"Überhaupt nicht gebraucht": Alonso "enttäuscht" von Honda-Problemen
Fernando Alonso hadert mit den neuerlichen Problemen von Aston Martin im Training von Melbourne - Adrian Newey weiß um mental schwierige Lage
Vor Fernando Alonso liegt wieder einmal eine schwierige Saison
Foto: LAT Images
Was muss derzeit in Fernando Alonso vorgehen? Im Vorgriff auf die Saison 2026 galt Aston Martin als Geheimfavorit auf den Titel, den sich der Spanier schon seit langem wünscht. Doch davon ist man weit entfernt. Im Gegenteil: Es würde schon einem Wunder gleichkommen, wenn Aston Martin im Rennen von Melbourne mehr als eine Handvoll Runden schafft.
Im ersten Training konnte Alonso gar nicht auf die Strecke gehen, weil es "ein neues Problem bei der internen Kommunikation der Batterie mit ihrem Managementsystem" gab, wie Teamchef Adrian Newey erklärte. Im zweiten Training schaffte der Spanier immerhin 18 Runden - bei einem Rückstand von knapp fünf Sekunden auf die Spitze.
"Um ehrlich zu sein, gab es nicht viel zu lernen", zieht der zweimalige Weltmeister eine ernüchternde Bilanz. "Leider haben das Honda-Problem im FT1 und auch einige Honda-Probleme im FT2 unsere Rundenanzahl heute etwas eingeschränkt. Das haben wir wieder überhaupt nicht gebrauchen können", sagt er.
Die Probleme bei Aston Martin sind vielfältig: Das größte sind jedoch die Vibrationen im Motor, die zu Unstimmigkeiten in der Batterie führen. Von denen hat Honda abgesehen von den beiden im Auto jedoch keine mehr, sodass Aston Martin das Material schonen muss, will man überhaupt zum Fahren kommen - ein Teufelskreis.
Keine Ersatz-Batterien: Alonso "enttäuscht" von Honda
Dabei müsste das Team eigentlich Runden fahren, um etwas über das Auto und die Schwierigkeiten zu lernen. "Wir haben einiges aufzuholen", meint Alonso. "Natürlich haben wir ein komplett neues Paket zu diesem Rennen mitgebracht und wir müssen verstehen, wo wir dieses Paket in Bezug auf das Set-up einsetzen."
Von richtiger Set-up-Arbeit ist man bei Aston Martin natürlich ebenfalls weit entfernt. Alonso hofft, dass er zumindest morgen im dritten Training viele Runden drehen kann
Wir haben heute nicht allzu viele Runden geschafft, also hoffentlich ein saubereres FP3 morgen. Aber ob das angesichts der Einschränkungen, die Honda gegeben hat - das Team darf auch nicht ausgiebig mit wenig Sprit fahren - möglich ist, ist fraglich. "Ich weiß es nicht", zuckt Alonso mit den Schultern. "Ich fahre nur das Auto. Das ist keine Frage für mich, sondern für Honda."
Auch auf die Frage nach der Situation um fehlende Batterien verweist der Spanier auf den Motorenpartner: "Wie gesagt, ich fahre das Auto. Natürlich bin ich enttäuscht, dass wir keinen Vorrat haben, [da Honda] nur ein Team beliefert, aber das ist nun mal die Situation, also ist das eine Frage für sie."
Newey lobt: Alonso "einer der wahrhaft Großen"
Den ersehnten dritten WM-Titel - den ersten seit 20 Jahren - kann sich Alonso im Grunde abschminken, bevor die Saison überhaupt begonnen hat. Viele Möglichkeiten bleiben ihm wohl nicht, schließlich wird er im Sommer bereits 45 Jahre alt.
Teamchef Adrian Newey weiß, dass das für seinen Starpiloten eine schwierige Situation ist: "Er ist einer der wahrhaft Großen", sagt er. "Seine Fähigkeiten, sein Talent, sein gesamtes Können - er hätte weit mehr als die zwei Meisterschaften gewinnen müssen, die er auf seinem Konto hat, und wie viele Rennsiege auch immer."
"Er ist immer noch superschnell, supertalentiert, superscharf. Wenn man mit ihm spricht, hat man nicht das Gefühl, dass ihm in irgendeiner Weise etwas fehlt. Sein Sehvermögen ist immer noch sehr gut. Seine Reaktionen - er ist anscheinend sehr stolz darauf, dass er letztes Jahr der schnellste Starter in Bezug auf die Reaktionszeit war."
Nur: Sportlichen Erfolg wird ihm das nicht bringen. "Wir alle haben versucht, unsere Hoffnungen im Zaum zu halten, weil wir wussten, dass dies ein schwieriges Jahr werden würde, ein Aufbaujahr", gibt Newey zu.
"Sicherlich haben wir auf der Chassis-Seite bei AMR sehr spät mit einem sehr komprimierten Zyklus begonnen. Ich versuche nicht, Ausreden zu finden, aber es bedeutet, dass wir wussten, dass wir zumindest im ersten Teil der Saison wahrscheinlich ein wenig zurückliegen würden."
"Mental schwierige Situation"
Die Hoffnung lag aber darauf, dass man die Defizite im Saisonverlauf wieder würde aufholen können - wenn nicht die Probleme von Honda dazwischengekommen wären. Newey gibt zu: "Für Fernando ist es im Moment eine mental schwierige Situation."
Doch der Spanier versucht sich, kämpferisch zu geben und auch optimistische Worte zu finden: "Jeder arbeitet an einer besseren Situation", sagt er. "Wir kennen die Herausforderung, die vor uns liegt. Es ist eine große Herausforderung. Wir akzeptieren sie und wir gehen sie an. Jeder gibt einfach sein Bestes."
"Natürlich wird alles übertrieben dargestellt, wenn man Dinge sehr gut macht und wenn man Dinge sehr schlecht macht. Beide Enden werden normalerweise übertrieben, und wir befinden uns momentan an diesem unteren Ende. Wir machen Fortschritte. Manchmal sind sie in der Rundenzeit sichtbar, manchmal nicht. Und es ist frustrierend, aber jeder arbeitet an einer Lösung."
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