Türkei-Asphalt wurde überarbeitet: Was die Formel-1-Piloten erwarten

Für 2021 wurde der Streckenbelag in Istanbul überarbeitet, was die meisten Formel-1-Piloten hoffen lässt, dass sich der Grip gegenüber dem Vorjahr verbessert hat

Türkei-Asphalt wurde überarbeitet: Was die Formel-1-Piloten erwarten

Im Vorfeld des Grands Prix der Türkei 2021, der an diesem Wochenende stattfindet, bleibt vor allem der Asphalt ein Fragezeichen. Um den im vergangenen Jahr viel kritisierten Belag rauer zu machen und den Grip zu erhöhen, wurde der Istanbul Park Circuit in den letzten Wochen mit Wasserhochdruck behandelt.

Wir erinnern uns: Vor der Rückkehr der Formel 1 in die Türkei erhielt die Strecke einen frischen Asphalt. Da die Arbeiten jedoch erst drei Wochen vor dem Rennen 2020 abgeschlossen wurden, hatte die Strecke nicht genug Zeit, um auszuhärten.

Hinzu kam, dass Pirelli damals die härtesten Reifen seiner Produktpalette mitbrachte, sodass die Fahrer Schwierigkeiten hatten, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Regen an den letzten beiden Tagen verschlimmerte die Probleme noch.

Nicht nur die jüngsten Arbeiten an der Strecke sollen in diesem Jahr für eine Besserung sorgen. Pirelli hat seine Reifenauswahl zudem eine Stufe weicher gemacht, um zusätzliche Unterstützung zu bieten, sodass die Fahrer insgesamt zuversichtlich sind.

"Wir erwarten alle, dass es besser wird als im vergangenen Jahr", sagt Ferrari-Pilot Carlos Sainz und ergänzt: "Es wäre schon eine ziemliche Überraschung, die gleichen Bedingungen wie im Vorjahr zu haben, denn damals war es sehr schwierig und auch schwer zu verstehen, warum der Grip so besonders niedrig war."

Sollte sich das Gripniveau durch die Hochdruckbehandlung beträchtlich verändert haben, befürchtet der Spanier allerdings, dass das Feld aufgrund des anspruchsvollen Streckenlayouts in Istanbul einen "extremen" Reifenabbau erleben könnte.

Sainz befürchtet höheren Reifenverschleiß

"Wenn es eher wie in Portimao ist, wo der Grip nicht hoch, aber okay ist, dann sollte es Spaß machen", glaubt Sainz. "Wenn es wie in Barcelona oder Silverstone ist - mit einem wirklich hohen Gripniveau - dann wird es auch ziemlich aufregend, denn dann könnte der Reifenverschleiß ein Thema sein."

Er selbst hätte nichts gegen eine extreme Veränderung einzuwenden: "Daraus ergeben sich für mich vielleicht mehr Möglichkeiten." Sein Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc hofft hingegen, dass die Strecke "immer noch rutschig sein" wird, da er im Vorjahr bei schlechten Gripverhältnissen vergleichsweise gut zurechtkam.

"Ich erinnere mich, dass sich viele Leute beschwert haben,. Aber ich war einer der Einzigen, der froh war, denn wir waren konkurrenzfähig und kämpften um sehr gute Positionen. Offensichtlich war sogar ein Podium möglich", blickt Leclerc zurück.

"Mal sehen, ob die Strecke nach der Behandlung so schlimm ist wie im vergangenen Jahr. Ich glaube nicht, dass sie so schlimm sein wird, aber hoffentlich wird sie immer noch rutschig sein und hoffentlich wird sie uns immer noch Vorteile bringen."

Lance Stroll, der sich im nassen Qualifying 2020 die Pole sicherte und die erste Hälfte des Rennens anführte, bevor er aufgrund eines Frontflügelschadens auf Platz neun zurückfiel, gibt zu bedenken, dass die berühmte Kurve 8, wenn sich der Grip verbessert hat, "mit unseren Autos heutzutage keine große Herausforderung mehr sein wird".

Vettel hätte mit erneutem Regen kein Problem

Auch für das diesjährige Türkei-Rennen wird Regen vorhergesagt. Für Sebastian Vettel, Teamkollege von Stroll bei Aston Martin, kein Problem: "Es macht mir nichts aus, wenn es wieder regnet, denn es hat Spaß gemacht", betont der Deutsche.

"Vergangenes Jahr war es sehr rutschig. Wir hoffen, dass es nicht so rutschig ist", ergänzt Vettel. "Dieses Jahr haben wir Zuschauer, und für die ist es wahrscheinlich nicht so schön, nasse Bedingungen zu haben. Aber ich denke, für uns könnte es die Dinge etwas aufmischen, also bin ich ziemlich offen dafür."

Valtteri Bottas von Mercedes, der sich 2020 im Rennen sechs Mal drehte und von Hamilton überrundet wurde, hofft, auf den jüngsten Erfahrungen aufbauen zu können. "In letzter Zeit war es im Regen nicht so schlecht", sagt der Finne.

Vor allem im Hinblick auf die Betriebstemperaturen und die Drücke für die Intermediates und Regenreifen habe das Team dazu gelernt. "Ich hoffe wirklich, dass die Strecke etwas mehr Grip hat als im vergangenen Jahr, denn damals war es ziemlich extrem, sogar im Trockenen. Ich freue mich darauf, zu sehen, wie es ist."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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