Fahrer halten sich ansonsten mit Aussagen zu den Maßnahmen zurück - bis auf Ausnahmen wie Hamilton oder Vettel. "Ich bin kein Doktor", meint etwa Max Verstappen.

"Ich weiß also nicht, wie man mit so einer Situation umgeht. Aber ich vertraue den Verantwortlichen. Das ist das Beste, was wir im Moment machen können", meint der Red-Bull-Fahrer. Besonders betroffen ist das Haas-Team.

Nachdem am Dienstag ein Corona-Fall im Albert Park Hotel bekannt wurde, folgte am Mittwoch die Bestätigung, dass zwei Teammitglieder des US-Rennstalls auf das Virus getestet wurden. Mittlerweile sind zwei weitere Haas-Mitarbeiter getestet und unter Quarantäne gestellt worden.

Aktuell gibt es fünf Verdachtsfälle im Fahrerlager. Auf die konkreten Ergebnisse des Tests müssen Haas und McLaren derzeit noch warten. Diese werden für Donnerstagabend erwartet. Haas-Teamchef Günther Steiner bestätigt: "Die Ergebnisse sollten wir am Abend haben."

Die Organisatoren haben auf die Verdachtsfälle mit einem Notfallplan reagiert. Wie 'auto motor und sport' berichtet, müssen Personen mit den geringsten Symptomen einen Medizincheck durchführen. In einem siebenseitigen Schreiben an die Teams und das Formel-1-Personal wird erklärt, wie man sich im Notfall verhalten soll.

"#canceltheGrandPrix" wird zum Twitter-Trend

Sollte ein Verdachtsfall im Fahrerlager oder an der Rennstrecke auftauchen, dann wird diese Person in eines von drei Isolationszentren gebracht, die eingerichtet wurden. Haas-Teamchef Günther Steiner hofft derweil auf eine Entspannung der Lage.

Er wolle bis dahin keine Spekulationen anstellen, betont der Südtiroler. "Hoffentlich sind sie negativ und wir können weitermachen." Bislang habe es noch keine Diskussionen darüber gegeben, was passieren würde, wären die Tests positiv.

"Wir werden diese Brücke überqueren, wenn wir davorstehen. Jetzt warten wir einfach die Ergebnisse ab." Sollte das Team auf die vier Mitarbeiter verzichten müssen, dann wäre das ein herber Rückschlag. Denn: "Alternative Pläne sind schwierig, da niemand mehr so kurzfristig einreisen kann."

"Wir müssten uns etwas einfallen lassen, aber im Racing sind wir ja stets auf der Suche nach Lösungen." Der oberste Gesundheitsberater hat bereits angeordnet, die Analyse der Tests schnellstmöglich durchzuführen.

"Sollten die Tests positiv sein, werde ich direkt mit dem Geschäftsführer des Rennens und der Organisation in Kontakt treten, um die nächsten Schritte zu setzen und darüber zu sprechen, welche Folgen das haben würde", erklärt Sutton.

Während die Formel 1 gebannt auf die Testergebnisse wartet, häufen sich in sozialen Netzwerken Kritik und Schmähungen. In Australien wird der Hashtag "#canceltheGrandPrix" auf Twitter so oft verwendet derzeit, dass er unter den Top-Trends angeführt wird.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Urheber Maria Reyer