Trotz Überholen neben der Strecke: Warum Norris straffrei blieb
Lando Norris ist Formel-1-Weltmeister 2025 - Die Kommissare erklären, warum er trotz Überholen neben der Strecke keine Strafe bekam
Yuki Tsunoda und Lando Norris im Kampf: Später kam es zum Manöver
Foto: LAT Images
Lando Norris entging beim Saisonfinale der Formel-1-Saison 2025 in Abu Dhabi einer Strafe für sein Überholmanöver gegen Yuki Tsunoda neben der Strecke, da die Rennkommissare zu dem Schluss kamen, dass der McLaren-Pilot vom Japaner von der Bahn gedrängt wurde.
Wie erwartet zögerte Red Bull den ersten Stint von Tsunoda so lange wie möglich hinaus, damit Tsunoda die McLaren-Piloten nach deren ersten Boxenstopps potenziell behindern könnte. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Teamkollege des Japaners, Max Verstappen, noch im Kampf um den WM-Titel.
Als Norris auf Tsunoda auflief, fuhr der Red-Bull-Pilot auf der Geraden zwischen Kurve 5 und 6 Schlangenlinien, um den McLaren am Überholen zu hindern. Norris schaffte es dennoch vorbei, geriet dabei jedoch auf der linken Seite der Strecke mit allen vier Rädern über die weiße Linie.
Untersuchung gegen beide Piloten
Beide Vorfälle wurden daraufhin von der Rennleitung untersucht: Tsunoda wegen des Verteidigens mit mehr als einem Richtungswechsel, Norris wegen des Verlassens der Strecke und der Erlangung eines Vorteils. Während der Red-Bull-Pilot eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe erhielt, wurde der McLaren-Fahrer aufgrund der unberechenbaren Fahrweise Tsunodas freigesprochen.
Die Urteilsbegründung der Rennkommissare
"Der Fahrer von Wagen 4 überholte Wagen 22 abseits der Strecke. Dies geschah jedoch, weil der Fahrer von Wagen 22 mehrere Bewegungen machte, um seine Position gegen Wagen 4 zu verteidigen. Hätte Wagen 22 diese Bewegungen nicht gemacht, hätte Wagen 4 ohne Verlassen der Strecke überholt. Er wich aber von der Strecke ab, um einen Kontakt mit Wagen 22 zu vermeiden."
Die Kommissare beriefen sich dabei explizit auf die geltenden Richtlinien für das Fahrverhalten. Diese besagen, dass ein Auto, das abgedrängt wird - was hier faktisch der Fall war -, nicht als Fahrzeug betrachtet wird, das die Tracklimits verletzt hat.
Das Fazit der Kommissare: "Obwohl das Überholmanöver technisch gesehen neben der Strecke stattfand, entschieden wir in Anbetracht der oben genannten Umstände, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen."
Strafe hätte am WM-Titel wohl nichts geändert
Norris beendete das Rennen schließlich auf dem dritten Platz - genau das Ergebnis, das er benötigte, um sich seinen ersten Weltmeistertitel gegen Verstappen und seinen McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri zu sichern.
Eine hypothetische Fünf-Sekunden-Strafe hätte den Ausgang des Titelkampfes wahrscheinlich ohnehin nicht beeinflusst. Im Ziel hatte Norris einen Vorsprung von sieben Sekunden auf den viertplatzierten Ferrari von Charles Leclerc, womit er den für den Titel notwendigen Puffer gehabt hätte.
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